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Zwei Monate DSGVO: Deutschland im internationalen Vergleich abgeschlagen

Veröffentlicht: 25.07.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 25.07.2018 | Gelesen: 2286 mal

Nach genau zwei Monaten Datenschutzgrundverordnung scheinen die hiesigen Unternehmen noch immer nicht konform mit den neuen Regelungen zu sein. Eine neue Studie hat jetzt ergeben, dass Deutschland im internationalen Vergleich mit Abstand am schlechtesten abschneidet.

DSGVO-Schriftzug auf Tafel
© Datenschutz-Stockfoto / shutterstock.com

Zwei Monate ist es her, seit die viel diskutierte Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten ist. Die strengen Anforderungen und drakonischen Strafen von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes sorgten bei Unternehmen weltweit für erhöhten Handlungsbedarf. Dennoch blieb die prophezeite Abmahnwelle vorerst aus. Allzu sicher sollten sich hiesige Firmen dennoch nicht fühlen. Wie eine Studie des Datenmanagementspezialisten NetApp jetzt ergab, hinken besonders deutsche Unternehmen beim Thema DSGVO nach wie vor hinterher.

IT-Entscheider sehen Anforderungen nicht erfüllt

Befragt wurden 1.106 IT-Entscheider aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. Das Ergebnis: Deutschland ist nach Angaben der Teilnehmer am schlechtesten vorbereitet. Kurz vor dem Stichtag zur DSGVO sahen sich gerade einmal 57 Prozent in der Lage, die Verschlüsselung von persönlichen Daten gewährleisten zu können, zitiert das E-Commerce Magazin die Studie. In Großbritannien waren dies immerhin 69 Prozent, in den USA 64 Prozent und in Frankreich 63 Prozent.

Auch heute noch sehen sich viele hiesige Firmen (55 Prozent) nicht in der Lage, die Datenintegrität sicherzustellen. Lediglich 35 Prozent seien imstande Datenpannen innerhalb von 72 Stunden der zuständigen Behörde zu melden.

Schlechte Ergebnisse stammen aus unzureichender Vorbereitung

Der Grund für die schlechten Ergebnisse scheint in der unzureichenden Vorbereitung zu liegen. Laut NetApp haben nur 40 Prozent der deutschen Firmen im Frühjahr 2018 und kurz vor Inkrafttreten der DSGVO einen entsprechenden Experten aufgesucht und dessen Empfehlungen umgesetzt. In den USA und Frankreich taten dies immerhin 63 bzw. 48 Prozent. Nur 16 Prozent aller befragten deutschen Teilnehmer haben in geschultes Personal investiert und ganze zwei Prozent gaben sogar an, nichts für die neuen Regeln der DSGVO unternommen zu haben.

Die Studie von NetApp zeigt, dass deutsche Unternehmen noch immer einen erhöhten Nachholbedarf in Sachen DSGVO-konformes Datenmanagement haben. Um nicht ins Visier der Abmahner zu geraten, sollten möglichst schnell entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#1 Heidemann 26.07.2018, 16:27 Uhr
wer´s glaubt wird seelig !
ich kenne genügend ausländische Händler - die es bis Heute noch nicht mal geschafft haben - Händlerstatus ,AGB oder Datenschutzrege ln zu präsentieren - geschweige von Rücknahmen usw. ,und ausgerechnet die lieben Westeuropäer die alle vorherigen Verordnungen /Gesetze einfach ignoriert haben - und das wohl auch noch gepaart mit Staatlichen desinteresse - die sollen nun die Vorbilder in der umsetzung dieses "Teufelswerks" sein ???
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