Pläne für 2023

Amazon startet neue Marktplätze in diesen Ländern

Veröffentlicht: 20.06.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 20.06.2022
Einkaufswagen mit Amazon auf Karte

Amazon breitet sich weiter auf der Erde aus: Wie Business Insider berichtet, will der E-Commerce-Riese in fünf weiteren Ländern mit einem Marktplatz starten. Die Expansion soll Belgien, Chile, Kolumbien, Nigeria und Südafrika umfassen. Die Projektnamen klingen teils angriffslustig: Der belgische Marktplatz heißt Project Red Devil (auch das belgische Fußballteam wird so genannt), Südafrika und Nigeria laufen unter dem Codenamen Fela, übersetzt „der Kriegerische“. Chile und Kolumbien sollen intern Project Salsa heißen. Amazon selbst hat sich noch nicht offizell dazu geäußert.

Neue Amazon-Marktplätze in Belgien, Chile, Kolumbien, Nigeria und Südafrika

Im europäischen Nachbarland Belgien soll es schon im September 2022 losgehen, Kolumbien und Südafrika sollen im Februar 2023 folgen, Chile und Nigeria im April. Amazon will überall auch seinen Fulfillment-Dienst FBA anbieten. 

Sowohl in Südamerika als auch in Afrika geht Amazon noch recht neue Wege und versucht einen Markt zu erobern, der schon jeweils von einem Marktplatz dominiert wird. In Afrika operiert Jumia („das Amazon Afrikas“), in Südamerika ist der argentinische Anbieter Mercado Libre mit einem Ebay-ähnlichen Modell bereits stark vertreten. Amazon muss aber seine Reichweite ausbauen, da sein E-Commerce-Volumen in vielen bestehenden Marktplatz-Regionen schon gesättigt ist.

Wie wählt Amazon neue Märkte aus?

Wir haben in einem eigenen Artikel bereits Amazons weltweite Expansionsstrategie untersucht (siehe Infokasten). Darin werden als mögliche Faktoren für einen Start Amazons in weitere Länder unter anderem das Marktpotenzial, die Marktintensität, die gesamten politischen Rahmenbedingungen, die Nähe zu einem bereits etablierten Amazon-Land sowie das Cross-Border-Exportvolumen genannt. Was könnten also die Gründe für diese Länder-Auswahl Amazons sein?

Vor allem in Afrika ist Amazons Eintritt ein gewagter Schritt – viele Länder des Kontinents weisen weder politische noch wirtschaftliche Stabilität auf. Bisher bot Amazon nur in Ägypten einen eigenen Marktplatz. Südafrika gehört allerdings zu den Vorzeigestaaten, ist dort die wirtschaftlich stärkste Nation und auch als einziges afrikanisches Land Teil der G20-Wirtschaftsmächte. Nigeria zählt mit über 200 Millionen Menschen als die größte Volkswirtschaft Afrikas. 

Auch Belgien und Chile stehen wirtschaftlich relativ gut da, in den Niederlanden und Frankreich gibt es außerdem schon bestehende Amazon-Marktplätze. Zuletzt startete Amazon in Europa eigene Marktplätze in Polen und Schweden. In Südamerika war Amazon bisher nur in Brasilien vertreten. Insgesamt betreibe das Unternehmen weltweit Marktplätze in 20 verschiedenen Ländern, heißt es.

 

Amazon hat nach einem schwachen Geschäftsquartal weiter unter anderem mit steigenden Logistik- und Lohnkosten zu kämpfen, hinzu werden nun die immensen Investitionen für die Expansion kommen. Doch der Konzern hat nicht umsonst in den vergangenen Jahren seine weltweite Logistik enorm aufgerüstet, um für neue Umsatzquellen gewappnet zu sein. So erwartet der Online-Riese laut der internen Dokumente etwa in Belgien Verkäufe im Wert von 3,94 Milliarden Euro bis 2027, heißt es. Dennoch soll die Bruttogewinnmarge außerhalb der Stamm-Märkte nur bei rund fünf Prozent liegen – in etablierten Ländern wie USA, Großbritannien und Japan dagegen bei rund 25 Prozent.

E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann hatte 2020 geschätzt, dass die nächsten Länder in Europa unter anderem Ungarn und Tschechien sein könnten.

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Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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