Infografik: Welche Besonderheiten bei der Webnutzung in China beachtet werden müssen

Veröffentlicht: 26.07.2017 | Geschrieben von: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 18.12.2017

Eine Infografik von CDNetworks zeigt die Webnutzung von China und Deutschland im Vergleich. Dabei zeigt sich, dass chinesische Internet-Nutzer insbesondere auf Online-Spiele stehen und ungeduldiger sind, wenn es um die Ladezeiten von mobilen Websites geht.

Sonnenuntergang in China

© simpletun - Shutterstock.com

Das Content-Delivery-Network CDNetworks hat die Webnutzung in China genauer unter die Lupe genommen und daraus entsprechende Schlussfolgerungen abgeleitet. Grundlegend liegt die Zahl an chinesischen Internet-Nutzern bei insgesamt 731 Millionen, was in etwa der kompletten Bevölkerung Europas entsprechen soll. Dabei unterscheiden sich sowohl die Infrastruktur als auch das Nutzerverhalten in vielen Punkten erheblich.

Online-Spiele für chinesische Surfer am wichtigsten

Eine wichtige Erkenntnis: China hat zwar gerade im Vergleich zu Deutschland eine geringere Internet-Durchdringung, holt dafür jedoch schnell auf. Die Chinesen surfen im Schnitt 22 Stunden in der Woche, während die Deutschen auf 27 Stunden kommen. Chinesische Surfer sind dabei etwas ungeduldiger, denn 73 Prozent finden, dass mobile Websites nicht länger als drei Sekunden laden dürfen (vs. 68 Prozent).

Doch womit beschäftigen sich die chinesischen Surfer? Ganz vorne mit dabei sind Online-Spiele: Für rund 366 Millionen bzw. 53,8 Prozent sind Online-Spiele wichtig. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 15 Millionen (20,4 Prozent). Dafür ist das Medium E-Mail in China weitaus unwichtiger, denn lediglich 37 Prozent bzw. 252 Millionen nutzen dieses. In Deutschland sind es mit etwa 47 Millionen bzw. 65 Prozent. Die Prozentzahlen sind hinsichtlich der Reisebuchungen sowie Online-Shopping und -banking relativ gleich auf.

Welche Schlussfolgerungen zieht CDNetworks aus diesen und weiteren Werten?

  • Mobile Optimierung: Bei den mobilen Websites in China soll es sich größtenteils um separate Primärlösungen handeln. Anstelle eines „Responsive Designs“ der vermeintlich normalen Website kommen speziell auf mobile Endgeräte ausgerichtete „Light Apps“ bzw. Microsites zum Einsatz, die sich auf das Suchmaschinen-Ranking auswirken. Sie sind zielorientiert und ermöglichen den Verbrauchern unter anderem, „einzelne Werbebotschaften über soziale Medien zu kommuniziere“, so CDNetworks.

  • SEM: In China ist nicht Google, sondern Baidu die meistgenutzte Suchmaschine. Ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Anbietern: Während Google erkennt, was wichtige Informationen sind bzw. wo sie zu finden sind, kann bei Baidu die Positionierung entscheidend dafür sein, ob Daten indiziert werden. CDNetworks rät deshalb, die wichtigsten Infos und Keywords möglichst weit oben auf der Website zu positionieren. Zudem sollen die dortigen Websites im Vergleich weitaus textlastiger und länger sein, dementsprechend weniger Ebenen haben.

  • Ladezeiten: Langsame Ladegeschwindigkeiten entstehen beispielsweise aufgrund der Entfernung zwischen China und Europa. Aber auch der „Filterungsprozess der sogenannten ‚Great Firewall‘“ und Probleme bezüglich der chinesischen Infrastruktur spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ein Website-Hosting im Land selbst soll für ein effektives SEO-Ranking nicht ausreichen.

Die Ergebnisse der Beobachtungen der Webnutzung von chinesischen und deutschen Internetnutzern hat CDNetworks in dieser Infografik zusammengefasst:

Infografik von CDNetworks

© CDNetworks 

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