Händlerumfrage

Ebay: Jeder zweite Händler leidet unter aktueller Wirtschaftslage

Veröffentlicht: 20.09.2022 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 20.09.2022
Ebay-Logo an Gebäude

Der Online-Handel blickt angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation sorgenvoll auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Das gilt vor allem für kleine und mittelständische E-Commerce-Firmen, wie eine Umfrage verdeutlicht, die Ebay gemeinsam mit dem Meinungsforschungsportal Statista unter 787 kleinen und mittelgroßen Online-Händlern durchgeführt hat. Demnach erklärten mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten, derzeit stark oder sehr stark von den aktuellen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen wie der Inflation und steigenden Energiekosten betroffen zu sein.

„Wir leben in unsicheren Zeiten, die auch am Handel nicht spurlos vorübergehen“, weiß Oliver Klinck, Geschäftsführer von eBay Deutschland. Es gelte, nun verstärkt das Augenmerk auf die kleinen und mittelgroßen Händler zu richten. „Damit wir gemeinsam die Weichen in Richtung eines erfolgreichen und vielfältigen Handels der Zukunft stellen, sind Politik, Verbände und Unternehmen gemeinsam gefordert. Aber auch Konsument*innen sollten noch einmal mehr darauf achten, wo sie einkaufen. Bei ihnen liegt ja die eigentliche Macht. Wenn sie bei Kleinen kaufen, können sie damit Großes bewirken“, betont Klinck.

Händler beklagen hohe Energiekosten 

Schon jetzt plant jedes zweite Handelsunternehmen Energiesparmaßnahmen, um die steigenden Kosten abzufangen. Knapp ein Drittel setzt dafür bereits die eigenen Rücklagen ein. Die Mehrheit (56 Prozent) der befragten Unternehmen will allerdings die Preise für die angebotenen Produkte anheben, um so auf die Mehrkosten reagieren zu können – ein Effekt, der sich voraussichtlich auch negativ auf das ohnehin eingetrübte Konsumverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern auswirken könnte. Diese halten schon jetzt ihr Geld zusammen – die Konsumstimmung im September habe sich bereits massiv verschlechtert, wie das Marktforschungsunternehmen GfK erst kürzlich ermittelte. 

Ebay / Statista 

Die Unternehmen bereiten sich auch darauf vor: 44 Prozent der Befragten planen für das nächste Jahr mit weniger Umsatz.

Hohe Belastungen durch Lieferprobleme

Schwierigkeiten gibt es darüber hinaus aktuell auch bei der Warenbeschaffung. Den Umfrageergebnissen zufolge leidet ein Drittel der Händler stark bis sehr stark unter anhaltenden Lieferschwierigkeiten. Das gilt vor allem für jene E-Commerce-Unternehmen, die mit Neuware handeln. 

„Die Studie zeigt, dass es zahlreiche Herausforderungen, aber beispielsweise im Bereich Refurbished-Produkte, also nicht neuer Ware, auch Chancen gibt“, hebt Ebay-Chef Klinck weiter zu den Studienergebnissen heraus. Im Schnitt seien jene Händler, die neben Neuware auch gebrauchte, generalüberholte oder B-Ware in ihrem Sortiment führen, besser auf Lieferprobleme eingestellt, ergab die Auswertung. „Nur 22 Prozent aus dieser Gruppe sind stark oder sehr stark betroffen, wohingegen jede*r Zweite (57 Prozent) keine oder nur geringe Probleme mit Lieferschwierigkeiten hat“, fasst Ebay zusammen.

Hohe Unzufriedenheit mit der Politik

Von der Bundesregierung sowie politischen Maßnahmen für den Online-Handel halten die meisten Händler reichlich wenig: Sechs von zehn Befragten empfinden die Arbeit der Bundesregierung in Bezug die Branche als schlecht oder sogar sehr schlecht. Das liegt unter anderem auch an den zahlreichen gesetzlichen Anforderungen für das eigene Geschäft: Ein Viertel der kleinen und mittelgroßen Handelsunternehmen fühlt sich derzeit nicht auf das anstehende Elektrogesetz vorbereitet, selbiges gilt für die Neuerungen beim Verpackungsgesetz – etwa in Bezug auf die Verpackungskontrollpflicht für Online-Marktplätze.

Über die Autorin

Hanna Behn
Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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Kommentare  

#5 sascha 2022-09-22 08:51
Die Aussagen von Herrn Klinck sind Werbung, mehr nicht!
Wie in den aktuellen Werbespots zu sehen, soll Ebay so positioniert werden, als wären Sie die Helfer und Unterstützer der kleinen Händler.
Es geht alles nur um Profit für Ebay.
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#4 Stratmann 2022-09-21 15:57
@Hubert Palm.
Siehe es doch mal positiv.
Du brauchst nicht mehr(unter Umständen) ein ganzes Jahr warten,
sondern kannst monatlich das Weite suchen.
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#3 Ilias K. 2022-09-21 15:53
Die Gebühren bei Ebay sind durchschnittlic h 12%. Das ist mehr als das Gewinn bei manchen Produkten. Viele Händler verkaufen Ware unter Einkaufspreis. Das macht es zur Zeit unmöglich Geld zu verdienen. Wenn das weiter so geht, werden die meiste Händler schliessen und dann überlebt nur Amazon.
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#2 gunnar 2022-09-21 14:56
ebay würde vielen verkäufern und käufer , damit helfen nicht alles andauernd zum nachteil der verkäufer zu verändern.
was ebay als ,, super zukunft ,, immer anpreist , ist nur immer mehr arbeit und kosten für die händler.
mehr gewinn für ebay.
und wenn ein käufer was sucht, kommt meistens nur noch falscher kram ( wo verkäufer wohl extra anzeige gebühren für zahlen ) als ergebniss.
meine bekannten kaufen fast alle schon nicht mehr bei ebay und amazon.
und wer einer aktiengsellscha ft glaubt, hat schon lange verloren.
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#1 Hubert Palm 2022-09-21 10:12
Mir kommen die Tränen ob der Worte von Herrn Oliver Klinck.
Ebay macht sich also Sorgen um die kleinen Händler? Und weil das so ist, hat Ebay einfach mal das günstigere Jahresabonnemen t abgeschafft, und man darf jetzt statt ca. 65 Euro im Monat ca. 80 Euro im Monat Abokosten zahlen. Großartige Hilfe.
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