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3 – 15 Prozent mehr

Amazon erhöht Versandgebühren für FBA zum 1. April 2020

Veröffentlicht: 30.01.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 30.01.2020
Teure Pakete

Der 1. April ist eigentlich ein Tag des Spaßes, für viele Online-Händler bei Amazon dürfte es weniger heiter werden. Denn Amazon wird zum 1. April 2020 auf seinen europäischen Marktplätzen die prozentualen Verkaufsgebühren und Gebühren für den Versand durch Amazon (Fulfillment by Amazon/FBA) ändern, wie das Unternehmen im Seller Central bekanntgab. In einigen Bereichen bedeutet das für deutsche Online-Händler: Sie müssen in Zukunft deutlich mehr zahlen.

Deutsche Online-Händler müssen bis zu 15 Prozent mehr zahlen

Das betrifft unter anderem die lokalen Versandgebühren mit FBA in Standardgröße: Hier kommt es für Händler in Deutschland zu einer durchschnittlichen Erhöhung um 9,4 Prozent, wie die Amazon-Agentur Revoic analysiert. In anderen Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien fällt die Gebührenerhöhung im Schnitt kleiner aus, nur im Vereinigen Königreich ist sie mit 10,1 Prozent noch höher als in Deutschland. Für den FBA-Versand von Standardpaketen ab einem Gewicht von vier Kilo müssen deutsche Händler sogar bis zu 15 Prozent mehr zahlen. In anderen Gewichtsklassen und Bereichen liegt die jeweilige Gebührensteigerung zwischen drei bis sechs Prozent.

„Amazon belohnt scheinbar kleinere und leichte Pakete, die sie vermutlich vor allem mit ihren 'eigenen' Fulfillment-Dienstleistern versenden können. Händler sollten nun genau kalkulieren, welche Produkte hier besonders betroffen sind und gegebenenfalls die Preise anpassen. Auch Verpackungsoptimierung kann hier ein wichtiges Stichwort sein, um Versandkosten einzusparen“, empfiehlt Stephan Bruns von Revoic.

So begründet Amazon die Gebührenerhöhung

Die letzte Änderung der Amazon-Versandgebühren ist fast genau ein Jahr her. Amazon erklärt die Erhöhung mit den steigenden Kosten – vor allem für den kostenlosen 1-Tag-Premiumversand. Insgesamt habe Amazon im vergangenen Jahr in Europa mehr als 4 Milliarden US-Dollar in Infrastruktur, Programme, Personal sowie neue Tools und Serviceleistungen investiert, heißt es in der Mitteilung im Seller Central. So habe Amazon den Premiumversand auf mehr als sechs Millionen Prime-Artikel ausweiten können. Erst vor kurzem hat Amazon den Mindestbestellwert für Prime-Plus-Produkte gestrichen, für Produkte mit einem Wert von nur 1-2 Euro zahlen Prime-Kunden also keine Versandkosten, wie Amazon Watchblog berichtet.

Werbeaktion: Amazon senkt Verkaufsgebühren für bestimmte Artikel

In anderen Bereichen senkt der E-Commerce-Riese hingegen die Preise. So läuft vom 1. März 2020 bis 28. Februar 2021 eine Werbeaktion für Artikel, die mit Versand durch Amazon und Prime durch Verkäufer versendet werden: Amazon verlangt etwa für Bekleidung, Schuhe, Taschen und Zubehör in diesem Zeitraum nur noch eine prozentuale Verkaufsgebühr von sieben statt bisher 15 Prozent – allerdings nur für die Summe, die über dem Gesamtverkaufspreis über 45 Euro liegt. Auch bei elektronischen Geräten für die Körperpflege mit einem Gesamtverkaufspreis von zehn Euro sinkt die prozentuale Verkaufsgebühr: Händler zahlen dann nur noch acht statt 15 Prozent.

Eine Übersicht über die lokalen Versandgebühren mit FBA in Standardgröße für die verschiedenen Marktplätze kann man bei Revoic einsehen.
Im Amazon Seller Central finden sich außerdem sämtliche Übersichten zu 

  • den Änderungen der prozentualen Verkaufsgebühren von Amazon im Jahr 2020 (Europa)

  • den Änderungen der Versandgebühren für Versand durch Amazon im Jahr 2020 (Europa)

  • dem Vergleich der Versandgebühren für Versand durch Amazon für das Jahr 2020 (Europa)

  • und dem Programm für neue Artikel im Sortiment von Versand durch Amazon.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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