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Migration von DaWanda-Händlern: Etsy ist zufrieden

Veröffentlicht: 19.07.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 19.07.2018

Was bedeutet das DaWanda-Aus für Etsy? Wir haben bei dem US-amerikanischen Handmade-Marktplatz nachgefragt.

Linda Koszlowski
Etsy-COO Linda Koszlowski (Foto: Etsy)

Die Schließung von DaWanda steht zum 30. August 2018 an. Bis dahin haben DaWanda-Händler noch die Möglichkeit, ihre Shops und Produkte über ein eigens eingerichtetes Tool kostenlos zu Etsy umzuziehen. Das hatte DaWanda direkt mit der Ankündigung, dass die Plattform schließt, bekannt gegeben (wir berichteten). Beide Marktplätze teilen eine „gemeinsame Vision sowie gleiche Ziele und Werte“, hatte DaWanda-Chefin Claudia Helming erklärt. Wenn DaWanda seine Pforten schließt, werden Besucher automatisch zu Etsy weitergeleitet.

Stellt sich die Frage, wie viel der US-amerikanische Konkurrent im Vorfeld wusste und wann das Tool für die Shop-Migration entwickelt wurde. Auf Nachfrage hält Etsy sich bedeckt und gibt keine Antwort. Man kommentiere generell „in keiner Weise Entscheidungen der Geschäftsleitung von DaWanda“, lässt das Unternehmen wissen. Die Vereinbarung mit DaWanda sei aber geschlossen worden, weil man den Händler „ein neues Zuhause“ bieten wolle. Für Etsy bedeutet das auch, dass man die eigene Community in Deutschland und Mitteleuropa erweitern kann.

Etsy ist sehr zufrieden

„Wir sind sehr zufrieden mit der Anzahl der DaWanda-Verkäufer, die bisher mit ihren Shops und Artikeln erfolgreich auf Etsy umgezogen sind, und konzentrieren uns weiterhin darauf, die Migration so einfach wie möglich zu gestalten“, erklärt Linda Koszlowski, COO bei Etsy, auf Anfrage von OnlinehändlerNews. „Deutschland ist schon lange ein Kernmarkt für Etsy. Auch in Zukunft werden wir weitere lokale Investitionen tätigen, die unsere Verkäufer unterstützen und die Etsy-Gemeinschaft erweitern.“

In diesem Jahr wolle Etsy seine Gesamtausgaben im Direktmarketing um 40 Prozent erhöhen, heißt es aus Unternehmenskreisen. Vor allem in Deutschland soll mehr Geld in das Direktmarketing fließen. In wenigen Wochen soll eine groß angelegte Kampagne zur zusätzlichen Käuferwerbung auf dem deutschen Markt eingeführt werden – dabei will Etsy unter anderem auch unter Erst-Käufern Geschenkkarten verlosen. 

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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Kommentare  

#21 Maria Klockner 2018-10-30 06:12
wer sich selbst nicht weiterentwickel t und weiter in der Mentalität des „Kleinkariertem “ verharrt,wird ebenso wie Da Wanda sicher keinen Erfolg auf Dauer haben.
Selbst fand ich alle Lösungen des Unzugs sehr kundenfreundlic h und kann über viele Kommentare hier nur den Kopf schütteln.
Bin sehr zufrieden und auch bei Etsy sehr gut aufgehoben.
Armes Deutschland wo alles Bitteschön einem vor die Nase gelegt werden muss.
Unglaublich
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#20 Jacqueline 2018-10-22 17:26
Wie wäre es mal jetzt die Händler die von Dawanda damals umgezogen sind zu fragen wie es Ihnen nun auf Etsy geht?!

Mich würde auch interessieren wieviele neue deutsche Käufer nun auf Etsy zu finden sind.

Sehe ich meine Verkäufe auf Etsy scheinbar niemand.
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#19 Mermaid 2018-09-19 12:51
Ich war nur Käufer bei Dawanda. Etsy hatte ich nach dem Aus von Dawanda angeschrieben, da man als reiner Käufer keinerlei Nachricht bekam, was eigentlich mit den hinterlegten Daten passiert und ob die mal eben zu Etsy wandern.
Schon bis ich eine Kontakt-Adresse gefunden hatte... Und Etsy hat noch nicht mal einen deutschsprachig en Kundenservice. Um so etwas hätte man sich auch beizeiten kümmern können.
Ich werde kein Kunde bei Etsy.
(Die Daten sind übrigens nicht bei Etsy gelandet, von daher war alles ok).
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#18 micro 2018-09-08 23:18
ich verschmähe die ganzen abzocker Plattformen (bis auf wenige wie z.B. Artmajeur, oder Kunstnet ) schon lange.
Der angebliche "easy Umzug" von Da nach E hat bei mir schon gar nicht funktioniert. Böse Zungen behaupten, wäre nur für Dawa Top Verkäufer möglich gewesen :-). Verkauft habe ich bei Etsy seit 2017 gerade mal 1 Artikel (lächerlich) demzufolge investiere ich auch so gut wie nix mehr an Einstellgebühren.
Beste Umsätze und Stammkunden erziele und gewinne ich auf div. Märkten
selbstverständlich auch über Direktverkauf ab meinem Atelier und Veranstaltungen und Ausstellungen über Künstlervereine.
Und - rechtssicher ist das immer !
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#17 Mia 2018-07-23 11:38
Ich freue mich, das Etsy zufrieden ist und ich denke DaWanda wird es auch sein, ein Deal - wie auch immer das Geld geflossen ist - wo der Verkäufer (in diesem Fall der Kunde) auf der Strecke bleibt.

Sicherlich sind viele Verkäufer (erst einmal) zu Etsy umgezogen, denn die Drohung nach dem aus sind alle Daten weg, hat zu einem Unzugsansturm geführt. An dieser Stelle sollte sich Etsy aber auch die Frage stellen, werden die Verkäufer diesen Umzug nicht nur als Zwischenspeiche r nutzen oder wirklich mutig sein wie ein Löwe und den Shop online stellen?

Ich habe auch den Zwischenspeiche r genutzt, um meine jahrelange Arbeit und meine Kundenbewertung en nicht vollständig zu verlieren, aber so lange Etsy nicht rechtssicher ist, wird es ein Zwischenspeiche r bleiben. Ich hatte 2014 bei Etsy einen Shop und habe ihn auch schnell wieder geschlossen.

An dieser Stelle frage ich mich immer wieder, wie kann und darf Etsy eigentlich im deutschsprachig en Raum ihr System online stellen, alles ist reglementiert in diesem Land. Bei jeder Kleinigkeit wird - natürlich nur den Verkäufern - auf die Finger geklopft und eine hübsche Summe in Rechnung gestellt, dass man dies oder jenes zu unterbinden hat. Aber Etsy - weiß seit Jahren - von dem Problem der nicht vorhandenen Rechtsicherheit und verkauft munter weiter. Aber nicht nur Etsy weiß dass seit Jahren, auch DaWanda wusste von dieser Unsicherheit und hat uns hübsch an Etsy verkauft.

Hier kann ich nur sagen Danke DaWanda, es war mir eine Freude mit Dir Geschäfte zu machen, die letzten 6 Jahre waren mir eine Freude.

Leider ist Ihr Abgang nicht ganz so schön gelungen, wenn z.B. man selbst am Tag der Bekanntmachung noch hübsch seine Einstellgebühre n (voll) bezahlen durfte für 3 Monate, die es aber nicht mehr gibt. Die Nachfrage, ob man die Einstellgebühre n (anteilig) wieder gutgeschrieben bekommt, wurde höflich verneint. Man bekommt sie ja von Etsy wieder. Such den Fehler, zu dem Zeitpunkt hatte ich einen Vertrag mit DaWanda und nicht mit Etsy. Das ist für mein Rechtsverständn is Betrug! Sogar einen Shop konnte man noch öffnen.

Mit so einem Abgang verdient man sich keine Lorbeeren, aber ich freue mich, wenn DaWanda oder Etsy zufrieden sind, das sie weder rechtsicher noch Kundenfreundlic h sind. In diesem Fall bin ich der Kunde!
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#16 Christiane 2018-07-22 15:36
Es ist einfach gruselig, wie mit uns Verkäufern bei DaWanda umgegangen wird.

Wieso kann ich mir meine beendeten Angebote (alles, was vor Mitte Mai verkauft wurde) ??? Ich klicke einen Artikel an und lande auf der Eingangsseite von Etsy.com !!!! Das ist mehr als unverschämt ! Ich habe ein Recht auf meine Daten und zwar alle und ich möchte meinen Shop bis zum 30.08. ganz normal nutzen können !!!
Ich will nichts mit Etsy - man könnte auch sagen Ätzi - zu tun haben, die nicht mal eine rechtssichere Plattform bieten. Was soll ich da ?
Und ich möchte nicht ständig daran erinnert werden, dass ich doch jetzt meinen Shop ebei etsy einrichten soll....man könnte glatt auf die Idee kommen, dass die Frau Hellming Provision für jeden einzelnen Shop bekommt.....die ganze Aktion ist einfach nur noch widerlich.
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#15 Monika Görich 2018-07-22 12:34
Ich bin auch zu etsy und eine Menge meiner Stammkunden mit. Ich musste rüber, muss verkaufen, ich lebe von dem Shop. ABER wenn etsy nicht in die Puschen kommt und es für deutsche und europäische Händler rechtssicher hinbekommt, laufen ihr deutsche Schäfchen davon, sowas machen wir auf Dauer nicht mit. In meinen Augen hat sich etsy viel zu wenig informiert was deutsches Recht angeht. Einen grundpreis nicht in gramm angeven zu können ist ein Unding, von anderen Dingen ganz zu schweigen. Leider gibt es momentan wenig bis gar keine Alternativen, palundu viel zu überlastet und zu langsam, andere Plattformen kommen gerade erst.

Etsy sollte anfangen etwas zu tun sonst kann der Schuß auch nach hinten losgehen. Das das eine abgesprochene sache war kann sich jeder denken, solche Zufälle gibt es nicht. Sollte bei etsy in den nächsten Monaten nix passieren hören viele wieder dort auf, da bin ich mir sicher
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#14 Kerstin 2018-07-21 16:50
Ich muss sagen, dass ich mich regelrecht von DaWanda genötigt und gedrängt fühle, meinen Shop bei Etsy zu eröffnen. Dort möchte ich keinen Shop eröffnen, weil die Plattform nicht rechtssicher für deutsche Verkäufer ist. Die Anwälte erstellen zwar die Rechtsstexte, sie betonen aber ausdrücklich, dass ein Restrisiko bleibt. Wenn man bedenkt, wie die Abmahnwelle über DaWanda schwappte, kann kann ich mir schon lebhaft vorstellen, was dann erst bei Etsy los sein wird.

Auf meine beendeten Produkte kann ich nicht mehr zurückgreifen, was ich als absolute Unverschämtheit empfinde. Es hieß, man könne bis 30.08 auf seine Daten zurückgreifen. Diese Behauptung stimmt schon einmal nicht. Es geht nicht nur um die Produktbilder, auf die nun nicht mehr zurück gegriffen werden kann, es geht auch um die vielen Artikelbeschrei bungen.

Für mich hat dies alles ein G`schmäckle.
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#13 BMB 2018-07-20 18:10
Ich habe es auch so gemacht wie Nurana und bin zu PALUNDU gegangen. Vorher hatte ich mich bei etsy mal umgesehen und viele Verkäufer entdeckt, die seit Jahren ihre Artikel dort anbieten und nicht eins verkauft haben. Ich denke, es ist alles viel zu groß dort.
Jetzt hoffe ich nur, dass PALUNDU bekannter wird und auch Käufer anlockt.
Bei Dawanda hab ich übrigens das Palundu-Banner drin und kann das nur empfehlen, damit "Stammkunden" wissen, wo man in Zukunft zu finden ist ;)
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#12 AundM 2018-07-20 13:19
Es stellt sich auch die Frage, warum DaWanda die Hintergründe des Plattformende nicht direkt und vollständig offenlegte: Nämlich die verheerende Abmahnwelle durch EINEN einzelnen Abmahnverein, der innerhalb eines Jahres vermutlich mehr als 10-20% aller deutschen Händler auf DaWanda abmahnte.
DaWanda selbst spricht hier von 7000 abgemahnten Shops in 2017:
https://www.gruenderszene.de/business/abmahnungen-dawanda-aus

Warum geben Sie diesen Zusammenhang erst viel später bekannt - als der Großteil der allgemeinen Presseartikel zum DaWanda-AUS schon erschienen war ?
Hier liegt doch die Vermutung nahe, dass sie all jene DaWanda-Händler nicht verschrecken wollten auf das NICHT-RECHTSSIC HERE Etsy umzuziehen, welche die Abmahnwelle bis dato verschont hatte !
All jene, die vielleicht noch keinen Gedanken daran verschwendet hatten, wie viele Shops tatsächlich wegen angeblicher "Bagatellverstö ße" auf DaWanda abgemahnt wurden....
Vielleicht hat der Abmahnverein Etsy bisher noch nicht "entdeckt".... aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit.
Was gedenken die "Abmahnschutzve reine" hier zu unternehmen ?
Lediglich auf Rechtsunsicherh eiten hinzuweisen, halte ich für ein bißchen dürftig !
Warum wird nicht auf die Plattform selbst mehr Druck ausgeübt. Wer sollte das sonst machen, wenn nicht die Verbände, welche sich den "Abmahnschutz" auf ihre Fahnen schreiben ?
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