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12.10.2018 – Gefälschte Ausweise: Bafin prüft N26 | Uber Black droht das Aus | „Peinliche“ Gewinnwarnung: Freenet kritisiert Ceconomy

Veröffentlicht: 12.10.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 12.10.2018

Die Digitalbank N26 soll die Kontoeröffnung mit gefälschten Ausweisen ermöglicht haben, Uber Black droht in Deutschland offenbar das Aus und Freenet lässt wegen der „peinlichen“ Gewinnwarnung kein gutes Haar an Ceconomy.

N26-Bankkarte und App
© N26

N26: Bafin leitet Prüfung wegen gefälschter Ausweise ein

Der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) liegen der WirtschaftsWoche zufolge Hinweise vor, dass Kunden mit gefälschten Ausweisen Konten bei der Digitalbank N26 eröffnet haben. Die Bafin sei derzeit dabei, die Vorgänge aufzuklären und habe „die notwendigen aufsichtlichen Maßnahmen getroffen“. In einem vorangegangenen Test, den die WirtschaftsWoche begleitet habe, sollen mehrere Personen „mit Ausweisen, die sofort als Fälschung zu erkennen waren,“ Konten bei N26 eröffnet haben, berichtet die WirtschaftsWoche. Möglich sei dies, weil die Digitalbank in vielen Ländern die Personalausweise ihrer Kunden lediglich per Foto-Ident-Verfahren auf Echtheit prüft. Eine Kontrolle der wichtigen Sicherheitsmerkmale eines Ausweises seien auf diesem Weg aber nicht möglich. Der Bafin zufolge entspreche diese Überprüfung deshalb auch nicht „den Anforderungen des Geldwäschegesetzes“ und es sei „kein sicheres Verfahren zur Identitätsfeststellung“.

Limousinen-Service: Uber Black könnte in Deutschland verboten werden

Dem Limousinen-Service Uber Black droht in Deutschland offenbar das Aus: Wie Reuters berichtet, zeichnete sich das am Donnerstag bei der Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof ab. Dort klagt der Berliner Taxi-Unternehmer Richard Leipold, der seit Jahren gegen Uber Black vorgeht, gegen den Limousinen-Service. Leipold beanstandet, dass Uber Black den Mietwagen-Fahrern in Deutschland per App Aufträge weiterleitet, die Preise bestimmt und abrechnet, aber die für das Mietwagengeschäft geltenden Regeln missachtet. Vor allem die sogenannte Rückkehrpflicht, nach der Mietwagen nach einer Fahrt zu ihrem Betriebssitz zurückkehren müssen, missachte das US-Unternehmen seiner Meinung nach. Uber Black berief sich im Streit auf die Dienstleistungsfreiheit nach europäischem Recht – der EuGH hatte aber bereits entschieden, dass Uber Black dem nationalen Recht unterworfen sei. Und dagegen, so deutete es der 1. Zivilsenat des BGH an, verstößt Uber Black offenbar.

„Peinliche“ Gewinnwarnung: Freenet wettert gegen Ceconomy

Ceconomy hat innerhalb weniger Wochen zwei Gewinnwarnungen ausgegeben und damit seine Aktie immer weiter auf Talfahrt geschickt. Der Großaktionär Freenet zeigt sich nun mehr als unzufrieden mit der MediaMarkt-Saturn-Mutter: „Die Gewinnwarnung war peinlich“, echauffiert sich Christoph Vilanek, Chef des Mobilfunkanbieters, der Internet World zufolge. Es werde für das Management extrem schwierig, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Vilanek habe dem Ceconomy-Aufsichtsratschef Jürgen Fitschen einen Aktionsplan vorgelegt und Verbesserungen im Geschäftsmodell und den Grundsätzen der Unternehmensführung gefordert. Der Aufsichtsrat soll sich nun am Freitag zusammensetzen – vor allem Finanzvorstand Mark Frese sei angezählt. Ceconomy wollte das zwar nicht kommentieren, die Aussicht auf einen Führungswechsel ließ die schwächelnde Aktie des Konzerns aber wieder um gut fünf Prozent steigen.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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