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Features im Fokus: Virtuelle Anprobe im Modehandel

Veröffentlicht: 17.10.2013 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 17.10.2013 | Gelesen: 5815 mal

Zum Kleidungskauf gehört traditionell die Anprobe. Die Anprobe im Online-Handel ist aber nicht so einfach, oft bestellen die Kunden die Ware, probieren sie zu Hause an und senden viele Stücke zurück. Das bringt Ärger mit sich, sowohl für Kunden als auch für Händler. Virtuelle Umkleidekabinen sollen die Retourenquote in Zukunft verringern und den Online-Kleiderhandel stärken.

Der virtuelle Umkleideraum von Mixstyler.com

Virtuelle Umkleidekabinen sind streng genommen nicht neu. Schon vor einem Jahr bot zum Beispiel der Online-Händler Lingerieplease ein derartiges System an, wie wir berichteten. Lingerieplease ermöglichte es den Kundinnen, ein Model in ihrer Größe auszuwählen und in einem Video die gewünschten Artikel vorführen zu lassen. Auch der Online-Shop von Street One hat eine virtuelle Anprobe entwickelt und in diesem Jahr eingesetzt – Ziel war es, neue Kunden zu gewinnen und die Retourenquote möglichst niedrig zu halten. Im Umkleideraum von Street One können Kunden die Kleidungsstücke an verschiedenen Models kombinieren werden und dann die gesamte Kombination  bestellen. So konnte der Gesamtstil schon online angesehen und zusammengestellt werden.

Virtuelle Ankleide für kleine Shops

Auch Betreiber kleinere Shops können ein solches Tool integrieren. Wir haben uns mit Mixstyler einen Anbieter genauer angeschaut, der einen solche Technik entwickelt hat. Wie bei Street One kann die Kundin auch hier mehrere Kleidungsstücke kombinieren. Ebenso stehen mehrere Models zur Auswahl. Außerdem können die Models, und somit auch die Kleidungsstücke, in der Frontalansicht sowie von schräg hinten betrachtet werden. Die Kleidung kann auch in verschiedenen Zuständen angezeigt werden: Beispielsweise können Jacken geöffnet oder geschlossen und Ärmel auch hochgekrempelt werden.

Um diesen Effekt zu erzielen, werden Foto-Shootings durchgeführt. Sowohl die Models als auch die Kleidungsstücke müssen aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert werden. Das kann vom Händler selbst oder auch vom Anbieter durchgeführt werden. Die Aufnahmen werden dann zentral auf den Servern von Mixstyler gelagert. Zudem bietet Mixstyler auch Tools zur Feststellung von Besucherstatistiken an, um Erfolge direkt sichtbar zu machen.

Daniel Kuczaj von Mixstyler sieht in der neuen Technologie viele Vorteile: "Zum einen soll der Online-Shop durch die virtuelle Umkleide attraktiver wirken und so das Kauferlebnis verbessern. Neben diesen  Faktoren konnte Mixstyler eine höhere Verweildauer um bis zu 70 Prozent messen. Gleichzeitig stieg die Conversion-Rate um bis zu 50 Prozent die Stornoquote sank um bis zu 45 Prozent", so Kuczaj. Die zusammengestellten Outfits lassen sich auch in den sozialen Netzwerken teilen – so steigert ein Online-Shop seine Reichweite durch die Kunden selbst.

Zukunftsweisende Technologie

Die virtuelle Anprobe steckt noch in den Kinderschuhen, hat aber ein großes Zukunftspotenzial. Mixstyler arbeitet stetig an weiteren Verbesserungen und Erweiterungen der Technologie – vor allem das Gebiet der berührungslosen Technologien ist laut Kuczaj interessant. Eine Kooperation mit Leap Motion ermöglicht sogar, den virtuellen Umkleideraum nur mit Gesten zu steuern. Wie sich die Technologie entwickeln wird, bleibt spannend. Interessant ist der virtuelle Umkleideraum für Online-Modehändler aber allemal.

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