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Ceconomy-Quartalszahlen: Gewinn, Konsolidierung und Redcoon-Erbe

Veröffentlicht: 17.05.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 17.05.2018

Ceconomy zeigt sich zufrieden mit der aktuellen Umsatzentwicklung, knabbert aber an der Wertminderung der Metro-Anteile. Gut läuft es im Online-Geschäft.

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© JPstock / Shutterstock.com

CEO Pieter Haas und CFO Mark Frese von Ceconomy zeigen sich bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das zweite Geschäftsquartal weitgehend zufrieden. Haas bezeichnet die Entwicklung im Vergleich zum schwachen ersten Quartal als „Fortschritt. Auch der erwartete und geplante Fortschritt.“

Währungsbereinigt stieg der Umsatz 0,8 Prozent, allerdings drückte die Wertminderung der Metro-Anteile um 131 Millionen auf das Ergebnis und sorgte unter dem Strich für einen Rückgang um 0,2 Prozent auf etwa 5,2 Milliarden Euro. Insgesamt sei die Entwicklung aber positiv, an der Prognose für das Gesamtjahr hält Ceconomy fest. „Unsere Strategie der Konsolidierung und Transformation ist die richtige“, so Haas. Man halte weiterhin am Plan fest, das Metro-Paket zu einem sinnvollen Zeitpunkt zu veräußern – dieser sei aktuell offenbar noch nicht gekommen.

Positive Online-Entwicklung

Nach einem Verlust von 19 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum stieg der EBIT auf 38 Millionen Euro. Beeinflusst wurden die Ergebnisse von einigen Einmaleffekten des Vorjahres, etwa vom Wegfall der Saturn-Mehrwertsteuer-Aktion. Zufriedenstellend entwickelt sich das Online-Geschäft. Der Online-Umsatz von MediaMarkt und Saturn konnte um 11 Prozent zulegen (5 Prozent einschließlich Pure-Player), der Anteil am Gesamtumsatz beträgt mittlerweile 12,2 Prozent (11,6 Prozent im Vorjahr).

Die Wachstumsraten sind deutlich durch die Redcoon-Abwicklung beeinflusst. Die Schließung werde das Ergebnis auch in den kommenden Quartal geringfügig belasten, die Entscheidung sehe man aber nach wie vor als richtig, da sich das Online-Geschäft von MediaMarkt und Saturn zufriedenstellend entwickelt. Künftig soll weiterhin in Online und Mobile investiert werden. Und das übrigens auch unbedingt DSGVO-konform, wie Pieter Haas klarstellt. Seit zwei Jahren arbeite man intensiv an der Umsetzung der DSGVO, hat sich dabei permanent mit den Datenschutzbehörden abgestimmt. 

International nicht gegen Amazon – Rückzug aus Russland?

Auch auf das in dieser Woche bekannt gegebene Bündnis mit Fnac Darty ging das Unternehmen nochmals ein und stellte gleich klar, dass davon für 2018 noch kein Ergebnisbeitrag einkalkuliert ist, sondern frühestens ab dem kommenden Jahr. Haas sagte zudem, dass die European Retail Alliance nicht per se als Gegengewicht zu Global Playern wie Amazon und Alibaba gedacht ist. Im Allgemeinen müssten Retailer in Europa zusammenarbeiten, „weil jeder von uns allein nicht groß genug ist, um es mit Amazon, Google oder den größten Lieferanten aufzunehmen.“ Ziel ist es, die führende CE-Plattform in Europa zu schaffen und natürlich sind weitere Unternehmen eingeladen, der Allianz beizutreten.

International stehen bei Ceconomy ohnehin einige Änderungen bevor. In Polen werden MediaMarkt und Saturn unter der Marke MediaMarkt zusammengeführt, um damit den Branchen-Marktführer zu bilden, ganz im Sinne der Ceconomy-Strategie „Lead or Leave“. Unklar ist hingegen, wie es im schwierigen russischen Markt weitergeht. Neue Informationen oder eine Tendenz ließ sich Haas nicht entlocken. Man sei aktuell nicht davon überzeugt, in Russland eine Führungsposition aufbauen zu können, dies weise aber noch nicht auf einen Verkauf hin. Ceconomy verhandelt mit dem russischen Konkurrenten M.Video über einen Verkauf der Filialen. Weitere Einzelheiten möchte man zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht preisgeben.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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