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Karstadt: Premium-Segment als Hoffnungsträger

Veröffentlicht: 11.09.2014 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 11.09.2014

Die Jahre unter Nicolas Berggruen versprachen am Anfang eine goldene Ära zu werden. – Doch das wurden sie nicht. Filialschließungen, Entlassungswellen und Missmanagement prägten die Tätigkeiten des US-Investors. Um Karstadt nun aus der Versenkung zu holen, hat der frisch berufene Eigentümer René Benko einen Plan ins Auge gefasst: Das Premium-Segment soll als neues Zugpferd gelten.

Karstadt Logo

360b / Shutterstock.com

Drei Karstadt-Häuser als Basis im Premium-Segment

Es gibt viel zu tun im Hause Karstadt. Und René Benko, der 37-jährige Österreicher und neuer Eigner von Karstadt, weiß genau, wo er ansetzen will. Nicht etwa in den 83 Warenhäusern der Kette. Nein. Nicht wenigen von ihnen wird die Schließung bevorstehen und auch in allen verbleibenden werden wohl harte Maßnahmen und Einschnitte verzeichnet werden, um die Zahlen zu heben.

Der Ansatz von Benko liegt im Premium-Segment. Dies ist für Karstadt natürlich kein unbekanntes Terrain, schließlich besitzt das Traditionsunternehmen bereits drei Premiumhäuser: das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg sowie den Oberpollinger in München. Und dieses exklusive Trio soll nach Informationen des Handelsblattes fortan unter dem neuen Namen „The KaDeWe Group“ zusammengefasst werden.

„Unter dem Dach der KaDeWe Group sind natürlich weitere Eröffnungen, etwa in Frankfurt am Main, Wien oder Prag, vorstellbar“, kommentiert Geschäftsführer André Maeder und lässt dabei in eine möglicherweise glanzvolle und hochwertige Zukunft blicken. Und dies liegt durchaus im Bereich des Möglichen, denn das Premium-Segment von Karstadt mit den drei exklusiven Häusern erzielte im vergangenen Jahr 2013 einen Umsatz in Höhe von rund 600 Millionen Euro.

Die Kunden sollen die Exklusivität wahrnehmen

The KaDeWe Group soll dabei natürlich nicht nur ein Name sein, der die Häuser aus dem Premium-Segment offiziell zusammenhält. Es ist angedacht, sie künftig auch zu einer optischen Einheit zu machen: „Wir vereinheitlichen die Erscheinungsbilder der einzelnen Häuser, von den Schaufenstern über die Ladengestaltung bis hin zum Sortiment“, sagte Maeder weiter. „Jeder Kunde muss erkennen: KaDeWe, Oberpollinger und Alsterhaus gehören zu einer exklusiven Gruppe.“

Um das neue Premium-Segment und die neue Exklusivität auch zu popularisieren, soll bereits am heutigen Donnerstag eine medienwirksame Kampagne gestartet werden: Mit sehr unterschiedlichen Magazinen wie „Vogue“, „Elle“ und „Bunte“ soll die Umstrukturierung und Neuorientierung einem breiten Publikum präsentiert werden.

Ob mit dem exklusiven Wandel auch eine Verbesserung im Online-Segment und im digitalen Verkauf stattfinden wird, bleibt abzuwarten. Not am Mann wäre hier auf jeden Fall, denn im Vergleich mit anderen Unternehmen sieht es beim Thema Online-Handel im Hause Karstadt eher mau aus.

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