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Gastartikel

Warum die digitale Barrierefreiheit einen Mehrwert für Verbraucher und Verkäufer bietet

Veröffentlicht: 28.05.2019 | Autor: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 28.05.2019
Rollstuhlrampe

Im Zeitalter der Digitalisierung bedeutet der Zugang zu Angeboten des Internets Teilhabe und Selbstbestimmung, die essenziell für die persönliche Entwicklung und Lebensgestaltung sind. Menschen mit Handicaps werden bei der Konzeption von Websites oft nicht berücksichtigt und können infolgedessen nur wenige Inhalte nutzen. Von einer digitalen Barrierefreiheit profitieren aber nicht nur die Nutzer, sondern auch die Betreiber der jeweiligen Web-Präsenz: Diese können so weitere Besucher gewinnen und neue Kundenkreise erschließen.

Was genau versteht man unter digitaler Barrierefreiheit?

Offline wie online existieren zahlreiche Hürden: Bei Gebäuden schränken zum Beispiel fehlende Rampen oder Aufzüge die Mobilität von Menschen ein, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Im digitalen Raum bestehen ebenfalls viele Barrieren, die für Menschen ohne Handicap selten präsent sind. Die Mehrheit der User bedient einen PC mit Maus und Tastatur. Das ist aber nicht für jeden machbar oder sinnvoll – Blinde und Sehbehinderte greifen beispielsweise allein auf die Tastatur und Hilfsmittel wie die Braillezeile zurück.

Häufig wird beim Thema digitale Barrierefreiheit vergessen, dass nicht nur Angebote von Behörden oder aus den Bereichen Journalismus und Kultur zugänglich sein sollten, sondern auch die Möglichkeiten des Online-Shoppings. Während die Verbraucher durch den Einkauf via Internet an Selbstständigkeit gewinnen, können Händler hierüber neue Kundenkreise erreichen.

Vorteile der digitalen Barrierefreiheit für Online-Händler

  • Barrierefreiheit als Qualitätskriterium für Online-Shops: Solche Websites entsprechen oft wichtigen SEO-Kriterien, zum Beispiel hinsichtlich der Forderung nach einer klaren, übersichtlichen Struktur und einem responsiven Design.
  • Verringerung der Bounce Rate: Ist die Web-Präsenz mit einer Sehbehinderung nicht erfassbar, verlässt der Interessent den Online-Shop sofort wieder.
  • Erschließung neuer Kundenkreise durch bessere Zugänglichkeit des eigenen Angebots: Auf diese Weise können Menschen mit Behinderungen oder altersbedingten Einschränkungen sowie technisch wenig versierte Personen besser erreicht werden.
  • Image-Gewinn des Händlers beziehungsweise von Online-Shops und Marktplätzen: In einer diversen Gesellschaft ist die Teilhabe aller Menschen ein bedeutendes Ziel.

Wie kann digitale Barrierefreiheit aussehen?

Grundsätzlich gilt, dass Design und Programmierung einer Website darüber entscheiden, ob Menschen mit Handicaps sie alleine benutzen können oder dabei auf Hilfe angewiesen sind.

Eine klare, übersichtliche Struktur stellt die Basis für jede Interaktion dar. Die unterschiedlichen Einschränkungen erfordern allerdings verschiedene Zugangsmöglichkeiten zu Web-Präsenzen, weshalb diese immer mehrere Optionen zur Wahrnehmung und Bedienung bieten sollten. Beispielsweise ist es wichtig, dass die Navigation auf einer Seite nicht nur via Maus angesteuert werden kann, sondern auch allein mithilfe der Tastatur. Bei der Einbindung von Videos empfiehlt sich die Ausstattung mit Untertiteln, die sich bei Bedarf einschalten lassen.

Inhalt und Navigation einer Website sollten generell leicht zu verstehen sein. Ein sauberer Quellcode verbessert darüber hinaus seine Umsetzung durch sogenannte Screenreader. Dabei handelt es sich um Programme, die den Inhalt einer Web-Präsenz vorlesen oder via Braillezeile ausgeben. Durch die Bezugnahme auf den Code können (zusätzlich zum Text) Elemente wie Bilder, Call-To-Action-Buttons und Checkboxen wiedergegeben werden, wenn sie mit den erforderlichen Alternativtexten versehen sind. Zudem werden Überschriften und andere Strukturelemente als solche interpretiert, wenn sie entsprechend ausgezeichnet sind.

Weitere mögliche Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit

  • Gut lesbare, wenig verschnörkelte Schriftarten
  • Verstellbare Schriftgrößen
  • Farbkombinationen mit scharfen Kontrasten
  • Responsives Design
  • Verzicht auf Laufschrift, Layer Ads und Pop-ups

🡪 Bei geplanten Änderungen an der Website sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht neue Barrieren setzen. Ein Feedback-Mechanismus kann bei der laufenden Qualitätssicherung helfen: So lassen sich Probleme schnell erkennen und beheben.  

Über die Autorin

Julia Götzl arbeitet als Online-Redakteurin bei real.digital, wo sie unter anderem Beiträge für den firmeneigenen Blog real2business verfasst. Das Portal bietet Informationen über aktuelle Entwicklungen im E-Commerce und liefert spannende Hintergrundberichte zu branchenrelevanten Themen.

Kommentare  

#2 Marion Moser 2019-06-02 16:52
Ich fürchte, da hat jemand keine Ahnung von der Materie, man sollte sich besser informieren, bevor man so was schreibt.
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#1 Lydiaswelt 2019-05-29 07:45
Danke für den leicht verständlichen Beitrag, der mir als blinde Bloggerin aus dem Herzen spricht. [Anmerkung der Redaktion: Link entfernt]
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