Kurzmeldung

Amazon entfernt auch Anbieter Choetech vom Marktplatz

Veröffentlicht: 06.07.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 06.07.2021
Amazon

Das Unternehmen Choetech verkauft seit 2013 kabellose Ladegeräte in über 80 Länder, über den eigenen Webshop und auch über Amazon. Doch der Absatz über den Online-Marktplatz ist jetzt erst mal gestoppt, denn Amazon hat das Unternehmen als Anbieter gesperrt, wie Caschys Blog berichtet. 

Amazon hat sich zu den Gründen dafür nicht offiziell geäußert, wir haben Choetech um eine Stellungnahme gebeten. Allerdings könnte es dabei um gefälschte Bewertungen gehen. Amazon hatte deswegen zuletzt verschiedene Händler von seinem Marktplatz entfernt, wie die chinesischen Hersteller Ravpower, Mpow und Aukey.

Choetech startete in Deutschland erst 2021 mit dem Verkauf von iPhone-12-Accessoires. Das Unternehmen will die eigenen Produkte in Deutschland aber künftig über die Elektronik-Kette MediaMarkt und das Vergleichsportal Check24 verkaufen.

Amazon versagt bei der Kontrolle über den Marktplatz

Das E-Commerce-Analyse-Unternehmen Marketplace Pulse hat das chinesische Geschäft mit den gefälschten Bewertungen und die Dimensionen genauer ins Auge gefasst. Der Gesamtjahresumsatz der bisher suspendierten Amazon-Verkäufer übersteige eine Milliarde US-Dollar, Produkte wie etwa eine elektrische Zahnbürste von Fairywill gehörten teils zu den meistverkauften Artikeln auf Amazon. „Sie haben das System betrogen, weil sie wahrscheinlich das Gefühl hatten, dass wenn sie es nicht tun, es andere tun werden. Amazons ineffektive Aufsicht über den Marktplatz ermöglichte dies. Und es hat funktioniert; viele Jahre lang“, sagt Joe Kaziukenas.

Einige der gesperrten Ex-Amazon-Händler hätten bereits Entlassungen oder sogar Konkurs angekündigt. „Das wird unweigerlich dazu führen, dass viele andere (und Verkäufer außerhalb Chinas) ihre Amazon-Strategie neu überdenken“, erklärt Kaziukenas. 

Amazon selbst geht nun stärker gegen das Geschäft mit Fake-Bewertungen vor und forderte zuletzt auch von Facebook, wo sich Anbieter und Nachfrager beim Bewertungsbetrug oft finden, mehr Schützenhilfe. Allerdings kommt auch immer mehr Druck aus der Politik: Unter anderem ermittelt die britische Wettbewerbsbehörde aktuell wegen des Themas gegen Amazon.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#1 icke 2021-07-07 09:43
Amazon geht noch massiver gegen Kleinunternehme n vor. Sperrt Produkte, setzt das Portal auf gefährdet, verlangt das Beibringen von Rechnungen der Lieferanten, aus deren Einkäufen, Konformitätsübe rprüfungen der Produkte die Verkauft werden, Massenhaft Fotos der einzelenen Produkte/Verpak ungen und deren Inhalt, Rechnungen des Großhändlers an den Einzelhändler.
Interessant daaa alle Händler ausser AMAZON selbt sowie die Herstellerfirma nicht betroffen sind.
Vorwurf: Illegaler Verkauf von Produkten der Firma [Anm. d. Red.: Bitte beachte unsere Netiquette]
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