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Nach Shitstorm: Zalando will bei Arbeitsbedingungen nachbessern

Veröffentlicht: 29.04.2014 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 29.04.2014

Vor rund zwei Wochen erschütterten die Vorwürfe einer RTL-Reporterin die Massen: In einer Dokumentation wurde über die schier unzumutbaren Arbeitsbedingungen in einem Zalando Logistikzentrum berichtet. Obwohl das Unternehmen prompt reagierte und versuchte, die aufgebrachten Kunden zu besänftigen, nahm der folgende Shitstorm gigantische Ausmaße an. Nun verspricht der Mode-Riese umfangreiche Nachbesserungen.

Nach Shitstorm: Zalando reagiert auf Kritik

(Bildquelle Zalando: Brand Name: 360b via Shutterstock)

Die Marketing-Abteilung von Zalando hatte wohl in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun. Bereits kurz nach der Ausstrahlung der RTL-Doku hatte das Fashion-Unternehmen in den sozialen Netzwerken damit begonnen, Gegenmaßnahmen einzuleiten und die wütenden Kunden zu beruhigen. Mehrfach gab Zalando Stellungnahmen ab, in denen den „unzutreffenden Vorwürfen“ widersprochen wurde.

Eine Richtigstellung stieß bei den Kunden offenbar nicht auf Gehör. Daher veröffentlichte Zalando nun erneut eine Stellungnahme, in der das Unternehmen abermals betonte, wie ernst es die Kritik an den Arbeitsbedingungen nimmt und dass es an einer intensiven Prüfung und Verbesserung der Arbeitsumstände arbeite. Im Zuge dieser angedachten Optimierungsmaßnahmen sei inzwischen ein „verantwortliches Projektteam ins Leben gerufen“ worden.

Einer der Hauptkritikpunkte, die die Reportage anprangerte, seien die harten Arbeitsbedingungen, die einige Arbeiter wohl bis zur Erschöpfung trieben. Um die eigenen Mitarbeiter zu schützen, werde Zalando nach eigenen Angaben „zusätzlich zu den Sitzmöglichkeiten im Pausenbereich, auch im Produktionsbereich Sitzmöglichkeiten“ anbieten. Dennoch verwies der Online-Riese darauf, dass – wie in der Branche üblich – ein Großteil der Arbeitsprozesse auch weiterhin im Stehen ausgeführt werden müsse.

Hinzu kämen Verbesserungen in der Pausenregelung sowie in den Schichtzeiten: Man werde „in gemeinsamer Abstimmung mit unseren Mitarbeitern“ über eine Verlängerung der Pausen von 45 auf 60 Minuten nachdenken und unter Umständen den öffentlichen Nahverkehr bei der Einteilung der Arbeitsschichten berücksichtigen.

Eine weitere Maßnahme sei die Streichung einer Belohnung in Höhe von 500 Euro, die bisher ausgezahlt wurde, wenn ein Mitarbeiter bei der Überführung eines Warendiebstahls helfen konnte. Eine solche Belohnung führe zu schlechtem Arbeitsklima und werde daher künftig nicht länger erteilt.

Da Zalando ein „respektvoller, kollegialer und wertschätzender Umgang zwischen allen Mitarbeitern“ wichtig ist, werde es eine Schulung der Führungskräfte geben, die die Unternehmenswerte und Kommunikationsphilosophie in den Blickpunkt rückt. Hinzu treten Optimierungen im datenschutzrechtlichen Bereich.

Obwohl der Shitstorm gegen das Unternehmen bereits vor zwei Wochen begann, scheint er immer noch nicht vorüber: Noch immer finden sich zahlreiche kritische Bemerkungen auf dem Facebook-Profil des Mode-Unternehmens, in denen die Kunden ihrem Ärger Luft machen: „Schämt euch ihr Sklaventreiber!!!! Boykott!!!!“ oder „Ich hoffe bei Euch kauft keiner mehr was“, gehören zu den neuesten Posts an der Pinnwand.

Ob Zalando die Welle der Entrüstung mit der aktuellen Stellungnahme endlich eindämmen kann, bleibt abzuwarten.

Kommentare  

#2 Stephan 2014-05-02 10:39
Wer glaubt, dass sich bei Amazon oder Zalando etwas ändert, der ist naiv. Der Preiskampf ist viel zu stark. Am Ende hilft nur dort nichts zu bestellen!
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#1 Andreas3 2014-04-29 13:10
Wieso nur Shitstorm gegen Zalando ???

Bei Amazon sind die Bedindungen vergleichbar ???
Aber Behörden dürfen gegen Amazon nichts machen, ansonsten gelten sie als Anti.Amerik**. Und das ist hier in Deutschland verboten.
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