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Datenmissbrauch

Amazon soll Mitarbeiter wegen Datenverkaufs entlassen haben

Veröffentlicht: 12.12.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 12.12.2018
Hände an einer Tastatur

Im Herbst dieses Jahres kamen Meldungen auf, nach denen Amazon mit internen Problemen zu kämpfen hatte: Demnach verkaufte ein Mitarbeiter des Konzerns sensible Kundendaten wie etwa E-Mail-Adressen an externe Marktplatzhändler. Bis zu 2.000 US-Dollar sollen die Anbieter für die Kundendaten bezahlt haben. Der entsprechende Mitarbeiter soll entlassen und die Händler vom Amazon Marketplace ausgeschlossen worden sein. Nun scheint es weitere Fälle gegeben zu haben, bei denen eigene Mitarbeiter Daten verkauft bzw. an Dritte weitergegeben haben sollen.

Mitarbeiter sollen Daten an Händler verkauft haben

Wie CNet berichtet, hat Amazon interne Untersuchungen eingeleitet, um Berichten über Datenlecks und Bestechungsgelder nachzugehen. Im Rahmen dieser Untersuchungen sei das Unternehmen sowohl in den USA als auch in Indien auf Mitarbeiter gestoßen, die „angeblich interne Daten an unabhängige Verkäufer weitergegeben haben“. Diesen Verkäufern werde vorgeworfen, mit Betrügereien in Verbindung zu stehen, heißt es.

Ein Teil der Untersuchung habe sich konkret auf den indischen Raum konzentriert. Hier hätten Berichten des Wall Street Journals zufolge Mitarbeiter die Möglichkeit gehabt, auf die interne Datenbank von Amazon zuzugreifen und diese zu durchsuchen. Diesen Datenzugriff habe Amazon bereits beschränkt. Auch Tausende verdächtige Bewertungen soll Amazon aufgrund der Untersuchung gelöscht haben.

Händler versuchen mithilfe von Daten die Konkurrenz zu sabotieren

Es besteht der Verdacht, dass Marktplatz-Händler, die in die Betrugsfälle involviert sind, versuchen, konkurrierende Anbieter zu sabotieren: beispielsweise indem sie Original-Produkte der Konkurrenten absichtlich als Fälschungen kennzeichnen oder diesen Markenrechtsverletzungen nachsagen. In anderen Fällen hätten Händler den Zugriff auf Großhändlerkonten über den Schwarzmarkt gekauft, um beispielsweise Zugriff auf Produktlisten oder konkurrierende Produktseiten zu erhalten.

„Wir halten unsere Mitarbeiter an einen hohen ethischen Standard, und jeder, der gegen unseren Kodex verstößt, hat disziplinarische Maßnahmen zu tragen, einschließlich einer Kündigung und potenziellen rechtlichen und strafrechtlichen Sanktionen“, wird ein Amazon-Sprecher zitiert. „Darüber hinaus haben wir keine Toleranz für den Missbrauch unserer Systeme.“ Dies gelte sowohl für eigene Mitarbeiter als auch für Händler, die das Amazon-System missbrauchen wollen.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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