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Kurzmeldung

Corona-Wucher: Amazon sperrt 4.000 US-Seller

Veröffentlicht: 25.03.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 25.03.2020
Amazon Seller auf Smartphone-Display

Unredliche Online-Händler versuchen die kritische Situation in der Coronakrise auszunutzen und bieten stark gefragte Produkte zu überhöhten Preisen an. In Deutschland wurden bereits Tausende Artikel gelöscht, in Italien gab es sogar Razzien in den Amazon-Büros, um Informationen zu den entsprechenden Anbietern zu finden, wie der Amazon Watchblog berichtet.

Amazon sperrt 4.000 Online-Händler wegen Preistreiberei

Jetzt geht Amazon auch in den USA entschieden gegen Preistreiber vor und hat rund 4.000 Konten von Sellern gesperrt, wie Bloomberg berichtet. Die Anbieter hätten gegen die faire Preispolitik des Online-Marktplatzes verstoßen, so Amazon. Der E-Commerce-Riese hat dafür insgesamt rund eine halbe Million Angebote untersucht. „Wir tauschen auch proaktiv Informationen mit den Generalstaatsanwälten und den Bundesbehörden über Verkäufer aus, von denen wir vermuten, dass sie bei Produkten, die mit der COVID-19-Krise in Verbindung stehen, eine ungeheure Preistreiberei betrieben haben“, erklärt Amazon. Dazu gehören unter anderem Artikel wie Schutzmasken und Handdesinfektionsmittel. „Wir tolerieren keine Preistreiberei und haben langjährige Methoden und Systeme, um diese schädliche Praxis zu verhindern. Wir arbeiten energisch an der Bekämpfung der Preistreiberei.“

Auf einer eigenen Webseite informiert der Online-Gigant über die verschiedenen Maßnahmen gegen Preistreiber in der Coronakrise. Dazu gehört unter anderem die Überwachung möglicher Preistreiberei auf dem Marktplatz, sowohl durch menschliche Teams als auch durch künstliche Intelligenz. Auch Konkurrent Ebay hat mit Wucher-Angeboten zu kämpfen und geht ebenfalls dagegen vor.  

Die genauen Hintergründe zu womöglichen Wucherpreisen und der Vertragsfreiheit der Händler kann man hier nachlesen.

Das können Online-Kunden gegen Preistreiber tun

Die Verbraucherzentrale Brandenburg bietet Online-Shoppern in der Coronakrise die Möglichkeit, überteuerte Angebote auf Online-Marktplätzen zu melden. Dafür verweisen die Verbraucherschützer auf die Beschwerde-Box. „Helfen Sie aktiv mit, indem Sie unseriöse Angebote dieser Geschäftemacher bei den Portalen melden“, fordert Juristin Stefanie Kahnert von der Verbraucherzentrale Brandenburg auf.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#4 Nicolle 2020-03-30 22:01
Vielleicht sollte Onlinehändler-N ews mal seine Reichweite nutzen, um darauf hinzuweisen, dass Amazon bei der Sache weit über das Ziel hinausgeschosse n ist und wild Produkte unabhängig vom tatsächlichen Preis aufgrund von sogenannten Hochpreisfehler n deaktiviert. Tatsächlich werden viele Händler-Angebot e wegen angeblich zu hoher Preise deaktiviert, obwohl Amazon selbst (!!!) die gleichen Produkte zu viel höheren Preisen anbietet. Viele Produkte sind dadurch nicht mehr erhältlich, für andere Produkte müssen Kunden jetzt das Doppelte zahlen. Die Seller-Foren aller Amazon-Sprachve rsionen sind voll von Topics dazu.
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#3 Robert P. 2020-03-26 18:09
Was können wir Online-Händler gegen unberechtigte Löschungen tun?

Wenn ich die Aussage von Amazon lese kommen mir die Tränen!

„Wir tolerieren keine Preistreiberei und haben langjährige Methoden und Systeme, um diese schädliche Praxis zu verhindern. Wir arbeiten energisch an der Bekämpfung der Preistreiberei.“

Ja, es ist völlig legitim solche Machenschaften einzudämmen, aber doch bitte auch nur solche.

Uns hat man - und da sind wir nicht alleine - unsere Toilettenpapier halter gesperrt, weil zu teuer.
Logischerweise kann man einen Halter nicht mit einer Rolle vergleichen, außer man heißt Amazon.

Trotz Erklärungsversu ch von uns - und ebenfalls vielen anderen Händlern (siehe Amazon Forum) - kommen vom Sellerservice nur vorgeschriebene Antworten die absolut nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun haben.

Nur ein Auszug!

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Preise zu prüfen, um dieses Problem zu vermeiden. Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Preis immer unter dem MRP liegt, um MRP-Verstöße zu vermeiden.

Dieser komplette Textbaustein ist in einem richtig guten Deutsch verfasst, abgesehen von den Texten von dem Bearbeiter selber.

Dadurch das solche Produktlöschung en auch zu einer kompletten Sperrung des Accounts führen kann, wäre hier Handlungsbedarf angebracht.

Wie gesagt, es bezieht sich hier lediglich um falsch gelöschte Artikel und ich würde fast behaupten, dass unter den 4000 gesperrten Händlern ähnliche Fälle vorliegen.

Grade in der aktuellen Lage muss man um jede Bestellung kämpfen und eine Sperrung kann für manche das komplette Aus bedeuten, besonders wenn es ungerechtfertig t ist.

Bei richtigen Abzockern ist diese Handlungsweise aber völlig korrekt.

Viele Grüße

Robert P.
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#2 Andreas 2020-03-26 16:49
Da wurde wieder mal ein Algorithmus geschrieben, der ganz viele Produkte (Haushaltsartik el) grundlos rausschmeißt. Seit Jahren traut man sich nicht die Preise zu erhöhen und nun verstößt man wohl gegen Amazons Preispolitik und darf sich rechtfertigen..
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#1 Michael Hans 2020-03-26 11:58
Ja dabei ist Amazon auch egal wie hoch die Einkaufspreise bei Großhändlern sind. Hier wird einfach alles gesperrt unter anderem auch faschongsmasken was wirklich ein Witz ist
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