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Amazon-Protest: Lush verkauft Hygieneartikel mit Namen von Amazon-Chef

Veröffentlicht: 13.02.2014 | Autor: Giuseppe Paletta | Letzte Aktualisierung: 13.02.2014

Ein britischer Online-Händler hat eine kreative Protestform gegen Amazon entdeckt: Er verkauft speziell entwickelte Hygieneartikel mit dem Namen des britischen Amazon-Chefs Christopher North. Dessen Namen hat sich der Online-Händler Mark Constantine sogar als geschützte Marke eintragen lassen.

Marc Constantine verkauft Hygieneartikel mit dem Namen von Christopher North.

(Bildquelle Little Boy: Karen Grigoryan via Shutterstock)

Wenn Christopher North selbstironisch wäre, dann könnte er morgen am Valentinstag im Online-Shop von Mark Constantine vorbeischauen. Christopher North, seines Zeichens Geschäftsführer von Amazon UK, würde dort Hygieneartikel mit seinem Namen vorfinden. Der Online-Händler Mark Constantine hat sich nämlich den Namen vom britischen Amazon-Chef als geschützte Marke eintragen lassen und möchte damit jetzt Produkte wie Seifen, Parfüme oder Deos unter dem Namen verkaufen. Damit protestiert der Online-Händler gegen Amazons Geschäftspraktiken.

Shampoo-Beschreibung: "Reich und zähflüssig"

Wie der britische Guardian berichtet, soll Online-Händler Mark Constantine bereits ein Shampoo namens Christopher North bewerben. Der Werbeslogan des Shampoos: „Reich, zähflüssig und viel davon.“ Das Produkt und vor allem der Slogan sind eine offensichtliche Kritik des britischen Online-Händlers an den Amazon-Chef. Diese kommt nicht von ungefähr. Dem Protest geht ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen dem kleinen Online-Händler und Amazon voraus.

„Wir haben sie 17-mal gefragt, bevor wir vor Gericht gezogen sind. Nach einer Weile merkt man dann, dass man drangsaliert wird“, sagte Mark Constantine gegenüber dem Guardian. Constantine betreibt einen Online-Shop mit dem Namen Lush, der weltweit Ableger hat. Dort vertreibt der Online-Händler vor allem ausgefallene und selbst gemachte Kosmetik- und Hygieneartikel. In dieser Woche gewann Constantine mit seinem Online-Shop einen Gerichtsprozess gegen Amazon UK.

Vor Jahren hatte Amazon UK begonnen, ähnliche Produkte wie jene von Mark Constantine anzubieten. Dabei verwendete Amazon sogar den gleichen Namen „lush“, allerdings kleingeschrieben. Amazon-Kunden die auf dem Online-Marktplatz nach den echten Lush-Produkten von Online-Händler Mark Constantine suchten, wurden von Amazon stets auf die eigenen „lush“-Produkte weitergeleitet. Hinzu kommt, dass Mark Constantine seine eigenen Produkte nie auf Amazon angeboten hat. Constantine warf Amazon vor, die Kunden bewusst zu täuschen und ihnen vorzugaukeln, dass es sich um echte Lush-Produkte handeln würde.

Klage gewonnen, aber Amazon gibt sich nicht geschlagen

Online-Händler Mark Constantine hatte zu Beginn überhaupt nicht vor, gegen den Online-Riesen Amazon vor Gericht zu ziehen. Er wollte das Problem auf freundliche Weise aus der Welt schaffen. Nachdem er allerdings 17-mal bei Amazon UK angefragt hatte und es von Amazons Seite keine Reaktion gab, entschied sich Constantine für eine Klage gegen Amazon. Im Vergleich zu vielen anderen Online-Händler konnte er die Klage gegen Amazon – nach einem drei Jahre lang dauernden Verfahren – in dieser Woche gewinnen.

Im Urteil sagte der zuständige Richter John Baldwin: „Der technologische Wandel gibt Händlern wie Amazon nicht das Recht, sich über geistiges Eigentum zu erheben und geschützte Marken wie Lush als eigene Produktkategorie zu verwenden.“

Amazon-Chef soll rasend vor Wut sein

Nachdem Amazon aber angekündigt hat, Einspruch gegen das Urteil einzulegen und sich seine Schuld nicht einzugestehen, hat Händler Mark Constantine sich nun eben für andere Methoden entschieden. „Wäre das eine normale Geschäftsbeziehung, dann wäre meine Aktion nur ein einfacher Witz gewesen. Aber es handelt sich um Amazon“, sagte Mark Constantine.

Constantin habe schon gehört, dass der Amazon UK-Chef rasend sein soll. Dennoch möchte er noch weitere Produkte unter dem Namen Christopher North vertreiben. Die Einnahmen der Christopher North-Produkte möchte der Online-Händler gegen Amazon einsetzen. Er soll auch schon Gespräche mit ersten Protestgruppen geführt haben.

Kommentare  

#1 Stephan 2014-02-14 12:43
Großartig! ;-)
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