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Fusion von Galeria Kaufhof und Karstadt: Erste Details zum Joint Venture

Veröffentlicht: 05.07.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 05.07.2018

Eine Fusion der beiden Warenhausketten Galeria Kaufhof und Karstadt könnte kurz bevorstehen. Beide Unternehmen haben jetzt eine Absichtserklärung unterschrieben, die ein Joint Venture vorsieht. Erste Details zu einer möglichen Kooperation sind bereits an die Öffentlichkeit gedrungen.

Konzept Fusion
© Mellimage / shutterstock.com

Bereits vor einigen Wochen gab es das überraschende Gerücht, dass sich Galeria Kaufhof und Karstadt in Gesprächen über ein mögliches Gemeinschaftsunternehmen befinden. Nun wurde von den beiden Kaufhausketten-Eigentümern HBC (Kaufhof) und Signa (Karstadt) eine Absichtserklärung unterzeichnet. Auf 200 Seiten soll unter anderem der Zusammenschluss von Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport zu einem Joint Venture festgehalten worden sein. Wie die WirtschaftsWoche schreibt, trägt die Vereinbarung den Titel „Vereinbarung zu einer Fusion unter Gleichen im europäischen Warenhaus-Geschäft“ („Wrapper Agreement proposed Merger of Equals for the European Department Store Business“).

Insider: „Der Deal ist im Ganzen ausgehandelt“

Die beiden Kaufhausketten sollen sich nach Insiderinformationen über den Zusammenschluss bereits geeinigt und erste Details festgelegt haben. So schreibt die Süddeutsche Zeitung, dass „Signa für etwa 100 Millionen Euro 51 Prozent des Warenhausgeschäfts von Kaufhof übernimmt, und zwar ohne Bankschulden“. Die Übernahme soll bereits Ende Juli abgeschlossen sein.

Dass der Fusion an die 15 Filialen zum Opfer fallen sollen, ist nach Informationen der Süddeutschen Zeitung falsch. Es soll lediglich die Schließung von drei bis fünf defizitären Stores in Betracht gezogen werden. Wie die WirtschaftsWoche herausgefunden haben will, soll sich die Zentrale des Gemeinschaftsunternehmens künftig in Köln oder einer anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen befinden. Dass der Karstadt-Stammsitz in Essen wegfällt, soll wiederum bereits als sicher gelten.

Auswirkungen auf den E-Commerce?

Der Zusammenschluss beider Unternehmen würde vor allem das Bild des stationären Handels drastisch verändern. Aber wie sieht es aber mit dem E-Commerce aus? Laut einer Analyse von t3n dürften es beide Kaufhausketten auch mit vereinten Kräften schwer haben, sich gegen die großen Player der Branche durchzusetzen. Sowohl bei Karstadt als auch bei Galerie Kaufhof waren die Digitalisierungsbemühungen in den letzten Jahren eher dürftig, über Omnichannel-Konzepte, Click and Collect-Ideen und Mobile-First-Strategien ging es nicht hinaus. In Sachen revolutionäre Ideen ist also noch viel Luft nach oben. Immerhin wurde bei Karstadt bereits ein digitales Schaufenster integriert und die Idee zu einem Shop-im-Shop-Konzept präsentiert. Bei dieser können sich Online-Händler Flächen in den Filialen der Warenhauskette mieten und ihre Produkte auch stationär anbieten.

Wie beide Unternehmen ihre jeweiligen Projekte unter einen Hut bekommen und gegebenfalls zusammenbringen, wird die Zukunft zeigen.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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