Drei Datenschutz-Typen und warum die Fanatiker gar nicht so falsch liegen

Veröffentlicht: 23.05.2018 | Geschrieben von: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 23.05.2018

Die DSGVO macht Unternehmen das Leben zur Hölle. Horrende Strafen blühen jedem Unternehmen, dass die neue Datenschutzgrundverordnung ignoriert. Dabei wird die DSGVO gerade für die umgesetzt, die sich noch am wenigsten für den Datenschutz interessieren – nämlich die Verbraucher.

Datenschutz Meme
© Memeful.com

Die drei Verbraucher-Datenschutz-Typen

Bei diesen gibt es drei Gruppen, in denen sich sicherlich jeder irgendwo wiederfindet.

Der Datenschutz-Fanatiker

Der Datenschutz-Fanatiker hat meist einen höheren Bildungsabschluss und achtet wie ein Fuchs darauf, dass die eigenen Daten nur dort landen, wo sie hin sollen. Da gibt es kein Facebook, kein Instagram, statt WhatsApp wird ein Krypto-Messenger eingesetzt, das Smartphone wurde gleich gerootet (wenn es sich nicht um ein Fairphone handelt) und sowieso wird jede E-Mail nur verschlüsselt versendet. Ein Schock, als zuletzt raus kam, dass die auch nicht sicher sind. Der Datenschutz-Fanatiker ist großer Fan der DSGVO, unterliegt jedoch dem Irrglauben, dass sich jetzt alles ändern wird und wir bald im Datenschutzparadies leben. Übrigens: Das Wohnzimmer ist mit Auszügen der DSGVO tapeziert und die Fenster abgeklebt. Der Aluhut liegt bereit.

Der „Ich weiß, Datenschutz ist wichtig, aber Convenience geht vor“-Typ

Zu dieser Gruppe gehören schon recht viele Menschen. Hier finden sich auch alle gesellschaftlichen Schichten wieder. Wahrscheinlich zählen wir uns selbst als Verbraucher zu diesem Typ, der schon irgendwie immer in mindestens einem sozialen Netzwerk aktiv war und ist, WhatsApp eigentlich nicht mag, da es aber alle haben, eben auch nutzt (und dazu noch mindestens zwei anderer Messenger). Das sind die Leute, die eben mal schnell übers Smartphone online shoppen, dabei aber wenigstens kurz drüber nachdenken, welche Daten hier gerade erfasst werden und warum das eigentlich sein muss. Weil man die Schuhe dann aber doch haben will, wird bestellt. Egal ob die Angabe der Blutgruppe jetzt wirklich wichtig war. Allerdings würde dieser Typ nie auf die Idee kommen, seinen Ausweis einzuscannen und bei Instagram hochzuladen.

Der „Datenschutz Whaaat?“-Typ

Hier kann man nur klipp und klar sagen: Diesem Typen ist Datenschutz egal. Und da geht es sowohl um seine Daten als auch um die seiner Mitbürger. Kamera aus dem Fenster hängen und alles filmen? Kein Problem. Mit den Daten der Kumpels aus Spaß auf einer fragwürdigen Dating-Plattform anmelden? Kein Ding. Die Liste wäre hier unendlich weiterzuführen, aber dafür haben wir keine Zeit. Irgendwo muss der „Datenschutz Whaaat?“-Typ gerade irgendwelche Daten angeben und wild durch das Internet surfen und eine Daten-Spur wie ein Elefant auf Speed hinterlassen.

Die Geschichte lehrt uns, dass Datenschutz wichtig ist

Wir haben also diese drei Datenschutz-Typen bei den Verbrauchern (Mischformen sind übrigens durchaus möglich). Nur der erste freut sich über die DSGVO, der Rest dürfte mit den Schultern zucken und sich ganz BVG-like denken: „Is mir egal.“ Dass jetzt natürlich die Moralkeule kommt, war abzusehen und erwartbar. Aber Tatsächlich ist Datenschutz wichtig. Dabei darf und kann man hier nicht nur die Unternehmen in die Pflicht nehmen. Wenn Verbraucher ihre Daten jedem in den Rachen werfen der auch nur da ist, bringt mehr Transparenz überhaupt nichts.

Klar ist die Datensammelwut von Facebook oder Google ein schwieriges Thema. Es kann einem schon Angst und Bange werden, wenn man sich das Bewegungsprofil ansieht, dass beispielsweise Google erstellt. Wie schwierig solche Datensammlungen sind, zeigt uns auch die Geschichte. Bei den sogenannten „Rosa Listen“ handelte es sich um „Listen der homosexuell Verdächtigen“. Diese wurden, im Gegensatz zum aktuellen Status Quo, zwar von den Strafverfolgungsbehörden angelegt, doch runtergebrochen auf das Wesentlich handelt es sich dabei um Listen mit persönlichen Daten. Bei Facebook und Co. werden diese Daten eben freiwillig abgegeben. Für die Nazis waren die „Rosa Listen“ 1933 dann ein wichtiges Hilfsmittel bei der Verfolgung der Homosexuellen durch Gestapo und Kripo. Wo die ganze Sache geendet ist, sollte uns allen klar sein.

Das Beispiel aus der Geschichte zeigt: Daten – und eben solche extrem persönlichen Daten – können zu einer Gefahr für die eigene Person werden. Heute geben wir bei Facebook neben hunderttausend anderer Dinge auch unsere sexuellen Vorlieben an und sogar noch unsere politische Meinung. Wir können nur hoffen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt und die Daten in die falschen Hände fallen.

In diesem Sinne und zurück zu unseren drei Datenschutz-Typen. Auch wenn man über die Datenschutz-Fanatiker lacht und sich denkt „Jetzt hab dich mal nicht so“, ist an ihrer Einstellung schon was dran. Und wer jetzt sagt „Für mich interessiert sich eh keiner und ich habe nichts zu verstecken.“ dem sei folgendes ans Herz gelegt: Jeder hat was zu verstecken. Das nennt sich Privatleben.

Kommentare  

#2 Heidemann 2018-05-31 22:05
ist dieser Beitrag noch nicht reif für diese Zeit - oder warum erscheint er nicht ?
Sie können ja nicht ""passendes"" Schwärzen !
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ich bringe auch mal einen Zeitvergleich:
In der DDR konnte man frei seine Meinung sagen /schreiben - wenigstens einmal !
in der achso freien Bundesrepublik wird schon alles vorher zensiert - wir wissen ja - wer das dann als einziges zu lesen bekommt !
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ich vermisse hier in der Aufzählung - den Homo Sapiens Sapiens !
---
was Ihr Lieblingsprojek t dem Fanatiker angeht:
Er muss einfach falsch liegen - mit vielen Ausrufezeichen !
(siehe dazu mal selber unter Wikipedia nach ,und da möchte ich die Religion mal noch aussen vor lassen - das heißt wenn das nicht für einige schon eine geworden ist ?)
---
aber jetzt kommt erst richtig starker "Tobak" von Ihnen:
also selbst wenn ich Daten selber erheben würde - die mit den Nationalsolzial ismus in Einklang zu bringen ?
meine Käuferliste = rosa Liste ???
eher ist es doch wohl anders herum:
alles was ich irgendwo schreibe - besonders Staatskritisch usw. landet beim Verfassungsschu tz oder sonstwo wo es ausgewertet und für ewig gespeichert wird.
das beste Beispiel für die rechtlosigkeit aller Bürger:
https://www.tagesschau.de/inland/de-cix-bnd-klage-101.html
was da wohl die Fan`s dazu sagen ???
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#1 Heidemann 2018-05-31 13:30
ich vermisse hier in der Aufzählung - den Homo Sapiens Sapiens !
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was Ihr Lieblingsprojek t dem Fanatiker angeht:
Er muss einfach falsch liegen - mit vielen Ausrufezeichen !
(siehe dazu mal selber unter Wikipedia nach ,und da möchte ich die Religion mal noch aussen vor lassen - das heißt wenn das nicht für einige schon eine geworden ist ?)
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aber jetzt kommt erst richtig starker "Tobak" von Ihnen:
also selbst wenn ich Daten selber erheben würde - die mit den Nationalsolzial ismus in Einklang zu bringen ?
meine Käuferliste = rosa Liste ???
eher ist es doch wohl anders herum:
alles was ich irgendwo schreibe - besonders Staatskritisch usw. landet beim Verfassungsschu tz oder sonstwo wo es ausgewertet und für ewig gespeichert wird.
das beste Beispiel für die rechtlosigkeit aller Bürger:
https://www.tagesschau.de/inland/de-cix-bnd-klage-101.html
was da wohl die Fan`s dazu sagen ???
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