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Rückblick: Der Online-Handel im April 2017

Veröffentlicht: 02.05.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 02.05.2017 | Gelesen: 1850 mal

Ein ereignisreicher April liegt hinter uns: Neben Gebührenerhöhungen auf Ebay und Amazon sorgten auch Betrüger für einige Aufregung unter den Händlern. Doch es gab auch positive Meldungen. Wir blicken auf den Monat zurück.

Kalender im Monat April

© Icatnews – Shutterstock.com

Neue Gebühren bei Ebay und Amazon

Für Marktplatz-Händler begann der April mit einigen eher unliebsamen Nachrichten: Sowohl bei Ebay als auch bei Amazon wurde an den Gebühren geschraubt. Ebay stellte dabei im selben Zug auch ein neues Rabatt-System und ein neues Shop-Abo, den sogenannten Platin-Shop, vor. Dieser richtet sich an besonders anspruchsvolle Händler, schlägt aber auch mit einem stolzen Preis von knapp 5.000 Euro pro Monat zu Buche. Die Änderungen setzt Ebay ab Mai um.

Kurz darauf meldete auch Amazon, dass es neue Gebühren für Händler geben werde, wenn sie das FBA-Programm nutzen. Ab dem 1. Juni 2017 werden sich die FBA-Händler auf höhere Gebühren einstellen müssen. Die Preiserhöhung wird auch die Lagerung und die Retouren betreffen. Wer den Fulfillment-Service von Amazon nutzt, sollte sich also über die Änderungen umfassend informieren.

Betrugsfälle und Probleme im April

Die Online-Kriminalität nimmt massiv zu – das zeigte gegen Ende des Monats zumindest eine Erhebung des Bundeskriminalamts. Vor allem Phishing-Mails und Ransomware werden demnach von den Kriminellen oft eingesetzt. Einige Meldungen aus dem Monat scheinen diese Erhebung zu bestätigen: So waren gut gefälschte Phishing-Mails von PayPal im Umlauf. Bei Amazon rissen hingegen die Nachrichten um die Fake-Shops wieder einmal nicht ab. Im Gegenteil: Die Probleme mit den Fake-Shops scheinen im April wieder zugenommen zu haben.

Daneben meldeten vereinzelte Händler auch, dass es aufgrund einer falschen Produktkategorisierung auf Amazon zu Verlusten komme. Durch die Kategorisierung werde die falsche Gebühr berechnet, die Situation sei ein „völliges Durcheinander“, meldete ein Händler.

Unterdessen hat ein Betrüger Google und Facebook um 100 Millionen US-Dollar erleichtert. Bei der DHL und Hermes kam es gegen Ende des Monats durch vermeintliche DDoS-Attacken zu Ausfällen, die einige Händler vor Probleme stellten.

Neue Services für Online-Händler

Die DHL hat in der ersten April-Woche einen neuen Service angekündigt, mit dem Händler bei verspäteter Zustellung ihrer Pakete das Geld zurückbekommen sollen. Der „DHL Paket Prio“ genannte Service kann genutzt werden, wenn ein Händler eine Mindestversandmenge von 50 Prio-Sendungen am Tag generiert. DHL verspricht die Zustellung am nächsten Tag.

Auch Amazon hat einen neuen Service in petto und bietet Händlern, die grenzüberschreitend verkaufen, einen Umsatzsteuer-Service. Damit sollen die Händler ihre Umsatzsteuererklärung für die jeweiligen Exportländer schnell und einfach einreichen können. Der Service läuft bislang nur im Testbetrieb. Wer daran teilnehmen möchte, muss eingeladen werden.

Neuigkeiten gibt es auch von Zalando: Die Berliner arbeiten an einem Zustell-Service, bei dem die Standortdaten des Smartphones vom Empfänger mit einbezogen werden. So sollen die Paketboten den Kunden immer erreichen und fehlerhafte Zustellung ausgemerzt werden. Aber auch dieser Service befindet sich derzeit noch in der Testphase.

Zahlen über Zahlen über Zahlen...

Im April wurden auch die Unternehmenszahlen für das erste Quartal und/oder das vergangene Geschäftsjahr vorgestellt. Vorneweg: Viele Unternehmen konnten sich über ihre Ergebnisse freuen. So verzeichneten Amazon und die Google-Mutter Alphabet ordentliche Gewinne, Ebay kann auf eine Umsatzsteigerung blicken (enttäuscht aber die Börse) und auch Zalando verzeichnet ein gutes Wachstum (enttäuscht aber auch die Börse). Der britische Händler Asos freut sich unterdessen über eine Umsatzsteigerung, die durch den Brexit bedingt ist. Auch bei Spreadshirt, Zooplus und dm freut man sich über die erreichten Zahlen. Weniger gut sah es dagegen bei Rocket Internet aus – das Unternehmen konnte sich zwar verbessern, steckt aber immer noch in der Verlustzone. Euronics musste sogar einen Umsatzrückgang hinnehmen, obwohl man sich der Digitalisierung gewidmet hatte.

 

In eigener Sache: Award-Nominierung und unsere Kolumnen

In der OnlinehändlerNews-Redaktion gab es im April Grund zur Freude: Wir sind für den Tiger Award in der Kategorie „Bestes Online Marketing Magazin“ nominiert. Nun heißt es: Daumen drücken!

Im April haben wir uns in unseren Kolumnen wieder einigen Themen gewidmet: Julia Ptock hat sich direkt zu Beginn des Monats mit den Gebühren auf Amazon und Ebay beschäftigt („Der Marktplatz-Handel macht gerade keinen Spaß“), Christian Laude sinnierte über Sinn und Unsinn von Bestellknöpfen á la Dash-Button („Eine Wohnung voller Bestellknöpfe? Danke Amazon!“) und Christoph Pech fragte sich, wie viel ein Mensch in der digitalen Welt noch wert ist („Facebook und das tote Mädchen – Nutzerdaten sind nicht wichtiger als Mitgefühl“).

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