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| Kategorie: Rechtsfragen

Besonders kleinere Online-Händler haben meist weder finanzielle noch personelle Ressourcen zur Verfügung, um professionelle Produktfotos vom eigenen Waren-Sortiment erstellen zu lassen. Aus diesem Grund begibt sich der Großteil der Händler selbst hinter die Linse. Die Ergebnisse bergen jedoch Gefahren, wenn nicht das abgebildet wird, was auch verkauft werden soll.

Nachaufnahmen bei der Produktfotografie

(Bildquelle Fotograf Nahaufnahme: Korionov via Shutterstock)

Produktfotos, die die angebotenen Produkte zeigen, sollten mittlerweile Standard im Online-Handel und ganz einfach ein Service sein, den viele Kunden erwarten. Schließlich sollen diese sich einen möglichst genauen Eindruck von den angebotenen Artikeln verschaffen können.

Sogar der Bundesgerichtshof nahm Stellung zu dieser Problematik beim Online-Handel. Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs sind Produktfotos im Internet, die einen bestimmten Lieferumfang erkennen lassen bzw. eine bestimmte Ausstattung des Verkaufsgegenstandes zeigen, für den Kaufvertrag genauso bindend wie die Artikelbeschreibung in Textform (Urteil vom 12. Januar 2011, Az. VIII ZR 346/09).

Der BGH nahm die Position ein, dass die Produktfotos bei der Beschreibung des Kaufartikels bzw. des Lieferumfangs genauso viel Gewicht wie die Artikelbeschreibung in Textform haben. Die Produktfotos der Verkaufsgegenstände müssen daher den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Ist dies nicht der Fall, ist ein Artikel, der in seiner Ausstattung vom Foto abweicht, in der Regel mangelhaft.

Produktfotos müssen Angebotsumfang vollständig widergeben

Jüngst kam eine Entscheidung des Landgerichts Arnsberg (Urteil vom 05.03.2015, Az.: I-8 O 10/15) hinzu, die sich um das Problem der Abweichung zwischen Produktfoto und Produktbeschreibung drehte. Konkret ging es um die Abbildung eines Sonnenschirms, der auf dem Produktfoto samt Schirmständer und Betonplatten zu sehen war. Im tatsächlichen Lieferumfang waren jedoch nur Sonnenschirm und Schirmständer enthalten, nicht die Bodenplatten. Die klarstellende Artikelbeschreibung ließ das Gericht nicht ausreichen. Der Online-Händler wurde trotzdem wegen täuschender Werbung verurteilt.

Bekanntermaßen sei die Vorgehensweise vieler Verbraucher bei Online-Verkäufen aufgrund der Schnelligkeit des Internetverkehrs „von einem eher flüchtigen Lesen und Kenntnisnehmen des gesamten Angebotsinhalts gekennzeichnet“.

Zwar sei zu berücksichtigen gewesen, dass der verständige Verbraucher erkennen wird, dass die auf dem Bild zu sehenden Betonplatten nicht vom Kaufpreis umfasst sein werden. Bei vielen, eher flüchtig vorgehenden Verbrauchern ruft das Produktfoto aber dennoch die Vorstellung hervor, auch die Betonplatten würden mitgeliefert.

Praxistipp

Zum einen sollten Online-Händler die Verwendung von Produktfotos ähnlicher Artikel vermeiden. Verwenden sollten Verkäufer vielmehr Produktfotos von den tatsächlichen Artikeln, d.h. in der Ausstattung wie sie später auch geliefert bzw. übergeben werden sollen. Dies muss im Grundsatz auch für natürliche Produkte gelten (z. B. Holz).

Abweichungen zwischen dem Produktfoto und der Produktbeschreibung bilden neben Ärger mit dem Kunden auch ein Abmahnrisiko wegen widersprüchlicher und damit irreführender Angaben der wesentlichen Produktmerkmale. Nicht zu vergessen ist auch Ärger mit dem Markenhersteller.

Geschrieben von Yvonne Bachmann
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KOMMENTARE  
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Redaktion
2015-04-07 07:39 | #11
Hallo Detlev Schäfer,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Es ist so, dass bei Dekorationsgege nständen ein Hinweis in der Artikelbeschrei bung erforderlich ist, dass diese Gegenstände nicht zum Verkaufsangebot gehören. Ergänzen Sie deshalb Ihre Artikelbeschrei bungen um einen entsprechenden Hinweis: z.B. „Dekorationsart ikel gehören nicht zum Leistungsumfang“.


Die Redaktion
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Eric
2015-04-06 14:58 | #10
Seit Jahrzehnten gibt es deswegen Kleingedrucktes , schon in Omas Versandhauskata log standen dazu Klauseln wie "Abbildung ist ein Nutzungsvorschl ag und zeigt nicht den Lieferumfang.". Wie das heutzutage bei einem Webshop zu machen ist - keine Ahnung. Aber dazu berät ein Fachanwalt sicher. Wer sich vorher allerdings schlicht nicht informiert/daru m kümmert, der darf sich hinterher eben auch nicht wundern, wenn er Probleme bekommt.
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Andreas Pietsch
2015-04-02 13:01 | #9
Merkt denn hier keiner, dass wir im Konzernfaschism us leben? Aus welchem Grund darf ein online Käufer einen Artikel 14 Tage lang begutachten, um danach per Vertragsbruch (Widerrufsrecht ) dem Verkäufer schadensersatzl os die Ware wieder zurück zu senden.
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Ben
2015-04-02 04:43 | #8
Auf meiner Milchtüte ist ein Landgasthof abgebildet, bekomme ich den dann auch mitgeliefert. Und nicht zu vergessen die Autopolitur auf dessen Verpackung ein tolles Auto samt hübscher Frau gezeigt ist. Denkt so ein Richter auch nur eine Sekunde darüber nach was er da macht???
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pflasterversand
2015-04-01 20:08 | #7
Guten Tag,

dann werden wir wohl bei unserem Mundschutzmodel (menschlich) den Kopf mitliefern müssen und bei den medizinischen Handschuhen die Hände abhacken und ebenfalls mitliefern.
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Dietrich
2015-04-01 16:36 | #6
Meine spontanen Eingebungen (Frau + Haus) wurden hier schon genannt..

Tatsächliche eine etwas seltsame Auffassung, insbesondere wenn in einer Artikelbeschrei bung explizit der Lieferumfang hervorgehoben wird, sollte dies doch maßgebend sein.

Gleichzeitig die ebay-Bilderstan dards, die einem dann auch nicht erlauben textlich im Bild darauf hinzuweisen, dass bestimmte Bildbestandteil e nicht im Lieferumfang enthalten sind und nur der Dekoration oder als Beispielverwend ung dienen.

Es gibt so viele Produkte im Zubehörbereich, etc., bei denen erst durch Aufzeigen des Verwendungszwec ks klar wird, wie diese eigentlich benutzt werden bzw. wofür diese geeignet sind, wie soll man diese dann noch verkaufen?

[Achtung Ironiegefahr]
Dann warte ich mal ab, bis nächste Woche analog dazu das Urteil gefällt wird, dass AGB und Widerrufsbelehr ung nicht mehr erforderlich sind, der "verständige Verbraucher" kennt seine Rechte und Pflichten sowieso und der Rest liest in der "Schnelligkeit des Internetverkehr s" sowieso nicht...
[/Achtung Ironiegefahr]
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Rico
2015-04-01 16:31 | #5
Na dann werde ich mal bei Zalando einkaufen und hoffe, dass die schönen Frauen mitgeliefert werden :)
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Händler Bodo
2015-04-01 16:03 | #4
Na super. Wir verkaufen ganze Bühnen. Also Lagerbühnen, die in eine Halle gebaut werden. Dann verkaufen wir demnächst also die Halle und das Grundstück mit, weil Kunde dämlich sich dann auf den super schlauen Richter beruft. Ich glaube dass die Deutsche Gerichtsbarkeit mit Onlinehändlern einfach immer wieder auf Konfrontation gehen, weil die den Marktwert nicht erkennen und denken dass alle Online Händler schwarze Schafe sind.
Und klar, die Steine bei dem Sonnenschirm waren natürlich mit im Versand dabei, der umsonst war und der Schirm 200 EUR kostet. Versand auf Palette kostet mal locker 80 EUR. Der Händler darf ja nichts verdienen, das wäre ja unmoralisch...

Ich ignoriere das Urteil und freue mich auf den nächsten Deppen, der das bei mir versucht.
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Max
2015-04-01 12:57 | #3
Ein Schlag ins Gesicht für alle Händler...
...es ist doch einfach nicht zu fassen wie es einfach hingenommen wird, das der Kunde zu Faul zum lesen ist: "Bekanntermaßen sei die Vorgehensweise vieler Verbraucher bei Online-Verkäufe n aufgrund der Schnelligkeit des Internetverkehr s „von einem eher flüchtigen Lesen und Kenntnisnehmen des gesamten Angebotsinhalts gekennzeichnet“."

Das ist doch nicht die Schuld vom Händler, das der Kunde A nicht richtig lesen und B anscheinend auch nicht logisch denken kann. Was machen die Gerichte da eigentlich? Wenn man es streng genommen sieht müssen auf jedem Foto wo eine Frau abgebildet ist auch die Frau mit verkauft werden... gegen was klagt man denn jetzt? Gegen Menschenhandel oder dagegen das die Frau nicht geliefert wurde ?
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Detlev Schäfer
2015-04-01 12:53 | #2
Ergänzende Frage...
Wie sieht es mit Gegenständen aus, die nur schemenhaft abgebildet werden? Z.B. wird eine Handschlaufe angeboten und ein Bild gemacht, an dem die Handschlaufe an einer Kamera hängt, wobei die Kamera selbst nur straffiert oder als Negativ dargestellt wird.
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