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„Der Schritt nach Deutschland war eine logische Konsequenz.“ – Interview mit Hagen Meischner von Shopify

Veröffentlicht: 08.05.2018 | Autor: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 08.05.2018

„Das Cloud-Shopsystem für Online-Händler.“ – Mit diesem Slogan wirbt Shopify auf seiner Homepage. Das kanadische Unternehmen hat nun auch offiziell den Start in Deutschland durchgeführt und will hiesigen Händlern bei der Erstellung ihrer Online-Shops helfen.

Cloud-Konzept

© Simon Bratt - Shutterstock.com

Onlinehändler-News.de: Wieso hat sich Shopify dafür entschieden, jetzt den Schritt nach Deutschland zu wagen?

Hagen Meischner: Bisher hat sich Shopify auf englischsprachige Märkte konzentriert und ist mit mehr als 600.000 Händlern sehr erfolgreich. Nun ist es an der Zeit gewesen, den größten nicht englischsprachigen E-Commerce-Markt in Europa anzugehen. Neben einer Vielzahl an Marktanalysen haben sicher die Kunden Shopify nach Deutschland gezogen – denn auch ohne eine lokale Präsenz oder deutsche Webseite gibt es schon eine Vielzahl von Händlern, die auf Shopify setzen. Damit war der Schritt nach Deutschland eine logische Konsequenz. Was vielleicht nicht allgemein bekannt ist: Shopify ist ein kanadisches Unternehmen, das von zwei Deutschen aus Koblenz, Tobias Lütke und Daniel Weinand, gegründet wurde und letztes Jahr einen Umsatz von 673,3 Millionen US-Dollar erwirtschaftet hat.

Was ist charakteristisch am deutschen Markt?

Der deutsche Markt unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen europäischen Märkten. Da ist einerseits die hohe dichte an lokalen Anbietern in allen Bereichen. Sei es Shopsysteme, Payment-Provider, Online-Marketing-Lösungen – kein Bereich, wo der Händler nicht eine große Auswahl an lokalen Anbietern hat. Das ist in anderen Märkten nicht so – es gibt nicht DAS italienische oder spanische Shopsystem. Hier werden internationale Lösungen wie Woocommerce, PrestaShop, Magento oder Shopify eingesetzt. Des Weiteren unterschiedet sich das Kundenverhalten in Deutschland von anderen Märkten. Als Stichpunkte sollen hier nur die Retourenquote oder der Kauf auf Rechnung genannt sein. Nicht zuletzt ist die hohe Wettbewerbsdichte und der hohe Professionalisierungsgrad hervorzuheben. Das sind alles Herausforderungen, die zu berücksichtigen sind.

Der englischsprachige YouTube-Kanal von Shopify erfreut sich großer Beliebtheit. Ist ein ähnliches Angebot auch für den deutschen Markt geplant?

Hier kann nur an die vorherige Frage anknüpfen. Lokalisierung ist der entscheidende Erfolgsfaktor. Unsere Videos auf YouTube haben bis zu 800.000 Aufrufe, auf Facebook folgen uns drei Millionen Personen und 175.000 Abonnenten folgen uns auf Instagram. Diese Energie wollen wir auch auf den hiesigen Markt übertragen, um Händler und Agenturen zu erreichen. Der erste wichtige Schritt war die Übersetzung der Webseite auf Shopify.de. Nun sind wir dabei, alle Touchpoints der Händler zu lokalisieren. Dazu gehören neben dem Produkt an sich auch der deutschsprachige, kostenfreie E-Mail-Support, die Dokumentation und Support-Seiten und Schritt für Schritt auch die Social-Media-Kanäle.

Wo steht Shopify aktuell im deutschen Markt?

Shopify wird heute bereits von einer Vielzahl von deutschen Kunden eingesetzt – die Anzahl bewegt sich im gehobenen vierstelligen Bereich. Dabei ist die Kundenstruktur breit gestreut und umfasst StartUps, etablierte Händler, Fashionlabels bis hin zu Service-Anbietern, die Dienstleitungen über Shopify verkaufen. Bekannte Beispiele sind Kandidaten aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ wie Tee-Fee.de und Lizza.de oder die Berliner Sprachplattform Babbel.com. Darüber hinaus gibt es bereits Anbindungen an viele gängige Drittsysteme wie Payment, Logistik, Newsletter-Tools oder ERP-Systeme. Händler können außerdem bereits auf ein breites Netzwerk von Agenturpartnern und Freelancern zurückgreifen.

Welche Pläne hat Shopify für den deutschen und welche für den internationalen Markt? Welche Schritte sind jeweils konkret als nächstes geplant?

Deutschland hat für Shopify eine Top Priorität und es werden auf allen Ebenen massive Anstrengungen unternommen, um die Präsenz deutlich auszubauen. Dazu gehört einerseits der Aufbau eines lokalen Teams, von dem ich die Vorhut in Berlin bin, die Lokalisierung des Produkts und vieler Services, die Anbindung weiterer lokaler Dienstleiter, der massive Ausbau des Partnernetzwerkes und die verstärkte Präsenz durch Meetups auf Messen und Konferenzen. International haben wir kürzlich eine Instagram-Integration veröffentlicht, die unsere Strategie, Social-Media-Plattformen als Sales Channels anzubinden, weiter vertieft. Bereits seit Längerem gibt ist die Möglichkeit, über Facebook zu verkaufen und den Checkout über Shopify abzuwickeln. Ganz nach dem Motto „Make Commerce Better for Everyone“.

Welche Vorteile bietet Shopify Händlern?

Sicher ist Shopify das führende cloudbasierende Shopsystem und damit die passende Lösung für die Anforderungen der meisten Händler. Der Handel und die Kunden sollen wieder im Vordergrund stehen und nicht der Betrieb der Technik. Von daher bietet Shopify eine flexible und zugleich einfach zu bedienende Plattform, mit der Händler ihr Geschäft betreiben können. Damit können Projekte schnell und kosteneffizient umgesetzt werden. Ein Marketplace mit über 1000 Apps, eine offene API und viele Templates runden das Angebot ab. Für mittlere und größere Kunden gibt es Shopify PLUS. Wenn unsere Kunden Kandidaten bei „Die Höhle der Löwen“ sind, brauchen sie ein System, mit dem sich die sehr individuellen Anforderungen schnell umsetzen lassen und auch Lastspitzen wie eine TV-Sendung locker verkraftet werden.

Hagen Meischner

Was hebt Shopify von seiner Konkurrenz ab?

Hier ist als erstes die Cloud zu nennen. Von kleinen Händlern bis Nestle, Tesla oder Red Bull setzen Unternehmen auf Shopify. In Zeiten von Google Cloud und AWS wollen sich Händler keine Gedanken mehr über den Betrieb eines Servers machen, überprüfen, ob die aktuelle PHP-Version installiert ist oder bei erwarteten Lastspitzen wochenlang mit dem Hoster in ein Projekt einsteigen. Ein weiterer Punkt ist sicher die Internationalität, die es Kunden erlaubt, schnell in verschiedenen Märkten zu verkaufen. Shopify ist einfach und schnell anzupassen – was vor allem größere Händler und Marken zu schätzen wissen. Projektlaufzeiten von 9-12 Monate für einen PopUp-Store zum Launch einer neuen Marke sind auch für große Unternehmen keine Option mehr. Auch die sehr genau kalkulierbaren Kosten sind ein Vorteil für Kunden. Und nicht zuletzt bieten wir ein attraktives Partnerprogramm für Agenturen mit 20 Prozent Lifetime Provision.


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