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05.07.2018 – EU stimmt heute über Urheberrechtsreform ab | Merkel warnt vor Technologie-Rückstand | Mister Spex geht weiter in die Fläche

Veröffentlicht: 05.07.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 05.07.2018

Im Europäischen Parlament steht die wegweisende Abstimmung zu Uploadfiltern an, Angela Merkel kritisiert den deutschen Technologie-Rückstand und Mister Spex will sich nicht mehr allein aufs Online-Geschäft verlassen.

EU-Flaggen
© artjazz / Shutterstock.com

EU-Abstimmung über Uploadfilter

Am heutigen Donnerstag findet im Europäischen Parlamant die vielleicht wegweisende Abstimmung über die neue Copyright-Richtlinie statt. Stein des Anstoßes sind die Artikel 11 und 13, die Uploadfilter und ein striktes Leistungsschutzrecht einführen würden. Kurz vor der Abstimmung hat die Informationsplattform Wikipedia in dieser Woche ihre italienischen und spanischen Auftritte blockiert. Wer die entsprechende Seite aufruft, bekommt lediglich einen Infokasten angezeigt, der die Hintergründe erläutert. Demnach hätten sich bereits 70 prominente Informatiker, darunter Tim Berners-Lee, der Erfinder des Internets, sowie 169 Akademiker, 145 Organisationen aus verschiedenen Bereichen und die Wikimedia Foundation gegen die Gesetzes-Vorschläge ausgesprochen. Auch aus der deutschen Politik ist die Kritik laut.

Bundeskanzlerin Merkel warnt vor Rückstand bei Technologien

Deutschland könnte in Sachen neue Technologien und künstliche Intelligenz zurückfallen. Davor warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel Heise Online zufolge am Mittwoch während der Haushaltsdebatte im Bundestag. Ein Fachkräftemangel sei Merkel zufolge aber nicht das Problem – Deutschland habe „herausragende Köpfe“, sagte die Bundeskanzlerin. „Aber wir müssen das einbinden in einer Gesamtstrategie von der Forschung bis hin zur Anwendung“, so Merkel weiter. Die Bundeskanzlerin warnte mit dem Beispiel des MP3-Players, der zwar in Deutschland erfunden, aber niemals vermarktet wurde – ausländische Anbieter machten das Gerät schließlich hierzulande groß. Merkel stellte die Industrie und die Vernetzung von Geräten im Internet der Dinge als Deutschlands Stärke heraus, die mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz kombiniert werden müsse.

Mister Spex baut Filialgeschäft aus, Fielmann-Aktie fällt

Der Online-Optiker Mister Spex will den Konkurrenten Fielmann nicht nur im Netz, sondern noch stärker auch auf der Fläche angreifen. Nach einer Gewinnwarnung fiel die Fielmann-Aktie unter der Woche auf ein Vierjahres-Tief. Quasi zeitgleich kündigte Mister Spex-Gründer Dirk Graber im Handelsblatt an, das eigene Netz von zehn Filialen auf eine dreistellige Zahl ausbauen zu wollen. Pläne, Mister Spex bis Herbst dieses Jahres zu verkaufen oder an die Börse zu gehen, würden daher zunächst verschoben. „Mister Spex wird mit eigenen Läden sicherlich nicht unattraktiver für unsere Investoren“, so Graber. Unterdessen will Konkurrent Fielmann zwei Millionen Euro mehr als geplant für die Digitalisierung ausgeben.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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