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Von PayPal zu Adyen

Ebay bringt neue Zahlungsabwicklung nach Deutschland

Veröffentlicht: 23.04.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 | Gelesen: 4490 mal
Ebay-Screenshot

Im Rahmen der Vorstellung der Geschäftsergebnisse für das 1. Quartal 2019 unterstreicht Ebay den Stellenwert, den der deutsche Markt für das US-Unternehmen hat. Denn wie Ebay nun angekündigt hat, wird Deutschland der zweite Markt nach den USA, in dem die neue Zahlungsabwicklung eingeführt wird. Im vergangenen Jahr wurde bekannt gegeben, dass Ebay sich nach vielen Jahren von PayPal trennt und künftig Adyen als Zahlungsabwickler nutzt. Der Unterschied: Händler und Kunden kommen damit nur am Rande in Berührung, denn für diese läuft die Zahlungsabwicklung künftig direkt über Ebay.

Dies sei ein „wichtiger Schritt, um eine moderne relevante Käufererfahrung auf dem Marktplatz zur Verfügung zu stellen“, so Fabian Schumacher, Seller Transformation Lead, EU Payments bei Ebay, gegenüber OnlinehändlerNews. Ebay-Deutschland-Chef Eben Sermon bezeichnet den deutschen Marktplatz als die „perfekte Wahl für die Ausweitung der neuen Zahlungsabwicklung“. Auch für Alyssa Cutright, Vice President, Global Payments, Billing & Risk bei Ebay, ist Deutschland der logische nächste Schritt: „Die Einführung unserer neuen Zahlungsabwicklung in Deutschland wird uns ein breites Testfeld für weitere Zahlungsmethoden im Zuge unserer globalen Expansion bieten”.

Ebay als zentraler Anlaufpunkt

Ebay verwaltet die End-to-End-Zahlungserfahrung künftig direkt auf dem Marktplatz selbst. Damit wolle man die Nutzererfahrung sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäufer-Seite vereinfachen. In den USA wurde die neue Zahlungsabwicklung mit ausgewählten Verkäufern auf der Plattform eingeführt und in Deutschland wird nun ähnlich verfahren. Ebay wird in den kommenden Wochen geeignete Verkäufer zur Einführungsphase einladen. Besondere Voraussetzungen müssen Ebay zufolge nicht erfüllt werden. Händler werden ab dem 24.04. über die neue Zahlungsabwicklung informiert und können sich dann auch beim Marktplatz melden, wenn sie Interesse haben, das neue System zu nutzen. Zu Beginn wird die Auswahl von Ebay durchgeführt.

Was ändert sich nun konkret? Käufer sollen eine größere Auswahl relevanter Bezahlmöglichkeiten im Checkout-Prozess bekommen. Geplant sind unter anderem Kreditkarte, Lastschrift, Google Pay, Apple Pay und auch PayPal, das nach wie vor als Zahlungsmittel erhalten bleibt. Die Checkout-Erfahrung bleibt unabhängig von der Bezahlmethode auf Ebay. Dies optimiere die Nutzerfahrung über den gesamten Kaufprozess hinweg. Der Käuferschutz gilt künftig unabhängig von der gewählten Zahlungsmethode.

Geringere Kosten für Händler?

Händler können ihr Ebay-Geschäft mit der neuen Zahlungsabwicklung künftig zentral bei Ebay steuern. Alle Transaktionen und Kundeninteraktionen lassen sich zentral verfolgen und steuern. Ebay geht davon aus, dass die Kosten für die Zahlungsverarbeitung mit der neuen Zahlungsabwicklung im Schnitt sinken werden. Bis zum Ende des ersten Quartals 2019 habe man über die neue Abwicklung ein Handelsvolumen in Höhe von 363 Millionen US-Dollar verarbeitet und für die Verkäufer Ersparnisse in Höhe von 2,7 Millionen US-Dollar generiert. Die Höhe der Gebühren werde man „zu gegebenem Zeitpunkt kommunizieren“, so Schumacher. Händler sollen außerdem von einer vereinfachten Preisstruktur profitieren und die Auszahlungen landen künftig direkt auf dem Bankkonto. Zudem glaubt man einer größere Käuferreichweite, durch eine größere Auswahl an Bezahlmöglichkeiten.

Ob das gelingt, muss sich im Regelbetrieb freilich noch zeigen. Wann genau die neue Zahlungsabwicklung in Deutschland startet, will und kann Ebay noch nicht sagen. Dies hängt unter anderem auch noch von der behördlichen Genehmigung ab, auch wenn dies Formsache sein sollte. Klar ist, dass der Übergang von PayPal zu Adyen in zwei bis drei Jahren abgeschlossen werden soll. 2021 werde die Mehrheit der Kunden auf dem Ebay-Marktplatz die neue Zahlungsabwicklung nutzen.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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Kommentare  

#13 brrrrr 2019-05-08 15:59
Es wird für eine Einführungsphas e Rabattköder für die übernommene Zahlungsabwickl ung geben
und anschließend wird sich die Kostenspirale ultimativ drehen,
natürlich weil doch die Händler unterm Strich (d.h. also bei dort gemutmaßter Kostenstruktur)
eine „deutliche Kosteneinsparun g“ erleben können.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt !
Also etwa dies:
Ebay in der Mitte mit Kontrolle total von
1. Informationsflu ss (schon lange und schrittweise zunehmend erschwert zwischen den Ebaymitgliedern ) 2. Geldfluss (davon muss doch etwas erzwingend abzuzweigen sein ! Die seit einiger Zeit bestehenden Verkaufsgebühre n auch auf Versandkosten waren ja nur ein Scheibchen im Gebührenkuchen) , 3. Warenfluss (den wird man vermutlich demnächst zentralisieren bzw. alles erst mal bei Ebay einlagern "dürfen").
Schon jetzt sei geantwortet:
Nein, wir sind nicht daran interessiert, von Anfang an dabei zu sein.
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#12 Anja Dürkes 2019-04-29 12:10
erst der neue nachweis vom finanzamt bis september, nun das. ich denke, den nachweis muß ich nun doch nicht mehr holen, da ich mich dann ausklinken werde. ich brauche als hersteller individueller waren den direkten draht zum kunden und muß auf sonderwünsche bzgl. ausführung und preis eingehen und anpassen können. wenn das ganze vorrangig für gewerbliche gilt, lasse ich nur noch meine privataccounts bei ebay und ziehe meinen gewerblichen dort raus. nach meiner erfahrung aus der vergangenheit, werden dann sicher viele dort abspringen. bin die letzten male eh wieder mal öfter als käufer zu hood und werde mich als händler auch wieder mehr dort umsehen. der abstz ist zwar nicht so hoch, aber günstigere konditionen und alles streßfreier.
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#11 Heinicke 2019-04-28 11:33
Es geht um nichts anderes als darum das finanziell Sieb zwischen Kunden und Händler zu halten. Das natürlich ohne Wareneinsatz und Risiko.Natürlic h inklusive dem Versand und der Mehrwertsteuer. Wenn Paypal z.B. bei kleineren Summen(z.B. unter 10 Euro) durchaus mal 8% kassiert halte ich das Wucher. Das Geld ist auch nur scheinbar bei Ihnen. Bis sich ein Brot dafür kaufen können vergehen Tage.
Und eins darf man nicht vergessen. Paypal wurde auf dem Weg der Zwangskollektiv ierung eingeführt.
Ebay Händler die sich Paypal nicht unterworfen haben wurden gesperrt.
Wer glaubt das bei Ebay etwas billiger wird hat nicht alle Tassen im Schrank.
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#10 Irmgard JIRA JIRA 2019-04-27 14:53
Ich möchte weiterhin mit PayPal zusammen arbeiten, dass hat die ganzen Jahre perfekt geklappt.
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#9 Mediablue 2019-04-27 14:21
Bis heute war Ebay noch günstiger als Amazon aber das wird sich dann auch ändern, abgezockt werden immer nur wir Händler.
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#8 Anja Dürkes 2019-04-27 14:13
ebay wollte in den vergangenen jahren schon so viel einführen und hat vor dem dem termin dann wieder einen rückzug gemacht, weil die händler auf die barrikaden gingen, ihre konten löschten oder bei durchführung der änderungen damit drohten und ich fand es gut, daß man sich bei ebay entschied, mit und nicht gegen seine mitglieder zu handeln. keiner will und keiner braucht ein zweites amazon (wer kauft dort eigentlich ?).
und wenn ich an die mentalität der deutschen denke und die tatsache, daß viele erst jetzt nach ca. 15 jahren paypal, bereit sind es zu nutzen und immer noch viele nur überweisung nutzen, wird es mit sicherheit auf deutscher ebene eher auf ablehnung statt begeisterung stoßen, zumal amis wesentlich leichter zu begeistern sind. und da auch noch immer viele individuelle fertigungen auf ebay angeboten werden und nicht nur massenware, ist der direkte, persönliche draht zum kunden und evtl. preisanpassunge n während der kaufabwicklung von großer wichtigkeit. ein grund mehr, weshalb deutsche ebay-händler keine lust darauf haben, sich wie z.b. amazonhändler als hammelherde herumdiktieren zu lassen.
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#7 Denk H. G. 2019-04-26 12:44
Wie heißt es so schön, ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen möchte.
Alles ein riesiger Beschiss und die Händler zahlen die Zeche.
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#6 oejendorfer 2019-04-26 12:17
Kommentar zu "Tja" :
Viele logisch und vernünftig denkende Kunde kaufen via EBAY bei guten Händlern liebe Tja !!!!
Das Kaufen bei ebay ist für viele Kunde besser als z.B bei amazon (viel zu viel geschreibe drum herum) Teilweise soll es auch preiswerten und in der Abwicklung einfacher/übers ichtlicher sein soll. Aber da hat ja jeder seine eigene Meinung.
tschüs
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#5 Tja 2019-04-26 08:15
Wer kauft den noch bei EBAY?
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#4 [email protected] 2019-04-24 11:29
wieder längere Geldwege für den Händler, komplizierter sicher bei Rückzahlungen, mehr bürokratische Abwicklung im Händlerbüro. Aber klar, man will alles kontrollieren und verhindern, dass sich Kunde und Händler auch außerhalb treffen... Aber wo sollen da Ersparnisse für den Händler herkommen?
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