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Werbeaktion: Amazon kippt Versandkosten für Nicht-Prime-Kunden

Veröffentlicht: 31.08.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 31.08.2018 | Gelesen: 5025 mal

Die Vorweihnachtszeit rückt unaufhaltsam näher. Und mit einer aktuellen Werbeaktion macht Amazon erneut eines deutlich: Man will so viele neue Stammkunden wie möglich generieren und hat dazu bereits konkrete Strategien in petto.

Amazon-Pakete liegen übereinander gestapelt
© christianthiel.net / Shutterstock.com

Der kostenlose Premiumversand für Produkte, die Amazon selbst verkauft oder von Amazon verschickt werden, gehört zu den wichtigsten Argumenten für eine Prime-Mitgliedschaft. Wie wichtig genau, zeigen die Resultate einer neuen Umfrage, die das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PWC in diesem Jahr durchgeführt hat und bei der knapp 22.500 Menschen befragt wurden. Dabei gaben fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) an, dass der unbegrenzte Gratis-Versand der größte Vorteil der Prime-Mitgliedschaft sei.

Umfrage zu Vorteilen für Amazon Prime
© Statista

Kunden erhalten Prime-Versandvorteile ohne Zusatzkosten

Aus diesem Grund hat Amazon nun eine Werbeaktion gestartet, die vielen Konkurrenten nicht gefallen dürfte: Das Unternehmen hat die Versandkosten, die für Nicht-Prime-Kunden normalerweise innerhalb Deutschlands und auch nach Österreich anfallen, vorübergehend gestrichen. Zumindest unter bestimmten Voraussetzungen.

Normalerweise können Nicht-Prime-Kunden erst ab einem Einkaufswert von 29 Euro von einem Gratisversand profitieren. Im Rahmen der Aktion bekommen sie jedoch annähernd jene Versandvorteile, die üblicherweise nur den zahlenden Stammkunden vorenthalten sind. Gültig ist der kostenlose Versand für Produkte, die direkt von Amazon angeboten werden („Verkauf durch Amazon“). Dazu müssen die Kunden lediglich einen entsprechenden Aktionscode bei ihrer Bestellung eingeben.

Um die Aktion massenwirksam zu vermarkten, wirbt Amazon an prominenter Stelle – nämlich in einem entsprechenden Slider auf der Startseite – für die Aktion. Diese läuft bis einschließlich 4. September 2018.

Banner für kostenlosen Versandaktion auf Amazon
© Amazon

Gratis-Versand soll neue Prime-Kunden locken

Amazon dürfte bei der Aktion zwei Ziele verfolgen: Wie wir erst kürzlich berichtet haben, scheinen die Umsatzanteile am Amazon-Eigenhandel seit Jahren zu stagnieren, während die Umsatzanteile der Marktplatzhändler eine enorme Entwicklung hingelegt haben. Mit der Gratisversand-Aktion dürfte Amazon die Verkäufe eigener Produkte (zumindest kurzfristig) deutlich anheben.

Hinzu kommt natürlich der Fakt, dass Amazon den Noch-Nicht-Prime-Kunden die Vorteile einer kostenpflichtigen Prime-Mitgliedschaft schmackhaft machen möchte. Besonders mit Blick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft ist Amazon viel daran gelegen, die Zahlen seiner Stammkunden nach oben zu treiben. Denn wie weitere Studien zeigen, verbringen zahlende Prime-Kunden nicht nur mehr Zeit auf der Amazon-Plattform, sondern kaufen auch häufiger und mehr ein. Darüber hinaus scheinen Prime-Kunden vergleichsweise treu zu sein, sodass Vergleiche mit anderen Händlern wesentlich seltener vorgenommen werden als gewöhnlich. Amazon hat also allen Grund dazu, neue Premium-Kunden zu locken.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Tina Plewinski

Kommentare  

#1 Dieter 2018-08-31 09:02
Manchmal frage ich mich wie dumm Endverbraucher eigentlich sind.
Amazon schenkt doch keinem Kunden die Frachtkosten sondern kalkuliert diese im Preis ein. Kauft der Kunde ein Produkt macht er alles richtig, kauft er den gleichen Artikel 2 x oder noch öfter zahlt er jedesmal die Frachtkosten mit.
Überall wird der Endverbraucher geschützt. Richtig wäre es wenn endlich hier ein Riegel vorgeschoben wird und der Verbraucher auch mal vernünftig aufgeklärt würde und die Frachtkosten richtig ausgewiesen werden, denn siese sind nunmal ein fester Bestandteil jeder Kalkulation
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