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Künstliche Intelligenz: Die Deutschen sehen eher Risiken als Nutzen

Veröffentlicht: 11.09.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 11.09.2018

Ist künstliche Intelligenz Fluch oder Segen? Eine repräsentative YouGov-Umfrage in Deutschland belegt, dass nach wie vor Vorbehalte in der Gesellschaft herrschen. Jüngere Menschen sind der KI generell wohlgesonnener.

Schlange Vorstellungsgespräch Roboter vor Mensch
© petrmalinak / Shutterstock.com

Ein Chatbot in der Service-Hotline, ein selbstfahrendes Auto, eine KI-Software, die Geschäftsberichte zusammenstellt – Künstliche Intelligenz wird mittlerweile in vielen Bereichen genutzt, doch vielen Menschen ist das offenbar noch gar nicht so recht. Das Markforschungs- und Beratungsinstitut YouGov hat im August 2.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt, was sie von künstlicher Intelligenz halten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Vorbehalte nach wie vor groß sind.

Millennials sind offener als Baby Boomer

45 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz generell gleichermaßen mit Risiko und Nutzen verbunden ist. Für gut ein Viertel ist das Risiko größer und für nur 15 Prozent ist der Nutzen größer. Allerdings variieren die Zustimmungswerte je nach Altersgruppe. Millennials (zwischen 18 und 36 Jahre) stehen dem Thema generell aufgeschlossener gegenüber, hier sehen immerhin 18 Prozent einen höheren Nutzen gegenüber 22 Prozent, für die die Risiken überwiegen. In der Generation der Baby Boomer (54 bis 72 Jahre) klafft die Schere mit 13 Prozent gegenüber 29 Prozent deutlich weiter auseinander.

KI Risiken und Nutzen Grafik
© YouGov (zum Vergrößern anklicken)

Aktienkurse ja, Vorstellungsgespräche nein

Ein differenzierteres Bild zeigt sich, wenn nach einzelnen Aufgabenbereichen gefragt wird, die von künstlichen Intelligenzen übernommen werden könnten. Autonome Autos etwa sind nach den Entwicklungen der letzten Jahre im Ansehen der Bevölkerung gestiegen. 52 Prozent der Befragten lehnt den Einsatz von KI in diesem Bereich noch ab, immerhin 37 Prozent befürworten diesen aber. Noch deutlicher „pro KI“ schlagen die Ergebnisse bei grundsätzlich wenig komplexen Aufgaben aus. Beim Erstellen eines einfachen Berichtes über den Aktienkurs eines Unternehmens befürwortet fast die Hälfte den Einsatz von KI, während nur ein gutes Drittel dagegen ist.

Anders sieht es aus, wenn es um Sicherheit, Gerechtigkeit oder die Einschätzung von Kenntnissen und Persönlichkeiten gibt. Die Steuerung von Waffensystemen durch eine KI lehnen zum Beispiel 71 Prozent der Befragten ab, bei der Bewerberauswahl für einen Arbeitsplatz sind es 73 Prozent und bei der Durchführung von Vorstellungsgesprächen sogar 77 Prozent. „Vor allem in Bereichen, in denen Gerechtigkeit eine Rolle spielt, sind die Deutschen deutlich skeptisch“, so Frieder Schmid, Senior Consultant Custom Research bei YouGov. „Durch eine klare Kommunikation und Transparenz kann diese Skepsis ein Stück weit abgeschwächt werden. Dies sieht man beispielsweise beim Thema selbstfahrende Autos.“

KI Grafik Einsatzgebiete
© YouGov (zum Vergrößern anklicken)

Die vollständigen Ergebnisse der YouGov-Umfrage gibt es hier.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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