Der frühe Vogel

Delivery Hero verdoppelt Verlust und könnte bei Lieferdienst Gorillas einsteigen

Veröffentlicht: 27.08.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 27.08.2021
Fast-Food: Burger und Pommes

Delivery Hero strauchelt weiter. Nachdem die Fast-Food-Vermittlungsplattform im ersten Halbjahr 2020 noch einen Verlust in Höhe von 448 Millionen Euro auswies, hat sich der Fehlbetrag mittlerweile verdoppelt: In den ersten sechs Monaten 2021 lag er nun bei 918 Millionen Euro. Allerdings dürfen die tiefroten Zahlen nicht über das starke Wachstum hinwegtäuschen, das der Anbieter von Burgern, Pizza und Co. weiter hinlegt: Mit insgesamt 1,22 Milliarden Bestellungen hat sich die Bestellzahl im Vorjahresvergleich ebenfalls verdoppelt, genau wie der Umsatz, der nun bei 2,68 Milliarden Euro liegt.

Für Aufsehen sorgt Delivery Hero derweil jedoch nicht nur wegen der gestiegenen Verluste, sondern auch aufgrund von Gerüchten, über einen möglichen Einstieg beim Lieferdienst Gorillas. Insider hätten demnach verlauten lassen, dass Unternehmenschef Niklas Östberg in einem ersten Schritt 200 Millionen Euro investieren und später noch weitere 200 bis 400 Millionen Euro investieren wolle, schreibt Spiegel Online mit Verweis auf das Manager Magazin. „Auch bestehende Investoren, darunter der chinesische Internetgigant Tencent und der US-Hedgefonds Coatue Management, sollen sich an der Runde beteiligen“, heißt es weiter.

Auf Nachfrage habe sich Delivery Hero allerdings nicht zu den Gerüchten äußern wollen. Auch der Schnelllieferant Gorillas blieb ein Statement schuldig. Zuletzt geriet Gorillas in die Schlagzeilen, da die Lieferanten des Unternehmens großflächige Streiks angeschoben hatten: Sie kritisieren die Arbeitsbedingungen, unzulängliche Ausstattung der Fahrer und fordern zudem bessere Bezahlung und fairere Behandlung der Angestellten. Auch bei den potenziellen Geldgebern lief zuletzt nicht alles rund: DoorDash, ein US-amerikanischer Lieferservice, sei kurz vor einem Deal kürzlich abgesprungen.

Fielmann will Online-Geschäft ausbauen

Die Geschäfte von Fielmann entwickeln sich gut. Im ersten Halbjahr 2021 konnte das Unternehmen seinen Konzernumsatz um 29 Prozent auf fast 790 Millionen Euro steigern, wobei sich das zweite Quartal mit einem Wachstum von knapp 60 Prozent als besonders stark erwies. Die Gewinne wuchsen um satte 150 Prozent auf 64,5 Millionen Euro und auch für das laufende Jahr wird ein Plus des Konzernumsatzes von mehr als 20 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro erwartet.

Und wie es scheint, befindet sich das Hamburger Brillenhaus mitten in einer Wandlung: Noch vor wenigen Jahren wehrte sich das Unternehmen vehement gegen den Online-Handel. Mittlerweile scheint man die digitalen Potenziale allerdings anders einzuschätzen und sieht den Omnichannel nach Angaben von Heise Online „als eine wichtige Triebfeder für sein Wachstum“. Die stationären Filialen sollen künftig durch einen verstärkten Online-Handel ergänzt werden. Dabei will das Unternehmen nicht nur neue Apps nutzen, sondern auch auf künstliche Intelligenz zurückgreifen. Auf längere Sicht soll der Online-Anteil im Geschäft mit Sehhilfen auf zehn Prozent anwachsen.

Konsumenten sorgen sich um vierte Corona-Welle

Die aktuellen Bedingungen bei den Verbrauchern könnten derzeit besser sein: Die Inzidenzzahlen steigen wieder, die Impfungen schreiten nur langsam voran und auch die Verbraucherpreise steigen. Dies alles führt laut der Zeit dazu, dass sich das Konsumklima eintrübt. Die Verbraucher seien nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung „spürbar verunsichert“ und „befürchten, dass Beschränkungen sogar wieder verschärft werden könnten“. Für den September knickt das GfK-Konsumklima daher für September weiter ab und liegt bei minus 1,2 Punkten.

Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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