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Kolumne: Digitalunternehmen und ihre Namen – Keine Ahnung, was ihr macht

Veröffentlicht: 21.07.2017 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 21.07.2017

Warum klingen alle Digitalunternehmen gleich? Man setzt sich nicht von der Masse ab, indem man einen Trend bedient, der beim Kunden eher Fragezeichen denn Neugier verursacht.

Liebe Online-Shops, SEO-Dienstleister, FinTechs und Produktvergleicher: Wir lieben euch! Ehrlich! Ihr sorgt dafür, dass die Digitalbranche spannend bleibt, dass sich was bewegt und dass nicht nur Amazon, Ebay und Google die Schlagzeilen bestimmen. Ohne euch wäre unser Job viel eintöniger. Aber wir müssen reden! Denn in vielen Fällen habe ich erstmal überhaupt keine Ahnung, was ihr macht oder schlimmer: Ich verwechsele euch, weil eure Unternehmensnamen offenbar einem Generator entsprungen sind, dem Abwechslung bewusst abprogrammiert wurde.

Wer soll das auseinanderhalten?

Am Donnerstag stieß ich auf dieses Unternehmens-Quiz von Spiegel Online und um voll transparent zu sein: Ich bin nicht mit 11 von 11 Punkten rausgegangen. Dabei habe ich mit den MyMueslis, Deliveroos und Momondos täglich zu tun. Welcher Otto-Normal-Verbraucher soll denn auf den ersten Blick erkennen, was Momondo, Opodo, Tirendo, Ayondo, Limango, Stegimondo, Taledo oder Trivago machen und wer soll das auseinanderhalten? Besonders gern habe ich den -ify-Standard, auf den sich Spotify, Shopify, Bonify, Investify oder Segmentify stützen. Oder die ganzen Füchse da draußen (-fox).

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Das sollen nur ein paar viel zu gleich klingende Beispiele sein, es gibt da draußen noch Hunderte und Tausende weitere Unternehmen, die glauben, sich diesen Standards anpassen zu müssen oder gleich komplett kryptisch bleiben. Besonders unpraktisch für Journalisten sind dann auch immer diejenigen, die Klein- und Großbuchstaben „fantasievoll“ in ihren Marken anordnen.

Wenn kreativ, dann richtig

Klar, man kann nicht jede Firma nach ihrem Gründer benennen und auch klar, heutzutage und gerade im StartUps am Fließband gebährenden Digital-Business ist es schwerer denn je, einen klangvollen Namen zu finden, der sich abhebt und der – machen wir uns nichts vor – von Google passabel zu ranken ist. Aber es wäre doch super, wenn man sich auch wirklich abheben würde, oder? Mit den immer gleichen Bausteinen funktioniert das nicht.

Kreativität ist gut und schön, wenn, dann aber richtig. Es ist nicht kreativ, mit dem Strom zu schwimmen und in der Masse unterzugehen. Wenn der Nutzer erst einmal ins ‚Über uns‘ schauen muss (sofern er es überhaupt auf die Seite schafft), um zu checken, was los ist, dann stimmt etwas nicht. Ich will mehr Abwechslung! Das kann doch in der digitalen Welt nun wirklich nicht so schwer sein.

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