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Betriebsrat unerwünscht: Schwere Vorwürfe gegen Foodora und Deliveroo

Veröffentlicht: 13.03.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 13.03.2018 | Gelesen: 1564 mal

Behindern Foodora und Deliveroo aktiv die Arbeit der Gewerkschaften? Die Vorwürfe von aktiven und ehemaligen Fahrern der beiden Essenslieferdienste stoßen bei den StartUps auf Unverständnis.

Fahrer Foodora und Deliveroo
© MikeDotta / shutterstock.com

Immer wieder wurden die Arbeitsbedingungen bei den Lieferdiensten Foodora und Deliveroo beklagt. So sollen die Fahrer beispielsweise selbst für die Reparaturkosten ihre Räder aufkommen. Um mehr Rechte zu erlangen, wollen sich die Angestellten in Gewerkschaften organisieren, doch angeblich blockieren sowohl Foodora als auch Deliveroo die Ausübung solcher Betriebsräte. Wie in einem Bericht von Zeit Online zu lesen ist, wurde Mitarbeiter, die sich gewerkschaftlich organisierten, sogar gekündigt. Auf die Vorwürfe reagierte Foodora jetzt mit einem entschiedenen Dementi. „Die Aussage, wir würden arbeitsbedingte beziehungsweise gewerkschaftliche Organisation verhindern, weise ich entschieden zurück“, wird ein Sprecher auf Gründerszene mit Verweis auf NGIN Food zitiert.

Das Berliner StartUp habe bereits seit vergangenem Jahr einen Betriebsrat und man arbeite nach eigenen Aussagen eng zusammen. Dies sei bei der „weiteren Optimierung der Arbeitsbedingungen all unserer fest angestellten Fahrer in Deutschland“ entscheidend.

Mitarbeiter: StartUps wollen Arbeitnehmerbewegung schwächen

Gegenüber Zeit Online berichten nun ehemalige Mitarbeiter, ihnen wurde kurz nach ihren gewerkschaftlichen Aktivitäten das Arbeitsverhältnis gekündigt bzw. überraschenderweise nicht verlängert. Eine ehemalige Foodora-Fahrerin beschreibt, wie ihr Vertrag nicht verlängert wurde, nachdem sie sich zur Betriebsratsgründung informiert  hat und unmittelbar ins Gremium gewählt wurde. Als Begründung für die Nichtverlängerung des Arbeitsverhältnisses soll das StartUp die zurückhaltende Bereitschaft für Überstunden und Sonntagsfahrten angegeben haben.

Ähnliche Ereignisse sollen sich beim Konkurrenten Deliveroo abgespielt haben. Auf die Ankündigung, eine Vollversammlung der Mitarbeiter abhalten zu wollen, erhielt der Initiator eine Abmahnung wegen Verstoßes der „vertraglichen Pflichten“. Zu den Vorwürfen äußerte sich Deliveroo so: „Keiner unserer Fahrer wurde jemals aufgrund einer Tätigkeit im Betriebsrat entlassen oder sein Vertrag nicht verlängert“, so das StartUp gegenüber NGIN Food. „Wir haben unsere Fahrer bei der Gründung eines Betriebsrats unterstützt und werden weiterhin eng mit den Vertretern dieses Gremiums zusammenarbeiten.“

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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