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Second-Hand-Marktplatz im Porträt

Micolet will Damenmode ein zweites Leben schenken

Veröffentlicht: 08.01.2019 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 08.01.2019
Kleider an Stange

Das Problem dürfte vielen Frauen bekannt sein: Der Kleiderschrank platzt fast aus allen Nähten, ein Drittel der Sachen trägt frau schon lange nicht mehr, so richtig trennen möchte man sich von den liebgewonnenen Kleidungsstücken aber auch nicht. Dieses Problem will das spanische StartUp Micolet angehen und hat eigens dafür einen Second-Hand-Marktplatz ins Leben gerufen. „Aus Liebe zur Mode und Umwelt entstand der Online-Shop Micolet, um bezahlbare Mode für jeden zugänglich zu machen und um der Kleidung ein zweites Leben zu schenken“, erklärt Anna Kirchgasser von Micolet die Intention hinter der Plattform. Das Konzept der Nachhaltigkeit zieht sich beim Unternehmen durch sämtliche Bereiche: „Damit die CO2-Emissionen von Tausenden Kilo reduziert wird, achten wir außerdem darauf, dass Verpackungen für den Versand aus Recycling-Rohstoffen hergestellt werden.“

Neuwertige Markenkleidung zu günstigen Preisen

Micolet wurde vor dreieinhalb Jahren in Spanien gegründet und verkauft seitdem neuwertige Damenmode zu rabattierten Preisen. Das Konzept ist dabei ausschließlich auf den Handel zwischen Privatpersonen ausgelegt, Herkunft und Besitzer der Kleidungsstücke sind vielfältig. „Auf dem Marktplatz sind Kleidung von Bloggern, Instagrammern, Youtubern, Models, TV-Moderatoren und Schauspielern aus der ganzen Modewelt aufzufinden sowie anonyme Frauen, die Kleidung der neuesten Trends und in einem guten Zustand besitzen“, so Anna Kirchgasser zu den Produkten, die über Micolet bezogen werden können. „Auf Micolet verkaufen wir alle Arten von Schuhen, Sportschuhen, Handtaschen, Accessoires, Röcken, Hosen, Mänteln und Jacken, ... von einer Vielzahl von Marken, darunter die am beliebtesten und bekanntesten Marken wie Zara, H&M, Mango, Nike, sowie etwas exklusivere Marken wie Michael Kors, Louis Vuitton, Gucci usw. Um unsere anspruchsvollen Bewertungen bestehen zu können, müssen sie natürlich in einwandfreiem Zustand sein, das heißt ohne Löcher, nicht kaputt, keine Verfärbungen, keine Flecken und ohne Fusseln. Außerdem sollten die Kleidung sauber, ohne Flecken und ohne Geruch haben", so die Grundvoraussetzungen, um die eigenen Kleidungsstücke listen zu können. Zusätzlich darf die Kleidung nicht älter als 3 Saisonen sein.

Aktuell ist der Second-Hand-Marktplatz neben Spanien noch in Frankreich, Portugal, Großbritannien sowie Italien und Deutschland verfügbar. Der Verkaufsprozess selber steht allerdings zur Zeit nur Kunden im Heimatland Spanien zur Verfügung. In den nächsten Monaten will man allerdings den Kundenservie so weit ausbauen, dass auch die Konsumenten hierzulande nicht nur vom Kauf der Kleidung profitieren, sondern eben auch eigene Produkte über den Marktplatz anbieten können. „Dieser Prozess, den wir in Spanien anbieten, beinhaltet die komplette Verwaltung der zu verkaufenden Kleidung und dazu zählt die Abholung, das Fotografieren und Hochladen auf unserer Micolet-Seite, Verpacken und Versenden der Kleidung und anschließende Überweisung des Geldes, dafür berechnen wir eine kleine Provision“, heißt es vom StartUp zu den Prozessen. 

In Spanien zählt das Unternehmen bereits mehr als 1.000 Verkäufe von Kleidung und Accessoires pro Tag, insgesamt hat Micolet zur Zeit mehr als eine Million Benutzer, von denen 40 Prozent auf den Heimatmarkt fallen. Der Anteil in  Deutschland beträgt fünf Prozent und soll in den kommenden Monaten durch den Ausbau des Kundenservices deutlich erhöht werden.

Website Micolet

Algorithmus bestimmt den endgültigen Verkaufspreis

Um den Wiederverkaufswert eines Artikels zu bestimmen, greift der Marktplatz auf einen Algorithmus zurück. „Der Preis wird abhängig von Farbe, Marke, Größe, Jahreszeit und Zustand der Artikel bestimmt, um sie mit bereits verkauften Artikeln zu vergleichen. Somit können wir den Preis festlegen, der den Interessen unserer Kunden entspricht“, erklären Aritza Loroño und José María del Moral von Micolet zum Preismodell. Das Unternehmen selbst finanziert sich durch eine Grundgebühr sowie einer Provision, die allen Verkäufern pro verkauftem Artikel abgezogen wird. „Wir berechnen 25% auf dem Preis, für die Bewertung der Kleidung zuzüglich eines kleinen Fixpreises von 1,5 €. Auf diese Weise handelt es sich um ein Win-Win-Modell, bei dem wir mit dem Verkäufer so abgestimmt sind, dass er zu seinem optimalen Preis verkauft wird, da wir beim Verkauf eine Provision berechnen“, erläutert Anna Kirchgasser vom Micolet-Team das Preismodell. 

Für die Zukunft hat sich der Second-Hand-Marktplatz die weitere Expansion vorgenommen. Neben der erweiterten Funktion des Verkaufes auf dem deutschen Markt soll die Plattform noch in diesem Jahr auch in den Niederlanden und Tschechien an den Start gehen. „Darüber hinaus ist es unser Ziel, 2019 in außereuropäischen Märkten zu eröffnen."

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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