Super Banner Wallpaper

Das Infoportal des Händlerbundes

KATEGORIEN...
Die Geoblocking-Verordnung will die Grenzen im virtuellen Binnenmarkt einreisen; aber was passiert mit der Vertragsfreiheit?
close button
Geoblocking-Verordnung – Teil 3: Was passiert mit der Vertragsfreiheit?
| Kategorie: Rechtsfragen

Muss Deliveroo seinen Fahrern bald Mindestlohn zahlen und bezahlten Urlaub anbieten? Eine britische Gewerkschaft will das nun durchsetzen.

Deliveroo Großbritannien

Jason Batterham / Shutterstock.com

Die Gewerkschaft der unabhängigen Arbeiter von Großbritannien (Independent Workers of Great Britain, IWGB) behauptet, dass der Lieferdienst Deliveroo seine Fahrer zwar als selbständige Unternehmer bezeichnet, diese aber de facto Arbeiter beziehungsweise Angestellte sind. Um diese Frage zu klären, hat die Gewerkschaft ein Schiedsgericht angerufen, in einer Anhörung soll der Sachlage nun geklärt werden. Das könnte für das Unternehmen durchaus weitreichende Folgen haben. Sollte sich die Gewerkschaft durchsetzen, dann könnten Deliveroo-Fahrer Anrecht auf Mindestlohn, bezahlten Urlaub und ähnliche Rechte bekommen – und das würde für das Unternehmen wohl teuer werden.

Bei Uber hat es geklappt

Business Insider zitiert IWGB-Präsident Jason Moyer-Lee mit den Worten: „Über Jahre sind Arbeitgeber in der sogenannten Gig Economy damit davon gekommen, ihren Mitarbeitern unrechtmäßig Arbeitsrechte vorzuenthalten, auf die sie eigentlich Anspruch hätten. Nun werden wir den Betrug von Deliveroo aufdecken und sie endlich dazu zwingen, sich ans Gesetz zu halten.“ Dass das am Ende klappt, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Die Gewerkschaft wird von derselben Kanzlei vertreten, die im vergangenen Jahr Uber in einem ähnlichen Fall anklagte – und Erfolg hatte.

Aber selbst, wenn es dazu kommen sollte, dass Deliveroo-Fahrer als Arbeiter gelten und als Arbeitnehmer anerkannt würden, müssten die Fahrer selbst Rechte wie Urlaubsanspruch und Mindestlohn einklagen. Immerhin: Zwei Uber-Fahrer haben dies getan und im vergangenen Jahr gewonnen. Bei Deliveroo zeigt man sich unterdessen entspannt und stellt das Vorgehen der IWGB in Frage: „Wir sind stolz darauf, 15.000 Menschen in Großbritannien flexible Arbeit anbieten zu können. Die IWGB repräsentiert nicht die große Mehrheit unserer Fahrer, die die Flexibilität und den guten Verdienst enorm schätzen, die mit selbständiger Arbeit einhergehen. Auch darum konzentriert sich die IWGB nur auf einen kleinen Teil Londons“, so ein Sprecher des Unternehmens.

Geschrieben von Christoph Pech
ARTIKEL WEITEREMPFEHLEN
1990 mal gelesen
ÄHNLICHE ARTIKEL

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren