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„Entbündelung auf Produktebene“

Monopolkommission nimmt sich Amazon Prime vor

Veröffentlicht: 25.03.2019 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 25.03.2019
Prime Video App

Die starke Marktmacht Amazons ist den deutschen Wettbewerbshütern ein Dorn im Auge. Diese soll nun weiter eingegrenzt werden, konkret geht es dabei um den kostenpflichtigen Dienst Amazon Prime. Von der deutschen Monopolkommission kommt daher jetzt die Forderung nach einer „Entbündelung “. 

Verfahren gegen Google als Vorbild

„Man könnte bei Amazon in Richtung einer Entbündelung auf Produktebene denken“, wird Achim Wambach, Vorsitzende der Monopolkommission, in der Welt zitiert. Als Vorbild nannte er das Vorgehen gegen Google aus dem Sommer letzten Jahres. Dabei hatte sich die EU-Kommission auf eine Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro gegen die Suchmaschine geeinigt. Grund war der Missbrauch der Marktmarkt: Google zwang Herstellern von Android-Smartphones stets gesamte App-Pakete auf, einzelne Dienste einzubinden war nicht möglich. Diese Vorgehensweise war von der EU-Wettbewerbsbehörde untersagt und mit der Rekordstrafe belegt worden.

Eine ähnliche Situation sieht Wambach nun im Fall von Amazon. „Auch Amazon Prime verknüpft verschiedene Leistungen“, so der Vorsitzende weiter.

Amazon beherrscht den deutschen Online-Handel

Der E-Commerce-Riese konnte im vergangenen Weihnachtsgeschäft erneut einen neuen Rekord aufstellen und erzielte einen Nettogewinn von mehr als 10 Milliarden Dollar (wir berichteten). Auch hierzulande beherrscht der US-Konzern den Online-Handel. Wie die Welt mit Verweis auf das  Kölner Handelsforschungsinstitut IFH weiter schreibt, fällt die Hälfte des gesamten deutschen E-Commerce-Geschäfts mit Endverbrauchern inzwischen auf Amazon. Besonders der eigene Marktplatz und die Abschlüsse darüber treiben die Vormachtstellung des Unternehmens dabei immer weiter voran. 

Auch Politiker aus den USA sehen in dem namhaften Großkonzernen eine immer größere Gefahr. Erst vor wenigen Wochen wurde von der Senatorin Elizabeth Warren eine Zerschlagung von Amazon, Google, Apple und Facebook gefordert.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#2 Mr. A 2019-03-26 10:11
Ich arbeite bei Amazon, habe einen super Job mit ordentlichem Gehalt. Die Kollegen und Chefs sind freundlich, es herrscht ein angenehmes Arbeitsklima und man hilft sich gegenseitig. Ich kaufe selbst an und bei meinem Arbeitgeber ein. Und Amazon Prime zu entbündeln ist ja wohl der größte Quatsch. Soll man dann doppelt bezahlen als Endkunde?
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#1 Flaming, Peter 2019-03-25 11:04
An diesem Beispiel sieht man mal wieder, wie gut der einzelne Verbraucher “das Gute“ fördert und unterstützt, nämlich gar nicht! Jeder ist sich selbst der nächste. Nur blöd, wenn der eigene Nachwuchs vor Ort nirgends mehr eine Lehrstelle findet. Aber selbst dann kommt man nicht ins Grübeln. Zerschlagung sofort! Faktisch handelt es sich um ein Monopol. Hinzu kommt die Steuervermeidun g im großen Stil.
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