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Dort, wo der Pfeffer wächst: Wie das Team von Hennes‘ Finest kambodschanischen Pfeffer auf deutsche Teller bringt

Veröffentlicht: 14.11.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 14.11.2018 | Gelesen: 953 mal

Wer sich mit Pfeffer nicht auskennt, hat definitiv etwas verpasst. – Zu diesem Schluss könnten zumindest Kunden kommen, die den Online-Shop Hennes‘ Finest besuchen. Denn die Macher haben es geschafft, der Gewürzthematik ein vielseitiges Leben einzuhauchen. Wie der Shop entstand und welche Hürden dabei genommen werden mussten, hat uns Co-Gründer und Geschäftsführer von Hennes‘ Finest, Sebastian Brimmers, erzählt.

Pfefferkörner, die aus einer schale fallen
© Todd Maughan / shutterstock.com

Martin Gompelmann, Bastian Stollwerk und Sebastian Brimmers führen ein gepfeffertes Leben. Die drei Jungunternehmer haben sich vor einigen Jahren zusammengeschlossen und Ende 2011 ihren Online-Shop Hennes‘ Finest in erster Version ins Leben gerufen. Dort dreht sich alles um Pfeffer – ob schwarz, weiß oder rot: Die „Pfefferjungs“, wie sie sich selbst nennen, wollen ihren Kunden die ganze Welt und Tiefe des feurigen Gewürzes eröffnen.

Martin Gompelmann, Bastian Stollwerk und Sebastian Brimmers von Hennes' Finest
© Hennes‘ Finest

Es geht um die Geschichten hinter dem Pfeffer

Man möchte vielleicht meinen, dass Pfeffer an sich kein allzu spektakuläres Produkt ist, schließlich nutzt fast jeder das Gewürz, um Mahlzeiten abzuschmecken. Umso wichtiger ist es für das Team von Hennes‘ Finest, den Kunden die eigenen Produkte – im wahrsten Sinne des Wortes – so schmackhaft wie möglich zu machen. Aus diesem Grund haben es sich die drei Gründer zur Aufgabe gemacht, nicht nur das Gewürz an sich in den Fokus zu rücken, sondern auch die Geschichte hinter dem Pfeffer zu erzählen. Und die beginnt eben in der kleinen Provinz Kampot, im Südwesten Kambodschas, wo der Pfeffer aus dem Sortiment ihren Ursprung hat.

Dabei setzt das Team auf regelmäßige Vor-Ort-Besuche, eine gute Verbindung zu den lokalen Bauern und die Hilfe des Vermittlungsunternehmens Farmlink, das sich darauf spezialisiert hat, regionale Landwirte und Bauern mit Käufern und Lieferanten zu verknüpfen: „Durch enge Zusammenarbeit mit Farmlink vor Ort sind eine gute Kommunikation mit den Bauern und eine stete Qualitätskontrolle gegeben. Einmal im Jahr, in Zukunft hoffentlich noch öfter, weil es sehr schön ist in Kambodscha, ist einer von uns dreien vor Ort, in der Regel zur Erntezeit zwischen März und Mai.“ Farmlink selbst kümmert sich in Kampot dann auch um die Prüfung, Selektierung und die Verpackung des Pfeffers, um ihn im Anschluss Richtung Deutschland zu schicken.

„Für uns ist Handel dann perfekt, wenn alle beteiligten Parteien davon profitieren“, erläutern die Gründer ihre Philosophie. Gompelmann, Stollwerk und Brimmers haben sich das Ziel gesetzt, „ehrlich und moralisch integer zu bleiben, auch wenn das häufig der schwierigere Weg ist und womöglich nicht immer das Beste für unsere wirtschaftliche Position“, heißt es auf der eigenen Website. Das beinhaltet auch, die Produzenten entsprechend zu entlohnen und den Kunden für ihr Geld nur höchste Qualität anzubieten.

Um auch den Kunden die Nähe zu den kambodschanischen Bauern aufzuzeigen und den Wert der Pfefferkörner in den Fokus zu rücken, finden sich im Online-Shop viele nützliche Informationen rund um das Gewürz, die verschiedenen Arten, Qualitäten, die Anbaugebiete oder auch Tipps zur Lagerung und Verarbeitung. Blicke hinter die Kulissen und weiterführende Themen werden zudem auf dem integrierten Blog besprochen.

Blog auf der Website von Hennes‘ Finest, screenshot
Screenshot Blog © Hennes‘ Finest

Der Weg zum Pfeffer-Shop – ohne finanzielle Risiken

Doch wie kommt man eigentlich dazu, einen Online-Shop zu eröffnen, der sich auf ein einziges Gewürz spezialisiert? „Die Idee, Pfeffer zu verkaufen, kam mir während eines Aufenthalts im Süden Kambodschas, wo die Bedingungen, um aromatischen Pfeffer anzubauen, ideal sind“, verriet uns Co-Gründer Sebastian Brimmers im Interview. Zur Umsetzung verhalfen ihm dann nicht nur seine beiden Co-Gründer, sondern auch ein Bekannter, der den Online-Shop programmierte.

Bei der Gründung gingen die Jungunternehmer sehr bedacht vor und legten großen Wert darauf, sich nicht durch zeitliche oder anderweitige Aspekte unter Druck setzen zu lassen: „Probleme gab es keine, was auch an der Art unserer Herangehensweise lag. Es gab keinen zeitlichen Druck oder die Aufnahme von Krediten oder anderweitiges finanzielles Risiko, da die Unternehmung parallel zu unseren verschiedenen Jobs lief. Wir konnten schauen wie sich das Produkt entwickelt.“

Als der Shop  Hennes‘ Finest dann schließlich online ging, fanden sich gerade einmal zehn Produkte in den digitalen Regalen. Das Sortiment ist seither deutlich gewachsen und umfasst mittlerweile um die 60 Produkte: und zwar nicht nur Pfefferkörner in verschiedenen Farben, Qualitäten, Mengen und aus unterschiedlichen Veredelungsprozessen, sondern auch weiterführende Waren, wie Pfeffermühlen und Mörser, Gewürzmischungen, Pfefferessige und sogar ein pfeffriges Craftbier sowie einen Pfeffergeist.

Als aktuell stärkste Kundengruppe hat sich dabei die Altersklasse zwischen 45 und 65 Jahren herauskristallisiert. Daneben will Hennes‘ Finest allerdings auch Kunden ansprechen, „die gerne kochen, guten Geschmack genießen oder jemandem ein besonderes Geschenk machen möchten“.

 

Lernen über Versuch und Irrtum

Doch natürlich hat auch im Online-Shop von Hennes‘ Finest nicht immer alles auf Anhieb funktioniert – gewinnbringende Geschäftskonzepte müssen schließlich reifen. Auf die Frage, ob es auch Dinge gibt, die die Pfefferjungs heute anders machen würden und ob sich gewisse Aspekte im Laufe der Zeit deutlich verbessert haben, sagt Brimmers: „Definitiv, aber so viel Zeit habe ich nicht, das alles hier aufzulisten :) Vieles hat in den letzten Jahren auf Versuch und Irrtum basiert, da wir mit unserem speziellen Produkt-Sortiment und -Hintergrund absolutes Neuland mit wenig Referenzpunkten betreten hatten. Woraus wir jetzt natürlich viele Erfahrungen ziehen können.“

Und gerade mit Blick auf den IT-Bereich ist das Team zu der Einsicht gekommen, dass räumlicher Abstand manchmal auch zu Problemen führen kann – selbst in einer digitalisierten Welt: „Was speziell den Online-Shop angeht, ist in der Nachbetrachtung definitiv eine Lehre, Programmierer und Designer in räumlicher Nähe zu suchen mit flexibleren Möglichkeiten, spontan und schnell notwendige Dinge umzusetzen, auch mal gemeinsam am Rechner zu sitzen und nicht auf Distanz und nur zu bestimmten Zeitfenstern agieren zu können. Immer aber natürlich auch eine finanzielle Frage.“

Handel auf Augenhöhe und ein Mund-zu-Mund-Marketing

User-Freundlichkeit und ein kurzer Bestellweg standen beim Aufbau des eigenen Shops im Fokus: „Der Kund soll keinen ‚anonymen‘ Bestellprozess durchlaufen, sondern immer noch das Gefühl beibehalten, worum es uns bei Hennes‘ Finest im Ganzen geht: Transparenter Handel auf Augenhöhe aller Beteiligten“, kommentiert Brimmers weiter. Um die Produkte letztendlich auch auf die Teller der Kunden zu bringen, setzt das Team bisher eher weniger auf Social Media.

Bisherige Maßnahmen in sozialen Netzwerken hätten eher eine geringe Wirkung gehabt, „was aber auch an der Diametralität der dortigen Haupt-User-Gruppen und unserem Kunden-Profil liegt“, wie Sebastian Brimmers erklärt. Als wichtigste Werbekanäle gelten den Gründern sowohl der Direktvertrieb als auch (Achtung, Wortwitz!) das Mund-zu-Mund-Marketing.

Für die Zukunft wünscht sich das Team um Hennes‘ Finest natürlich die Konsolidierung am Markt, aber auch mehr freie Zeit für die Familie und „die Umsetzung alter und neuer Ideen“. Grundsätzlich scheinen die Pfefferjungs im Rahmen der Gründung eine ziemlich gute Zeit gehabt zu haben, wie auch Gründer Sebastian Brimmers bestätigt: „Na ja, was soll ich sagen, die besten Verkaufstage hatten wir immer leicht beschwippst. Die dazugehörigen Anekdoten bleiben unter Verschluss im Firmen-Archiv.“

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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