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Amazon: Marktplatz-Geschäft wächst kräftiger als Eigenhandel

Veröffentlicht: 30.08.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 30.08.2018

Amazon hat immer wieder bewiesen, dass sich der Konzern möglichst unabhängig von Dritten entwickeln möchte. Doch ein Blick auf die Online-Handelssparte zeigt, dass die Händlerumsätze des Marktplatzes ein beeindruckendes Wachstum hingelegt haben – und für Amazon wichtiger sein dürften denn je.

Amazon Logo auf einem Smartphone
© mirtmirt / Shutterstock.com

Als Händler und Produkt-Suchmaschine hat sich Amazon einen Rang im E-Commerce erarbeitet, der für viele Konkurrenten schier unangreifbar ist. Doch wer glaubt, dass das Marktplatz-Geschäft aufgrund des gut laufenden Eigenhandels fast zu vernachlässigen ist, der irrt.

Eine Analyse des IFH Köln hat sich nämlich sowohl mit der Entwicklung des Eigenhandels als auch der Entwicklung des Marktplatzhandels von Amazon befasst. Und sie zeigt: Die Geschäfte auf dem Marketplace haben in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum hingelegt.

Wachstum: Marktplatz hat Eigenhandel längst überholt

„Während Amazons Eigenhandel seit Jahren seinen Anteil an den deutschen Onlineumsätzen ‚nur‘ noch hält, wird Amazons Wachstum primär vom Marktplatzgeschäft getrieben. Das starke Marktplatzgeschäft wächst nicht nur schneller als der Eigenhandel, sondern hat den Eigenhandel längst überholt“, schreibt das IFH Köln auf seiner Website. Deutlich macht dies auch eine entsprechende Grafik:

Im Jahr 2016 hat der Marktplatzbereich den Eigenhandel erstmalig überholt: Damals konnten die externen Händler also zum ersten Mal anteilig mehr Umsätze generieren, als Amazon über den Eigenhandel liefern konnte. Und die Tendenz zeigt weiter nach oben. „Denn trotz des bereits fulminanten Marktplatzwachstums in den letzten Jahren, ist noch kein Ende in Sicht. Über den Marktplatz generiert Amazon als Plattform wertvolle und in besonderer Weise skalierbare Umsätze und wird dadurch selbst immer weniger abhängig von Produktmargen“, heißt es weiter.

Amazon nutzt Marktplatz auch als Teststrecke

Dabei bildet das Marktplatzgeschäft für Amazon auch eine Art Probe- oder Teststrecke. Denn wenn das Unternehmen auf dem Marktplatz seine Kategorien erweitert, sich neuen Sortimenten öffnet und neue Produkte ins Repertoire nimmt, so sei dies für Amazon selbst mit nur geringem Risiko verbunden. „Laufen die Produkte über den Marktplatz erfolgreich und etablieren sich im Amazon-Sortiment, so steigt Amazon nach dem Test über den Marktplatz mit geringerem Risiko in den Eigenhandel und langfristig sogar in die Eigenproduktion ein“, fasst der IFH Köln zusammen.

Diese Strategie birgt für die Händler an sich natürlich wieder großes Konkurrenz- und Gefahrenpotenzial. Auf der anderen Seite kommt man als Anbieter aktuell kaum um den Verkauf über den Amazon Marktplatz herum. Der Zwiespalt, der mit dem Marketplace-Handel einhergeht, dürfte also für viele weiterhin bestehen bleiben.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Tina Plewinski

Kommentare  

#1 Rainer 2018-08-30 09:29
Die Analyse ist totaler Käse.
Ich bin selbst Vendor & Marketplace-Anb ieter und kann sagen, dass Amazon einfach nur häufiger die Buybox an China-Fälscher + Steuerbetrüger verliert.

Ein weiterer Punkt ist, dass Amazon keine ausreichenden Kapazitäten mehr für den Selbstversand hat, daher Programme wie Prime-durch-Ver käufer oder Vendor-Direktli eferungen. Umsätze werden derzeit mit allen Mitteln auf den Marketplace gelenkt.
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