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Amazon: Birkenstock-Angebote sorgen für Verwirrung

Veröffentlicht: 19.07.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 19.07.2018

Verschiedene Angebote auf Birkenstock-Schuhe am Prime Day sorgten offenbar für Verwirrung. Einige Medien sahen darin eine Rückkehr des Herstellers zum Marktplatz, doch Birkenstock dementiert das. Am Ende der Geschäftsbeziehungen habe sich nichts geändert, heißt es.

Sandalen auf einem Steg
© Stiver – Shutterstock.com

 

Am Prime Day wurden zahlreiche Produkte mit teils großen Rabatten verkauft. Unter den Angeboten fanden sich auch einige Modelle des Schuhherstellers Birkenstock. Das Unternehmen hatte Amazon Anfang 2018 den Rücken gekehrt und die Belieferung des Marktplatzes europaweit eingestellt (wir berichteten). Zuvor hatte Birkenstock bereits in den USA die Geschäftsbeziehungen beendet und Amazon nicht mehr mit seinen Produkten beliefert. Dass am Prime Day nun wieder einige Birkenstock-Modelle im Angebot waren – und teilweise direkt durch Amazon verkauft wurden – sahen einige Medien als Zeichen, dass Birkenstock doch zum Marktplatz zurückgekehrt sei.

Birkenstock dementiert Meldungen

Doch Birkenstock reklamierte diese Meldung umgehend. Die Meldung sei schlichtweg „falsch“, teilte das Unternehmen den entsprechenden Medien mit. Der Vertrag mit Amazon sei gekündigt und dabei bleibe es, bekräftigte das Unternehmen der Süddeutschen Zeitung zufolge. Woher die Angebote kamen, scheint allerdings nicht ganz klar. Birkenstock selbst mutmaßt, dass Amazon Restbestände oder Waren, die aus anderen Kanälen bezogen wurden, verkauft habe. Amazon Deutschland wolle sich auch nicht wirklich erklären, schließe sich aber der Erklärung des Herstellers an.

Für Birkenstock ist das Angebot auf Amazon ein rotes Tuch. Der Hersteller rufe inzwischen den Gesetzgeber dazu auf, aktiv zu werden, berichtet die Süddeutsche. „Der solle dafür sorgen, dass große US-Plattformen wie Amazon ihre Vertriebskanäle ‚sauber‘ halten und dass alle Vertriebskanäle gleich behandelt werden“, heißt es weiter. Birkenstock kritisierte auch das Bundeskartellamt, nicht mehr zeitgemäß zu agieren – ein Vorwurf, den das Kartellamt für nicht gerechtfertigt erachtet.

Kunden könnten in die Irre geführt werden

Problematisch ist der Fall Birkenstock, weil Verbraucher kaum erkennen, dass die Schuhe nicht offiziell von Birkenstock geliefert wurden. Das heißt nicht, dass die verkauften Schuhe Fälschungen sind, aber die Produktpräsentation vermittelt ein falsches Bild. Selbst die Fachmedien, die fälschlicherweise dachten, Birkenstock hätte die Belieferung wieder aufgenommen, titelten, dass der Hersteller sogar einen eigenen Shop auf dem Marktplatz habe. Wenn schon Branchenexperten derart verwirrt sind, wie soll es dann den Otto-Normal-Verbrauchern gehen?

Birkenstock will unterdessen verhindern, dass die eigenen Produkte überhaupt auf Amazon verkauft werden. Das Unternehmen wolle das sogar vor dem Landgericht Düsseldorf erwirken, berichtet die Süddeutsche. Anfang 2018 hatte der Schuhhersteller immerhin erwirkt, dass Amazon keine sogenannte Tippfehler-Werbung mit der Marke durchführen dürfe. Damit dürfen keine Anzeigen mehr geschaltet werden, wenn nach Begriffen wie „Brikenstock“, „Birkenstok“ oder „Bierkenstock“ gesucht wird.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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