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Kommentar: Poor Donald. Oder: Warum Google fast nur „Fake News“ über Trump verbreitet

Veröffentlicht: 29.08.2018 | Autor: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 29.08.2018

Wenn Donald Trump sich bei Twitter anmeldet, dann geht es wieder los. In den Redaktionen von Zeitungen überall auf der Welt blinken die Alarm-Leuchten und alle fragen sich: Wen nimmt sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heute vor? Wer muss dieses Mal zittrige Knie bekommen und das manchmal doch eher sprachliche Wirrwarr – wir erinnern hier nur ganz kurz an den bis dato immer noch ungeklärten #covfefe – von Trump entziffern?

Ein Notebook zeigt auf dem Display Google Suchergebnisse zu Donald Trump
© Jeramey Lende / Shutterstock.com

Das neuste Opfer von Trump ist Google. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich nämlich selbst gegoogelt und war wirklich mal wieder „not amused“. Denn die Ergebnisse zu dem Keyword „Trump News“ gefielen ihm nicht. Seiner Meinung nach erscheinen bei der Suche hauptsächlich Fake News und schlechte Berichte über ihn. Poor Donald. Aber anstatt sich selbst zu hinterfragen und über sein eigenes Verhalten nachzudenken – und da gäbe es so einiges – wirft er Google vor, die Suchergebnisse manipuliert und zensiert zu haben, da die vielen positiven Berichte über ihn nicht erscheinen.

Ja... die vielen positiven Berichte. So viele. Tatsächlich fällt mir kaum etwas ein, was man wirklich als positiv bezeichnen könnte. Gut: Man muss ihm ja lassen, dass er das Gespräch mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un gesucht hat. Das zeugte zwar auch davon, dass sich Trump um die politischen Gepflogenheiten kein Stück kümmert und doch eher unkonventionell handelt, doch immerhin kam es zu einem Gespräch und einem historischen Handschlag. Das ist doch was Gutes und hey, die Berichterstattung zu dem Event in Singapur war gut. Aber sonst...

Schuld sind immer die anderen

Was will man schon zu jemandem sagen, der generell mit den Medien auf Kriegsfuß steht, überhaupt erst den Begriff Fake-News etabliert hat und in Verdacht steht, sich mit Unterstützung russischer Hintermänner die Wahl gesichert zu haben?! Natürlich sind die Berichte über ihn kritisch und hinterfragen sein handeln. Nur weil sie Trump nicht gefallen, heißt es noch lang nicht, dass sie falsch sind. Aber sich selbst an die Nase zu fassen, ist eben auch eine Kunst, die nicht alle – und Trump scheinbar am wenigsten – beherrschen. Also müssen andere an allem Schuld sein. Dieses Mal eben Google, die in ihren SERPs zum Großteil nur von „überregionalen linksorientierten Medien“ anzeigen. Echt Google. Schäm dich. Diese Zensur. Furchtbar. Dass auch andere Suchmaschinen wie Yahoo, AOL und Co. die selben „Fake“-Ergebnisse anzeigen, ändert nichts an Trumps Meinung.

Man könnte also fast – aber eben nur fast – meinen, dass an der Berichterstattung über Trump was dran ist. Als kleiner Tipp am Ende: Wer Gutes über sich lesen will, der muss eben auch Gutes tun.

Kommentare  

#1 FrankWank 2018-08-31 09:58
Hallo Julia Ptock

lassen Sie mich mal raten, die ganzen positiven Artikel (die es ja fast garnicht gibt) haben Sie über Google gesucht!=?!? merken Sie etwas!?!?

Nur so am Rande, was zahlt eigentlich Google!?!? ;)

mfg

FrankWank
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