Nicht-zertifizierte Schutzmasken

Nach Händler-Klage: Amazon muss 75.000 Euro Ordnungsgeld zahlen

Veröffentlicht: 09.05.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 09.05.2022
Frau mit Coronamaske

In der Hochphase der Corona-Pandemie gab es auf den Online-Marktplätzen auch immer wieder jede Menge gefälschte und nicht zugelassene medizinische und Hygiene-Artikel. Auch auf Amazons deutschem Marktplatz wurden von Händlern unter anderem FFP2- und KN95-Masken ohne ausreichende Zertifizierung verkauft. Nachdem ein Händler dagegen geklagt hatte, muss Amazon nun ein Ordnungsgeld von 75.000 Euro zahlen, wie golem berichtet. Das Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf ist rechtskräftig und kann nicht mehr angefochten werden.

Händler klagte schon 2020 gegen Amazon

Das Unternehmen Masecori Gmbh vertreibt selbst unter anderem FFP2-Masken. Schon 2020 klagte der Online-Händler und erhielt vor dem Landesgericht Düsseldorf Recht: Amazon musste eine einstweilige Verfügung hinnehmen und die entsprechenden Artikel entfernen. Trotzdem waren bei Amazon immer wieder Masken zu finden, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprachen – vor allem von chinesischen Händlern. 

Wir haben bei Amazon eine Stellungnahme zu dem Urteil angefragt.

Kritik auch am Handel mit Lebensmitteln auf Amazon

Masecori-Geschäftsführer Torsten Duffner hatte zuvor sowohl Amazon als auch die beanstandeten Händler kontaktiert, jedoch keine Rückmeldung erhalten. Er kritisiert auch andere Bereiche bei Amazon, die anscheinend nicht ausreichend kontrolliert werden würden – etwa Lebensmittel. „Auf Amazon ist nahezu jeder dritte Lebensmittel-Artikel fehlerhaft“, behauptet der Händler bei golem.de. „Es wäre für Amazon kein Problem, bei der Anlage von Artikeln die gesetzlichen Angaben zwingend zu fordern, das tun die aber nicht. Wir wurden deswegen auch schon abgemahnt und mussten sogar schon Ordnungsgeld bezahlen, obwohl wir nachweisen konnten, dass wir Amazon alle notwendige Daten zur Verfügung gestellt hatten.“ 

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Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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