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AGB nicht gelesen: 20.000 WLAN-Nutzer verpflichten sich zum Kloputzen
| Kategorie: Recht

Betrugsfälle im Internet sind nahezu täglich Gegenstand von Medienberichten. Werden mittels Lastschriftmissbrauch bei Ahnungslosen Geldbeträge abgebucht, sind meist die Online-Händler die Verlierer, denn es gibt kaum eine Chance die Kosten für Rücklastschriften zurückzuverlangen.

Bezahlung per Lastschrift

Erst kürzlich erhielt unsere Redaktion den Hinweis eines Lesers, der von einer Betrugsserie durch die Nutzung des Lastschriftverfahrens mit den Daten einer fremden EC-Karte berichtete. Geraten wenn sensible Kontodaten in die falschen Hände geraten, kann dies ärgerlich und teuer werden. Wird in Online-Shops Lastschrift bei Erstbestellung angeboten, können diese Daten ganz einfach missbraucht werden.

Wie funktioniert ein Lastschriftverfahren?

Hat ein Kunde im Online-Shop eine Bestellung aufgegeben und die Zahlung per Lastschrift (auch Bankeinzug genannt) ausgewählt, belastet der Gläubiger (also der Online-Händler) das Bankkonto des Schuldners (also des Bestellers) mit einem bestimmten Betrag. Die mit dem Einzug der Forderung beauftragte Bank ist verpflichtet, die Lastschrift auszuführen, ohne die Rechtmäßigkeit der Lastschrift kontrollieren zu müssen.

Widerruf der unrechtmäßigen Abbuchung

Wurde die Abbuchung in unrechtmäßiger Weise vorgenommen, muss der eigentliche Kontoinhaber dies nicht dulden, denn er darf die zu Unrecht vorgenommene Lastschrift grundsätzlich in einer bestimmten Frist widerrufen. Diese Frist beträgt bei einem Einzugsermächtigungsverfahren sechs Wochen und beginnt mit dem Zugang des Rechnungsabschlusses. Nicht autorisierte Abbuchungen darf sogar mit einer längeren Frist widersprochen werden – dies allerdings nur unter strengen Voraussetzungen.

Anschließend kommt es zu einer sogenannten Rücklastschrift, bei der dem Konto des Betrugsopfers der entsprechende Betrag wieder gutgeschrieben wird und das Konto des Empfängers (also des Online-Händlers) belastet wird.

Kosten für Rücklastschrift als Schadensersatz?

Die Kosten für die Rücklastschrift werden grundsätzlich dem Gläubiger (also hier dem Online-Händler) berechnet. Die im Falle eines Widerrufs entstandenen Kosten für eine erfolgte Rücklastschrift wird der Online-Händler dem rechtmäßigen Kontoinhaber wohl nicht als Schadensersatz in Rechnung stellen dürfen, weil diesen gerade kein Verschulden trifft. Letztendlich bleibt der Online-Händler auf den Kosten sitzen. In diesem Fall bleibt ihm nur noch der Gang zur Polizei.

Praxishinweis

Die Einführung des SEPA-Lastschriftverfahrens halten viele Verbraucherschützer für sicherer als das bisherige System. Ob die Zahl der Missbrauchsfälle mit der Einführung des SEPA-Lastschriftverfahrens zurückgehen wird, wird erst die Praxis zeigen.

Betrugsfälle in Zusammenhang mit der Zahlung per Lastschrift sind für Online-Händler risikoreich und ärgerlich. Um Missbrauchsfälle vorzubeugen, sollten Online-Händler daher abwägen, ob nicht gänzlich auf die Zahlungsmöglichkeit per Lastschrift verzichtet werden kann. Soll diese Zahlungsart aus Gründen der Kundenzufriedenheit weiter gewährleistet werden, kann - auch wenn dies keine vollendete Sicherheit bietet - zumindest bei den ersten Bestellungen eine Einschränkung getroffen werden. Es empfiehlt sich beispielhaft ein Hinweis bei den Zahlungs- und Versandbedingungen: „Die Zahlung per Lastschrift ist ab der 3. Bestellung möglich.“ o.ä.

 

 

 

 

Geschrieben von Yvonne Bachmann
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KOMMENTARE  
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Monika Koch
2016-09-15 10:29 | #2
Ich habe durch eine langwierige Erkrankung länger nicht in mein Konto der Sparkasse reingeschaut und stellte nun schliesslich fest, dass fünf von mir nicht autorisierte Abbuchungen angeblich von Amazon getätigt wurden.
Ich zahle ausschliesslich mit VISA bei Amazon und habe nie einem Einzugsverfahre n zugestimmt. Ein Mal wurden ca. 137 EUR und dann weitere kleiner Beträge knapp über 10 EUR von meinem Konto abgebucht. Drei konnte ich zurückgeben. Bleibe nun auf einem nicht mehr zurückzugebende n Betrag von knapp 57 EUR sitzen.
Muss ich nicht Amazon informieren und wenn, wie ?
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Sigi
2016-06-13 10:31 | #1
"Um Missbrauchsfäll e vorzubeugen, sollten Online-Händler daher abwägen, ob nicht gänzlich auf die Zahlungsmöglich keit per Lastschrift verzichtet werden kann."

wie soll das gehen -
amazon payments und paypal bieten u.a. Lastschrift -Abwicklung an. man kann sich dabei als Händler gar nicht aussuchen - und auch nicht ein mal wissen, ob der Kunde per Lastschrift zahlt...
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