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Otto Market

Otto kann Online-Händler nun automatisiert anbinden

Veröffentlicht: 02.04.2020 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 03.04.2020
Otto Market

Bereits im Januar ließ Otto im Rahmen der Präsentation der Geschäftszahlen in einem Hinweis durchsickern, dass man plane, Händler bzw. Marktplatz-Partner künftig automatisiert im Self-Service anbinden zu wollen. Man arbeite mit Hochdruck an der Lösung, hieß es damals. Jetzt ist es soweit: Wie der Konzern meldet, ist die automatisierte Self-Service-Anbindung ab sofort live und soll die Anbindungszeit enorm verkürzen. „Im besten Fall kann sich ein Partner bei uns in zwei Stunden anmelden und danach seine ersten Produkte auf otto.de verkaufen – in der Regel sind es zwei bis drei Tage. Bisher hat dieser Prozess teils mehrere Wochen gedauert“, erklärt Robert Schlichter, Leiter Partnermanagement bei Otto.

Für Händler ergeben sich damit zwei wesentliche Änderungen: Sie verkaufen auf Otto.de ab sofort im eigenen Namen und auf eigene Rechnung. Und zweitens: „Bisher haben Partner bestehende Produkte im Sortiment ergänzt. Heute können sie auch Produkte verkaufen, die es bereits gibt.“ Sowohl für den Marktplatz Otto Market als auch für den Konzern selbst bedeutet das eine entscheidende Verbesserung. Bislang war es für Partner oft nicht leicht, sich bei Otto anzumelden, räumt Schlichter ein. „Gleichzeitig erhielten wir Anfragen im vierstelligen Bereich.“ Dieses Missverhältnis soll die automatisierte Anbindung aufheben. Die Anmeldung hält Otto einfach: Auf der Seite otto.market finden die Händler die notwendigen Informationen und eine Anmeldemaske. Unter „Jetzt als Interessent für OTTO Market anmelden“ gibt der Händler seine Daten ein. Über die weiteren Schritte informiert Otto im Anschluss.

Partner-Anzahl soll noch 2020 stark steigen

In den vergangenen drei Monaten habe man 250 Partner angeschlossen, schon jetzt mehr als im kompletten vergangenen Jahr. Eine Weile wolle man noch mit „angezogener Handbremse“ agieren, um Prozesse auf die jeweiligen Bedürfnisse zuzuschneiden, die Handbremse wolle man aber in den nächsten Monaten lösen. Insgesamt hat der Marktplatz derzeit rund 500 Partner. Die weiteren Pläne sind durchaus ambitioniert, wie Schlichter erklärt: „Durch die automatisierte Anbindung im Self-Service rechnen wir im Jahr 2020 mit mindestens 1.000 weiteren Partnern.“

Die automatisierte Partneranbindung sei ein wichtiger Schritt für Otto in Richtung Plattform. Das Angebot werde sich massiv vergrößern, außerdem lasse man Wettbewerb zu: „Die Kund*innen entscheiden selbst, bei wem und zu welchen Konditionen sie kaufen möchten. Otto.de wird so auch zu einer Art Produktsuchmaschine.“ Zunächst konzentriert man sich aktuell auf die automatisierte Lösung und damit auf mittlere und größere Partner, für die sich diese Lösung besser eigne. Kleine Händler „mit 50 bis 100 Produkten“ können nach wie vor das User-Interface nutzen. Das Coronavirus hat Schlichter zufolge übrigens zunächst keinen Einfluss auf die weitere Planung.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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