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Ab April 2019 sollen Banken, die Mastercards herausgeben, den Verbrauchern Biometrie-Lösungen als Bezahlmöglichkeit anbieten.
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Bezahlen per Fingerabdruck: Mastercard will Biometrie-Lösungen ab April 2019 einführen
| Kategorie: Payment

Das manager magazin will erfahren haben, dass deutsche Bankinstitute planen PayPal als Online-Bezahldienst vom Markt zu drängen. Initiiert vom Bundesverband Deutscher Banken, sollen die Geldhäuser an einem eigenen Projekt arbeiten, um den Online-Handel wieder zurückzugewinnen.

Offenbar planen deutsche Banken einen Online-Bezahldienst.

Nach Informationen des manager magazin plant die Bankenbranche in Deutschland einen Großangriff auf Bezahldienste wie Paypal. Im Geheimen arbeiten deutsche Vertreter des Bankensektors seit Monaten offenbar an einer millionenschweren Payment-Lösung, um den Online-Handel zu erobern. Die Verantwortlichen geben sich bislang aber sehr schweigsam. Trotzdem schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die traditionellen Bankhäuser versuchen würden, sich den vor allem an Paypal verlorenen Online-Markt wieder zurückzuerobern. Sie müssen sich allerdings die Frage gefallen lassen, ob es dafür nicht schon zu spät ist.

PayPal dominiert in Sachen Online-Payment

Überhaupt erst 1998 gegründet, hat PayPal nur wenige Jahre gebraucht, um die traditionsreichen Bankenhäuser als Bezahldienstleister im Online-Handel zu ersetzen. Im Jahr 2007 wurde PayPal gar eine Banklizenz von der luxemburgischen Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen erteilt. Erst damit war es PayPal möglich, in ganz Europa als Online-Bezahldienst aufzutreten. Laut der Online-Payment-Studie 2013 vom EHI Retail Institute, dass indirekt am Geheimprojekt der Banken beteiligt sein soll, wurden im Jahr 2012 rund 16 Prozent aller Online-Käufe über PayPal abgewickelt. Öfters als PayPal wurde demnach nur der Kauf auf Rechnung und die Bezahlung mit Kreditkarten internationaler Institute, wie Visa oder Mastercard, genutzt.

Offenbar möchten aber auch deutsche Bankinstitute wieder stärker am E-Commerce in Deutschland beteiligt werden. Wie das manager magazin schreibt, empfinde es die deutsche Bankenbranche als Schmach, dass ein ehemals kleines Technologiestartup wie PayPal ihnen in Sachen Online-Handel den Rang abläuft.

Initiiert vom Bundesverband Deutscher Banken

Das manager magazin will erfahren haben, wer genau hinter dem Großprojekt in Deutschland steht. So soll das Online-Payment-Projekt deutscher Geldhäuser vom Bundesverband Deutscher Banken, einem Verband der die Interessen privater Banken vertritt, initiiert worden sein. Inzwischen seien aber auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken beteiligt. Und indirekt sei auch das EHI Retail Institut in der Entwicklung des Projektes involviert. Aus der Payment-Branche will das manager magazin erfahren haben, dass die beteiligten Banken mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag investieren müssten, um ihr Online-Payment-Projekt zu finanzieren.

Aufgrund der Verschwiegenheit der beteiligten Bankinstitute ist noch wenig über die tatsächliche Strategie und die technische Umsetzung der von den privaten Banken geplanten Bezahllösung bekannt. Aber einige öffentliche Aussagen lassen zumindest erste Mutmaßungen zu. So soll der Zahlungsexperte Matthias Hönisch vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken erste Geheimnisse verraten haben. Demnach planen die Banken ihren Angriff auf PayPal mithilfe der EC-Karte. In Kombination mit einer hardwarebasierten Lösung, ähnlich wie ein Kartenlesegerät, wolle man die Onlinekunden zurückgewinnen.

Banken sehen sich als neutrale Dienstleister

Vor allem aber setzen die Banken auf das Vertrauen der Online-Kunden. Ein anonymer Vertreter der Handelsbranche, soll das dem manager magazin gegenüber bestätigt haben: „Amazon ist selbst Händler und PayPal gehört zu eBay. Eine Firma wie zum Beispiel Zalando würde ihre Geschäfte darum lieber über einen neutralen Player abwickeln.“

Das wenige, dass bislang über die technische Umsetzung des geplanten Online-Bezahldienstes der Banken zu Tage gefördert wurde, spricht allerdings nicht unbedingt für den Erfolg der Banken. Nicht nur kommen sie mir ihrer Strategie wahrscheinlich einige Jahre zu spät und sind als Banken viel stärkeren Regularien unterworfen als PayPal. Einzelne Technologieunternehmen wie die eBay-Tochter PayPal können in Sachen technologischer Innovation viel flexibler und schneller agieren, als es ein großes Bankennetzwerk jemals können wird. Bei aller Skepsis bleibt aber zu beobachten, welche Informationen die beteiligten Banken zu ihrem Online-Bezahl-Projekt noch preisgeben werden.

Geschrieben von Giuseppe Paletta
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