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Finanzierung für Online-Shops

So erhalten Online-Händler Fördermittel für ihr Shop-Wachstum

Veröffentlicht: 14.08.2019 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 15.08.2019
Sparschwein

Gerade für kleine Online-Shops sind große Sprünge hinsichtlich Wachstum und des Ausbaus des eigenen Geschäfts finanziell gesehen nur schwer möglich. Sollte das nächste Millionengeschäft nicht unmittelbar um die Ecke warten, sind staatliche Fördermittel und Darlehen besonders für StartUps und Existenzgründer eine lohnende Möglichkeit, eine erste wichtige Finanzspritze zu erhalten. Allerdings empfinden viele Gründer das Thema noch immer als zu kompliziert, um sich tatsächlich damit auseinandersetzen zu wollen. Die Unternehmens- und Existenzgründungsberaterin Dagmar Schulz bringt Licht in den Fördermittel-Dschungel.

„Es gibt immer ein passendes Fördermittelprodukt“

Egal, ob das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt oder man bereits erste Erfahrungen im Geschäftsleben sammeln konnte, staatliche Gelder sind nicht an einen bestimmten Zeitraum gebunden. „Die Fördermittel müssen nicht unbedingt vor der Gründung des Online-Shops beantragt werden. Es ist durchaus möglich, erst einmal einige Monate zu testen, ob die Geschäftsidee tragfähig ist, um erst dann den Bedarf der Investitionssumme auszuloten und mit dem Online-Shop durchzustarten“, erklärt Dagmar Schulz. Es werden sowohl Onlineshop-Neugründungen unterstützt, als auch E-Commerce-Projekte, die bereits am Markt aktiv sind. Falls sich Gründer aber beispielsweise für einen Wachstumskredit entschieden haben, sollte man bereits rund zwei Jahre am Markt aktiv sein, so die Empfehlung der Gründungsberaterin. 

DagmarSchulz 1Fördermittel für einen Online-Shop kommen in ganz unterschiedlichen Formen daher. Grundsätzlich handelt sich dabei in der Regel um rückzahlbare Kredite mit besonders attraktiven Zinssätzen und Rückzahlungsmodalitäten. „Da gibt es z. B. das ERP-Gründerkredit Startgeld der KFW: Bei diesem Kredit ist es möglich, bis zu 30 Prozent der Darlehenssumme für laufende betriebliche Kosten zu nutzen. Die anderen 70 Prozent des Kredits müssen dann für Investitionen also z. B. für die Weiterentwicklung der Shop-Infrastruktur investiert werden“, erklärt sie eines der Modelle. Zusätzlich haben aber auch regionale Förderbanken wie z. B. die NRW Bank und deren Gründungskredit Fördermittel für Jungunternehmen im Angebot. „Grundsätzlich kann man sagen, dass es eigentlich egal ist, in welcher Phase sich Ihr Unternehmen gerade befindet: Es gibt immer ein passendes Fördermittelprodukt“, betont Dagmar Schulz. Auch die zur Verfügung gestellten Summen können stark variieren, Kredite bis zu einer Höhe von 100.000 Euro und darüber hinaus sind durchaus möglich.

Ein guter Businessplan ist das A und O

Interessenten für Fördermittel sollten sich in erster Linie bei ihrer Hausbank über entsprechende Optionen informieren. Auch neutrale Partner, wie die von Dagmar Schulz gegründete Unternehmensberatung 1a-STARTUP können ein erster Ansprechpartner sein. In beiden Fällen wird gemeinsam das beste Angebot für das eigene Geschäftsmodell ausgelotet. „Nach einer ausführlichen Prüfung würde die Hausbank dann Ihren Antrag zur finalen Kreditentscheidung an den Kreditgeber, z. B. die KFW-Bankengruppe oder andere Förderprogramme weiterleiten“, erläutert die Unternehmens-Inhaberin. Um eine Finanzierung zu erhalten, spielt die Größe des Unternehmens keine Rolle. „Wichtig ist eher die langfristige Tragbarkeit und Rentabilität, die ausführlich mit einer Planungskalkulation und einem Businessplan, der keine Fragen offen lässt, dargestellt werden sollte“, wie die Beraterin sagt. Förderungen können also auch von Einzelunternehmern in Anspruch genommen werden.

Das Wichtigste für einen Antrag auf Fördermittel ist ein aussagefähiger und überzeugender Businessplan, welcher sorgfältig ausgearbeitet und eine solide Kalkulation für die kommenden drei Jahre enthalten sollte. „Eine gute Vorbereitung ist wichtig, damit Sie die Bank von der Glaubhaftigkeit und Ernsthaftigkeit Ihres Projektes von Anfang an überzeugen können“, wie Dagmar Schulz die besten Chancen auf eine Finanzspritze zusammenfasst. Außerdem sollten Online-Händler genügend Vorlaufzeit einplanen. Von der Antragstellung bis hin zur tatsächlichen Auszahlung können oftmals zwei bis drei Monate vergehen. Darüber sollten sich Gründer bewusst sein, um nicht nach ein paar Monaten ohne finanzielle Mittel dazustehen. Weitere Unterlagen, die bei der Beantragung eingereicht werden müssen, sind eine Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung sowie eine Kapitalbedarfsplanung. Eine tadellose Schufa-Auskunft der Antragsteller gehört natürlich ebenfalls dazu. Je nach Projekt, können auch noch weitere Unterlagen gefordert werden. 

Gründer sollten sich beraten lassen

Generell sollten Shop-Betreiber vorher richtig unternehmerisch planen, um genau zu untersuchen, ob ein Finanzierungsbedarf besteht. Auch eine ausführliche Beratung sollten Gründer in Anspruch nehmen. Eine entsprechende Begleitung der Finanzierung wird außerdem von verschiedenen Förderprogrammen in fast allen Bundesländern mit einem Zuschuss zur Beratung unterstützt. Um das eigene E-Commerce-Business auf eine neue Stufe zu heben, sind staatliche Fördermittel also besonders für Gründer eine lohnenswerte Möglichkeit, um anstehende Investitionen zu tätigen.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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