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MediaMarktSaturn schließt Redcoon endgültig

Veröffentlicht: 04.05.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 04.05.2018 | Gelesen: 4287 mal

Es war ein langes Hin und Her, doch schließlich scheint das Geschäftskonzept von Redcoon nicht bei den Kunden angekommen zu sein. Dem Elektronikanbieter wurde nun der Stecker gezogen.

Screenshot: Redcoon-Werbung
© Media Markt Saturn / Redcoon

Redcoon scheint als Anbieter von Elektroprodukten endgültig vom Markt verschwunden zu sein. Ruft man dieser Tage die Website des Unternehmens unter redcoon.de auf, so informiert ein Text über die vollständige Integration von Redcoon in das Angebot des Schwesterunternehmens MediaMarkt.

Trotz der Schließung werde man den Service für bisher getätigte Verkäufe aufrechterhalten – zum Beispiel bestellte Produkte ausliefern oder Garantiefälle bearbeiten, heißt es weiter:

Screenshot: Website Redcoon
© Media Markt Saturn / Redcoon

Redcoon mit turbulenter Vergangenheit

Grundsätzlich sorgte Redcoon, das im Jahr 2011 von Media-Saturn übernommen wurde, in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen in der Branche. So berichteten wir bereits im April 2016 darüber, dass Ermittlungen gegen das Unternehmen aufgenommen worden seien. Der Grund: Redcoon soll an einer sogenannten „Umsatzsteuerbetrugskette im großen Stil“ beteiligt gewesen sein und demzufolge von Steuerhinterziehung profitiert haben. Ende 2016 erfolgte dann die Schließung von Redcoon-Shops in fünf Ländermärkten.

Nur ein halbes Jahr später – im April 2017 – ging Redcoon in Deutschland offline, wobei damals heftig spekuliert wurde, ob tatsächlich eine Abschaltung erfolgt ist oder nur ein Umbau vorangetrieben werde. Doch auch die Wiedereröffnung wenige Wochen später sowie eine vollständige Überarbeitung des Shops scheinen Redcoon nicht geholfen zu haben. Über die endgültige Einstampfung des Unternehmens gibt es bereits seit Monaten Gerüchte, die sich nun eben bewahrheitet haben.

Bei den Kunden dürfte sich Redcoon vor allem mit seinen aufsehenerregenden Werbespots ins Gedächtnis gebrannt haben. Hierbei setzte das Unternehmen nicht selten auf Frauen, die für ihre Freizügigkeit bekannt sind: Entertainerinnen wie Gina-Lisa Lohfink und Micaela Schäfer warben unter Slogans wie „So viel billig gab’s noch nie“ oder „Boah siehst du heute billig aus“.

 

  

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 Merzweil 04.05.2018, 08:44 Uhr
Geschafft !!!
Wieder einmal wurde ein Unternehmen welches einer der Pioniere im Online-Handel war und das sehr erfolgreich nach der Übernahme eines großen Konzerns an die Wand gefahren ,Absichtlich ?
Schade das es Redcoon nicht mehr gibt.
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