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Meinung

No Black Friday und Co. – Darum braucht niemand Schnäppchen-Tage

Veröffentlicht: 19.11.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 19.11.2019
Black Friday

Die Zahl meiner Online-Käufe ist insgesamt recht überschaubar, aber für ein gutes Schnäppchen bin ich – sowohl im Web als auch im stationären Handel – eigentlich zu haben. Doch die gefühlte Reizüberflutung in der Vorweihnachtszeit durch Shopping-Aktionstage stresst – und erreicht damit das Gegenteil dessen, was Händler sich eigentlich von dem Umsatzboost am Jahresende erwarten.

Die irre Idee von Jack Ma

Wenn man gesetzlich einen halben Tag freibekommen würde, nur um zu shoppen – wäre das dann aufgrund des Konsums gut für die Gesamtwirtschaft oder wegen der fehlenden Arbeitswertschöpfung eher nachteilig? Vielleicht werden schon bald chinesische Volks- und Betriebswirtschaftler zusammen darüber brüten, wie ausgewogen die Idee von Ex-Alibaba-Chef Jack Ma ist, denn der hat jüngst genau das vorgeschlagen: Der Singles Day in China am 11.11. soll ein eigener Feiertag werden – nicht um sich zu erholen, sondern um zu kaufen. Die irrwitzige Idee aus Fernost zeigt den Stellenwert und auch den Hype um solche Tage, an denen viele Unternehmen Rekordumsätze einfahren. 

Darum nerven Cyber Week und Co.

Mir geht das ganze Gewese um Black Friday, Cyber Week, Singles Day und Wasweißich-Tag auf die Nerven. Das liegt vor allem an der zeitlichen Dichte: Alle erfundenen Kauf!-Jetzt!-Aktionen konzentrieren sich in den sechs Wochen vor Weihnachten – der Zeit, wo man durch Geschenke planen, suchen und finden eh schon ein dünnes Nervenkostüm hat. Und da hilft die konstante bunte Flut aus teils bemüht witzigen Anzeigen und Rabattaktionen nicht wirklich weiter – und echte Nachlässe sind sowieso selten, wie eine Studie zeigte

Außerdem wird ja nicht einheitlich über alle Plattformen und Nationen hinweg zu dem einen Rabatt-Tag aufgerufen, auf den man sich fokussieren kann. Alibaba versucht auch in Deutschland seinen Singles Day durchzudrücken, Amazon dehnt den Black Friday gleich über eine ganze Woche. Und wenn man ein Geschenk vor Augen hat, ist der jeweilige Anbieter bei dem speziellen Tag sicher nicht dabei – oder man hat ihn schon verpasst. 

Sogar Händler wollen keinen Black Friday

Im Übrigen hat zumindest auch der Großteil der deutschen Online-Händler kaum Bock auf den Black Friday, so eine andere Studie. Die Befürchtung: Zu viel Billig-Buhlerei schadet dem Jahresumsatz dann doch. Und auch ich bin mit meiner Verweigerung – zumindest für den Black Friday – nicht allein: Drei Viertel der Befragten einer aktuellen Forsa-Studie wollen am besagten Tag nicht shoppen. Da fragt man sich: Für wen gibt es diese Events überhaupt noch, wenn sowohl Händler als auch Käufer ihrer offensichtlich etwas überdrüssig werden? Nur eine Hoffnung bleibt von dem Shopping-Übermaß: Vielleicht greift ja einer unserer digitalkompetenten Politiker Jack Mas Vorschlag auf – wie der freie Tag dann wirklich genutzt wird, das kann ja (hoffentlich) noch keiner überprüfen...

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#2 Julian 2019-11-20 15:45
"wie der freie Tag dann wirklich genutzt wird, das kann ja (hoffentlich) noch keiner überprüfen..."

In CHINA schon, dann gibts gleich Abzüge im Social-Scoring, wenn man nicht in mindestens einem Geschäft von der Gesichtserkennu ng erfasst wurde ODER online geshopt hat mit der eindeutigen ID zum Login ins Internet.
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#1 Bernd 2019-11-19 17:15
Ich genieße als haendler die Tage und erhöhe meine Preise, nach langem und frustigem Suchen muss der Kunde doch ein Erfolg haben..... und kauft zu jedem Preis
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