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Analyse von Marketplace Pulse

Amazon-Topseller: Chinesen überholen erstmals US-Händler

Veröffentlicht: 24.01.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 29.01.2020
China Händler

Chinas Rolle im E-Commerce wird durch Alibaba und Co. immer wichtiger und auch auf Amazon werden chinesische Online-Händler immer dominanter, wie jetzt eine aktuelle Analyse des US-Unternehmens Marketplace Pulse zeigt. Auch auf dem deutschen Marktplatz steigt die Zahl der China-Händler deutlich.

Das Unternehmen untersucht seit mehreren Jahren unter anderem die Herkunft der Dritthändler auf den jeweiligen Marktplätzen von Amazon. Jetzt sind zum ersten Mal chinesische Online-Händler auf dem wichtigsten Marktplatz Amazon.com in der Überzahl, schreibt Joe Kaziukenas, Gründer von Marketplace Pulse. Unter den 10.000 Top Sellern auf Amazon sind 49 Prozent in China beheimatet und nur 47 Prozent in den USA. Die Zahl der chinesische Händler ist in einem Jahr um elf Prozent gestiegen. Diese 10.000 Top-Verkäufer haben jeweils mindestens einen Jahresumsatz von über einer Million US-Dollar und würden damit einen signifikanten Anteil am Gross Merchandise Volume von amazon.com darstellen.

China-Händler dominieren Amazon in den USA

Auch wenn man die Zahl der untersuchten Top Seller vergrößert, beherrschen die chinesischen Amazon-Händler das Feld – das Kräfteverhältnis China-USA wird sogar noch deutlicher: Bei den Top 50.000 Sellern beträgt es 58 zu 37 Prozent, bei den Top 100.000 58 zu 36 Prozent. Erst wenn man eine Million der aktiven Top-Verkäufer auf Amazon ins Auge fasst, ist der Anteil der US-Händler mit 50 Prozent wieder größer als der der Anbieter aus Fernost (37 Prozent). Marketplace weist darauf hin, dass für die Analyse nur solche Top-Verkäufer einbezogen wurden, deren Geschäftsadresse zuverlässig ermittelt werden konnte. 

Amazon Deutschland: Zahl der China-Händler um 10 Prozentpunkte gestiegen

Auch auf den europäischen Amazon-Ablegern ist der Vormarsch der chinesischen Seller ähnlich. In Deutschland betrug der Anteil chinesischer Händler unter den Top 10.000 im vergangenen Jahr erst 28 Prozent – jetzt sind es 38 Prozent, wie Marketplace Pulse auf Anfrage von Onlinehaendler News miteilt. Unter den Top 100.000 haben die Händler aus Fernost mit 41 Prozent deutsche Anbieter (33 Prozent) bereits eingeholt. In Spanien beträgt der chinesische Verkäufer-Anteil unter den Top 10.000 rund 58 Prozent, in Frankreich 55 Prozent und in Italien 53 Prozent.

Die EU arbeitet gerade daran, die E-Commerce-Spielregeln bis 2021 zu verbessern und den Online-Handel stärker zu überwachen. Grund waren immer wiederkehrende Probleme, etwa mit chinesischen Produkten, die nicht den europäischen bzw. deutschen Bestimmungen genügen. Bayern hatte in Deutschland sogar einen extra Antrag über eine Haftungspflicht der Marktplätze eingereicht. Dieser Antrag wurde in einer – jedoch deutlich abgeschwächten – Form beschlossen.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#4 Redaktion 2020-01-29 10:33
Hallo Herr Burchhardt,

danke für den Hinweis, wir haben es geändert.

Beste Grüße,
die Redaktion
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#3 Stephn Eschen 2020-01-27 09:42
und warum ?
weil der Chinese keine Portokosten bezahlt ! Wieso erwähnen Sie das nicht ?
Deutschland musste für 2019 über 1 Milliarde Euro an den Weltpostverein zahlen.
Der deutsche Staat zahlt den Chinesen die Paketkosten und zwingt damit die eigenen Händler in die Insolvenz.
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#2 Rechenkünstler 2020-01-27 09:01
Super! Endlich mal Butter bei die Fische!

44% der Händler auf Amazon Deutschland sind also Chinesen. Wen erstaunt denn das?
Dann machen wir doch mal eine Rechnung für den Fiskus auf.
2018 hat Amazon Deutschland rund 20 Milliarden Umsatz gemacht.
50% davon die Marktplatzhändl er = 10 Milliarden
44% davon Chinesen rund 4 Milliarden.
2018 haben alle in Deutschland handelnden Chinesen 20 Millionen Mehrwertsteuer freiwillig bezahlt. Es hätten aber alleine bei Amazon ca. 639 Millionen sein müssen.
Jetzt hatten wir 2019 10 % Umsatzsteigerun g im Onlinhandel, + Ebay und andere Kanäle, ich komme da geschätzt auf 1 Milliarde Euro Umsatzsteuer die unsere chinesischen Händler hätten bezahlen müssen.
Mir klingt da noch eine Zahl ( rausgegeben von Finanzamt Berlin ) im Ohr von 200 gezahlten Millionen die uns, dem deutschen Steuerzahler als Erfolg verkauft wurden.
Einfach unerträglich!
Diese Zahlen sind eine grobe Schätzung, ich persönlich gehe von weit über 1 Milliarde Euro Steuerschulden der Chinesen für 2019 aus.
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#1 Olaf Burchardt 2020-01-27 08:45
Ein Anstieg von 28% auf 38% ist ein Anstieg um 10 Prozentpunkte oder fast 36% - nicht um 10% wie geschrieben.
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