Teilen Teilen Kommentare Drucken
Kooperation mit Shopify

So will Google YouTube zur Shopping-Plattform machen

Veröffentlicht: 12.10.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 13.10.2020
Frau hält Sneaker in die Kamera

Marken und Produkte werden vor allem durch Influencer auf YouTube bereits beworben und gehyped. Wenn ein Nutzer direkt etwas kaufen will, muss er jedoch einen Umweg über einen Link zum Webshop oder zu Marktplätzen wie Amazon nehmen. Jetzt will Google das Online-Shoppen auf YouTube bequemer machen und in Sachen E-Commerce den Rückstand zu Amazon aufholen, wie Bloomberg berichtet.

Kaufen per Video: YouTube kooperiert mit Shopify

Demnach arbeitet Google langfristig daran, dass YouTube-Nutzer in Videos vorkommende Produkte und Artikel über einen Link direkt kaufen könnten. Dafür soll zunächst eine ausgewählte Gruppe von YouTube-Anbietern Produkte in ihren Videos taggen und die weiteren Interaktionen der Nutzer tracken, diese Daten werden dann mit Googles Analyse- und Shopping-Tools verknüpft und ausgewertet. Das Ziel wäre dann quasi eine Art Produktkatalog wie ihn Online-Shopper auch von Amazon und Co. kennen. Das Suchmaschinen-Unternehmen kooperiert dafür außerdem mit Shopify. Ein Sprecher von YouTube hat die Pläne bestätigt und spricht von einem „Experiment“.

Es dürfte ein Versuch sein, sich über Video-Inhalte langfristig einen größeren Anteil am – vor allem in der Coronakrise wachsenden – E-Commerce zu sichern. Zwar feilt auch Google selbst weiter an seiner Shopping-Offensive und bietet Online-Händlern immer neue Funktionen – das Tochterunternehmen YouTube blieb in Sachen Monetarisierung und Online-Handel aber noch links liegen. Gleichzeitig fährt Amazon vor allem in der Coronaphase massiv Gewinne ein, und auch Konkurrent Facebook samt Instagram baut seine Shopping-Funktionen weiter aus.

„YouTube ist einer der am wenigsten genutzten Aktivposten“, erklärte der E-Commerce-Experte Andy Ellwood Googles Engagement. „Wenn sie beschlossen haben, darin zu investieren, ist das eine riesige Chance für sie.“ Und YouTube bietet mit rund zwei Milliarden monatlich aktiven Nutzern jede Menge Potenzial. Was Online-Händler jetzt schon von YouTubern lernen können, erklärt Dirk Bruns, Head of Video Sales Central Europe bei Google, im Interview.

So will Google mit YouTube Shopping Geld verdienen

Wie genau Google mit dem angedachten YouTube Shopping Geld verdienen will, ist noch unklar. Eine naheliegende Möglichkeit: Das Unternehmen erhält Provisionen für die Verkäufe über die jeweiligen YouTube-Kanäle. Das läuft etwa bereits bei Nutzern, die zahlungspflichtige YouTube-Kanäle abonnieren – hier erhält YouTube eine 30-prozentige Provision von den Kanal-Betreibern, sogenannten Content Creators. 

Dass auch die Konkurrenz längst auf Videos setzt, zeigt sich bei Amazon: Der Online-Marktplatz bietet seinen Händlern seit geraumer Zeit, mit Video-Livestreaming die Verkäufe anzukurbeln.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Markus Gärtner

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.