„Small and Light“-Produkte

Amazon erhöht FBA-Gebühren für kleine Artikel

Veröffentlicht: 31.05.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 31.05.2021
Hände auf Amazon-Umschlag

Schon wieder Änderungen bei Amazon FBA, die Marktplatz-Händler nicht erfreuen dürften. Gerade erst zog Amazon wegen der Neuerungen bei Lagerbestandsindex und Auffüllbeschränkungen jede Menge Kritik auf sich, jetzt gibt es höhere Gebühren und neue Abmessungen für die Produkt-Kategorie „Small and Light“, wie das Unternehmen im Verkäuferportal Seller Central mitteilt. Für „Small and Light“-Produkte fordert Amazon einen maximalen Verkaufspreis von zehn Euro.

So ändern sich für Händler, die das Fulfillment by Amazon (FBA) im Vereinigten Königreich und in der EU nutzen, ab dem 8. Juni die Versandgebühren.

Übersicht über neue Amazon-FBA-Gebühren 

Für einen kleinen Umschlag (80 Gramm; ≤ 20 x 15 x 1 cm) fallen pro bei Amazon verkaufter Einheit diese Kosten an:

  • Deutschland: 1,00 Euro
  • Frankreich: 1,40 Euro
  • Italien: 1,45 Euro
  • Spanien: 1,35 Euro
  • Vereinigtes Königreich (UK): 0,60 Pfund

Für kleinere Standardumschläge (60 Gramm; ≤ 33 x 23 x 2,5 cm) entstehen diese Gebühren:

  • Deutschland: 1,15 Euro
  • Frankreich: 1,60 Euro
  • Italien: 1,60 Euro
  • Spanien: 1,52 Euro
  • Vereinigtes Königreich (UK): 0,80 Pfund

Beim größeren Standardumschlag (210 Gramm; ≤ 33 x 23 x 2,5 cm) sind zu zahlen:

  • Deutschland: 1,32 Euro
  • Frankreich: 2,10 Euro
  • Italien: 1,85 Euro
  • Spanien: 1,65 Euro
  • Vereinigtes Königreich (UK): 0,85 Pfund

Beim großen Umschlag (225 Gramm; ≤ 33 x 23 x 5 cm) gelten die Kosten:

  • Deutschland: 1,95 Euro
  • Frankreich: 3,45 Euro
  • Italien: 2,60 Euro
  • Spanien: 2,18 Euro
  • Vereinigtes Königreich (UK): 1,42 Pfund

FBA-Händler mit Lagerbestand in Deutschland, die nicht an der Erweiterung des Logistiknetzwerks (Programm Mitteleuropa) teilnehmen und Amazon autorisieren, den Lagerbestand im Amazon-Versandnetzwerk zu lagern und zu bearbeiten (einschließlich Polen und Tschechische Republik), müssen für jede Einheit, die aus einem deutschen Logistikzentrum versandt wird, außerdem künftig eine zusätzliche Versandgebühr in Höhe von nur noch 25 statt bisher 30 Cent zahlen.

Das sagen FBA-Händler zu der Gebührenerhöhung 

Wie auch schon bei den letzten Änderungen sind einige Händler sauer, wie man im dazugehörigen Seller-Central-Forum lesen kann: „bin am kotzen hier“, heißt es. „40% Preiserhöhung mit einer Ankündigungsfrist von 10 Tagen? Wow, man darf gespannt sein was als nächstes kommt“, kritisiert ein anderer Foren-Nutzer. Auch können die Amazon-Händler die Preis-Erhöhung nicht einfach an die Kunden weitergeben – für derartige Artikel gelte eine Preisgrenze von 9,99 Euro, erklärt ein Nutzer.

Dilemma für Händler: Produkte werden für „Small and Light“-Programm zu teuer

Im Schnitt würden sich die Kosten für die Lagerung von „Small and Light“-Produkten im Programm Mitteleuropa damit im Durchschnitt um 30 Prozent erhöhen, sagt Stephan Bruns von der Amazon-Agentur Revoic. „Die deutliche Erhöhung der Versandkosten im Programm ’Small and Light’ ist für Seller ein Dilemma“, erläutert der Experte. Denn im Vergleich zum FBA-Standardversand sei das „Small and Light“-Programm bisher besonders günstig. Mit der „massiven“ Erhöhung der Versandkosten könne das jeweilige Produkt für den Händler aber wohl zu teuer werden und falle aus diesem Programm – dann bliebe aber nur der herkömmliche FBA-Versand. „Ein großer Briefumschlag mit 250 Gramm Gewicht, fällt hier aber schon mit 2,52 Euro (+ 35 Cent bei Lagerung nur in Deutschland) gegenüber 1,95 Euro (+ 25 Cent bei Lagerung nur in Deutschland) bei ’Small and Light’ ins Gewicht“, warnt Bruns. Im Endeffekt wird also doch der Amazon-Kunde die steigenden Kosten im wahrsten Sinne in Kauf nehmen müssen. „Die Produktpreise werden auf Amazon weiter steigen“, prognostiziert der Experte.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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