Geschäftsbericht

About You will raus aus der Verlustzone (Update)

Veröffentlicht: 24.05.2022 | Geschrieben von: Redaktion | Letzte Aktualisierung: 27.05.2022
Website von About You auf einem Smartphone

About You hat ein klares Ziel vor Augen: weiteres, deutliches Wachstum. Im laufenden Geschäftsjahr will die Modeplattform ihre Erlöse um 25 bis 35 Prozent steigern und damit auf einen Wert von maximal 2,34 Milliarden Euro antreiben. Dies ließ das Unternehmen nach Angaben von Reuters am Dienstag verlauten.

Um diese Pläne zu verwirklichen, wird About You die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden noch stärker in den Mittelpunkt rücken: Im Einzelnen soll das Einkaufserlebnis für die Shopper weiter verbessert werden. Darüber hinaus will die Otto-Tochter nicht nur das Sortiment und damit die Produktvielfalt erweitern, sondern noch mehr Menschen vom eigenen Angebot überzeugen – und zwar, indem die internationale Präsenz durch Investitionen erweitert wird.

Verlust von 67 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr

Obwohl das Hamburger Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 2021/22 (bis Ende Februar) ein Umsatzwachstum auf 1,73 Milliarden Euro und damit ein sattes Plus von 48,5 Prozent verzeichnen konnte, befindet sich der Anbieter aktuell noch in der Verlustzone.

Während im vergangenen Jahr noch ein Minus von knapp 67 Millionen Euro unterm Strich standen, sollen es laut aktueller Prognosen im laufenden Geschäftsjahr 2022/23 noch zwischen 70 und 50 Millionen Euro werden. Im Geschäftsjahr 2023/24 will About You dann allerdings endlich den Break-even schaffen und somit erstmals Gewinne verbuchen.

Ausweitung der internationalen Präsenz

Aktuell ist About You in 26 europäischen Ländern vertreten. Im vergangenen Jahr erfolgten dabei die Markteintritte in Griechenland, Portugal und Norwegen. Um die Brand-Awareness in den neuen Märkten effektiv zu generieren, nahm der Modehändler die Expansion in mehreren Schritten vor, bestehend aus Marktforschung, Soft-Launch, einem so genannten Big-Bang-Event (Aktivierung der Marke) sowie dem Scaling mit begleitenden Marketing-Kampagnen.

Unter anderem dank dieser Neuzugänge konnte das Unternehmen über 11,4 Millionen neue Kunden verzeichnen. Um auch über die 26 direkt betriebenen Märkte hinaus agieren zu können, wurde im Dezember letzten Jahres die Global Shipping Platform begründet. Dank dieser können Kunden in fast 100 Ländern weltweit beliefert werden. 

Mehr Engagement durch tagesaktuelle Fashion-Updates

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 plant der Modehändler in ausgewählten Märkten den Start eines neuen „Hot Drops“-Bereiches innerhalb der App. In diesem sollen täglich neue Artikel präsentiert werden, um somit das Interesse von Kunden zu steigern. Die Angebote werden dabei limitierte und exklusive Kooperationsware enthalten. 

Neben Live-Shopping-Formaten soll hier auch verstärkt auf Video-Inhalte gesetzt werden. Aufgrund der Limitierung der Produkte setzt das Unternehmen auf die so genannte „Fear of Missing Out“ der Kunden, also die Angst, etwas zu verpassen. Zusätzlich zu diesen schnellen Trend-Kooperationen ist der Aufbau eines Outlets im Rahmen einer designierten App geplant.

Emissionssenkung um 44 Prozent

Der Modehändler zeigt sich weiterhin über die sichtbaren Erfolge der seit Oktober 2020 laufenden CO2-Kompensation erfreut. So konnte der effektive CO2-Ausstoß im Geschäftsjahr 2021/22 um 44 Prozent gesenkt werden.

Um auch Kunden ein verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Konsumieren nahezulegen und zu ermöglichen, wurde der Anteil an nachhaltigen Produkten gesteigert sowie die Second-Hand-Kategorie verstärkt ausgebaut. Dadurch machen nachhaltige Produkte mittlerweile 20 Prozent des Unternehmensumsatzes aus.

Weitere Informationen möchte About You am 31. Mai in einem separaten ESG-Report veröffentlichen.

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Kommentare  

#1 Dirk 2022-05-25 10:14
Es ist schon immer wieder erstaunlich, wieviel Geld diese Online-Monster über Jahre verbrennen dürfen, bevor sie vielleicht irgendwann Gewinn machen.
Dass die Investoren und Shareholder da bisweilen einen sehr langen Atem brauchen, hat schon Zalando gezeigt, die trotz aggressivstem Marketing, Mitarbeiter-Aus beutung und knallharter Wettbewerbsverd rängung 10 Jahre brauchten, um endlich schwarze Zahlen zu sehen. Danach mussten dann noch die hunderte Millionen Euro Verluste erst mal wieder reingeholt werden...
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