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Metro-Aufspaltung: Schwieriger als erwartet, Hoffnungen nicht erfüllt

Veröffentlicht: 12.07.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 12.07.2018 | Gelesen: 1464 mal

Ein Jahr nach der Aufspaltung der Metro in die Konzerne Ceconomy und Metro haben sich die Hoffnungen nicht erfüllt. Die Konzernspitzen halten den Schritt dennoch für richtig.

Metro Group Hauptgebäude
© Grand Warszawski / Shutterstock.com

Heute vor einem Jahr gab das Amtsgericht Düsseldorf grünes Licht für die Aufspaltung des ehemals größten Handelskonzerns Deutschlands: Nach 20 Jahren wurde Metro in die Elektronikkette Ceconomy und den Lebensmittelhändler Metro inklusive der Supermarktkette Real aufgespalten. Das sollte zu mehr Wachstum führen, weil die Einzelkonzerne sich besser auf die Zielgruppen konzentrieren können und zu mehr Börsenwert, „weil Mischkonzerne wie die alte Metro an der Börse in der Regel schlechter bewertet werden als klar fokussierte Unternehmen“, so Internet World via DPA.

Hoffnungen nicht erfüllt

Doch ein Jahr später haben sich die mit der Aufspaltung verbundenen Hoffnungen (bislang) nicht erfüllt. Besonders deutlich wird das am Börsenkurs: Vor der Aufspaltung lag die Metro-Aktie bei 29 Euro, aktuell kommen beide Nachfolgeunternehmen zusammen auf 19 Euro. Die „neue“ Metro musste im Frühjahr eine Gewinnwarnung aussprechen, Ceconomy veräußerte kürzlich das Russlandgeschäft von MediaMarktSaturn und kündigte daraufhin eine Ergebnisbelastung an. Das alles wirkte sich auch auf die Aktien der Unternehmen aus.

„Wir haben im russischen Markt Fehler gemacht, deswegen haben wir Federn gelassen“, sagt Metro-Chef Olaf Koch. Mit einer falschen Preisstrategie wurden Kunden vergrault. In Deutschland wiederum scheiterten Verhandlungen mit Verdi über eine neue Lohnstruktur bei Real. Bei Ceconomy streitet man sich nach wie vor mit der Kellerhals-Familie. Zudem belastet die Beteiligung an der Metro das Geschäft.

Talsohle durchschritten?

Dennoch zeigen sich beide Unternehmen kämpferisch und nach wie vor überzeugt von der Trennung. „Der Schritt, die beiden Unternehmen aufzuteilen, macht aus heutiger Sicht sogar mehr Sinn als zuvor“, sagt Metro-Chef Olaf Koch. Angesichts des immer weiter steigenden Wettbewerbs sei „jede Ablenkung vom Kerngeschäft schädlich“. Ceconomy-Chef Pieter Haas sieht das genauso: „Unsere Strategie stimmt und wir haben einen klaren Plan, den wir konsequent abarbeiten.“

Für Ceconomy hieß das in diesem Jahr bereits die angesprochene Lösung für das defizitäre Russlandgeschäft, die Abwicklung von Redcoon und die Kooperation mit der französischen Elektronikkette Fnac Darty. Metro auf der anderen Seite werde das Russlandgeschäft mit neuem Management stabilisieren und setzt große Hoffnungen auf Real, das mit wachsender Online-Präsenz punktet.

Bis man von der Aufspaltung tatsächlich als Erfolg sprechen kann, ist es noch ein weiter Weg. „Wir wollen nach oben und wir wollen oben bleiben. Aktuell sind wir vom Gipfelkreuz noch ein deutliches Stück entfernt“, schrieb Pieter Haas in einem Brief an die Mitarbeiter.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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