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DHDL-StartUp Five Skincare im Interview: „Unsere Kundinnen bezahlen für hoch konzentrierte Produkte und nicht für einen Wasseranteil von 80 Prozent“

Veröffentlicht: 19.09.2017 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 19.09.2017 | Gelesen: 1246 mal

„Weniger ist alles.“ – Dieses Motto hat sich das Beauty-Unternehmen Five Skincare auf die Fahne geschrieben. Denn das StartUp hat sich ganz der veganen Naturkosmetik verschrieben und setzt dabei auf maximal fünf Inhaltsstoffe pro Produkt. Mit ihren Pflegemitteln hat sich Gründerin Anna Pfeiffer in die Höhle der Löwen gewagt. Über ihr Unternehmen, ihre Erfahrungen und Vorbereitungen hat sie mit uns im Interview gesprochen.

Five-Grunderin Anna Pfeiffer
Screenshot Instagram © Five

Wie kam es zu der Idee für Five Skincare?

Ich habe selbst sehr empfindliche Haut und beschloss eines Tages, dass ich genug von den sich auftürmenden Cremetuben in meinem Spiegelschrank hatte, die alle nicht das brachten, was ich mir erhoffte, nämlich eine ausgeglichene und reine Haut. Daher wollte ich mich nicht länger auf die Verkaufsargumente verlassen, sondern mir die Inhaltsstoffe vorknöpfen und so die ultimativ passenden Produkte für meine Haut finden.

Schnell stellte ich fest, dass mir dies nicht möglich war, denn die kryptischen Inhaltsangaben auf den Verpackungen stellten mich vor Rätsel. Wie soll ich so herausfinden, was meine Haut braucht und was ihr guttut? Und warum braucht eine Creme 30 Inhaltsstoffe? So führte eines zum anderen und bald ist daraus Five entstanden.

Wodurch unterscheidet sich Ihr Produkt von den bisher genutzten Kosmetikartikeln?

Mit Five machen wir quasi Naturkosmetik 2.0. Unsere Produkte verfolgen einen radikalen Ansatz, bei dem wir alle Inhaltsstoffe weglassen, die wir nicht auf der Haut unserer Kundinnen haben möchten. So haben alle unsere Produkte maximal 5 Inhaltsstoffe, eines sogar nur 2. Eine durchschnittliche Creme hat zwischen 20 und 30.

Wir verwenden nicht mal Wasser. Wasser ist Inhaltsstoff Nummer eins in Pflegeprodukten. Aber wo Wasser ist, kommt noch einiges hinzu: Wasser verkeimt wahnsinnig schnell und muss konserviert werden. Weiter werden Emulgatoren benötigt, die Fett und Wasser zusammen verbinden. Alles nicht unbedingt die Stoffe, die für Hautgesundheit bekannt sind.

So lassen wir Wasser in unseren Produkten weg und bitten unsere Kundinnen stattdessen, ihre Haut zu befeuchten, bevor sie ein Produkt von Five anwenden. So sparen wir Ressourcen bei Verpackung und Transport und unsere Kundinnen bezahlen für hoch konzentrierte Produkte und nicht für einen Wasseranteil von 80 Prozent.

Produkte des StartUps Five
Screenshot Instagram © Five

Welcher „Löwe“ erschien Ihnen im Vorfeld als besonders interessant?

Vor allem Judith Williams. Sie verfügt über eine breit gefächerte Expertise im Bereich Kosmetik, das wäre natürlich der Idealfall für Five. Vor ihr hatte ich auch den größten Respekt. Denn bisher waren die StartUps im Bereich Beauty nicht besonders gut bei ihr angekommen und wurden manchmal in der Show ganz schön zerpflückt. Ich habe aber auch mit Frank Thelen geliebäugelt, er hat schon einige E-Commerce StartUps erfolgreich begleitet.

Bisher bedienen Sie nur den Markt in der Schweiz, mit dem Investment in der Höhle der Löwen soll auch die Deutschland-Expansion realisiert werden. Wie unterscheiden sich die beiden Märkte?

Wir sind bewusst in der Schweiz gestartet, weil der Markt hier einfach rein durch die geografische Gegebenheit viel überschaubarer ist. Seit August vertreiben wir unsere Produkte nun auch in Deutschland und Österreich exklusiv über unseren eigenen Online-Shop www.fiveskincare.de. Der Markt hier ist kompetitiver, gleichzeitig aber auch der größte für Naturkosmetik in Europa.

Inwiefern unterscheidet sich „Die Höhle der Löwen“ für Sie von einem gewöhnlichen Pitch?

Der Unterschied im Pitch vor den Löwen – das sind die ersten drei Minuten in der Show – ist groß. Es handelt sich ja in erster Linie um eine Sendung für ein breites Publikum. Die Vorbereitungen allerdings und die Fragen der Löwen kommen dann einem klassischen Pitch sehr nah. Hauptsächlich geht es dann darum, die Strategie-, Absatz- und Wachstumspläne in präziser und gewinnender Art zu präsentieren.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Ich hatte nur knappe zwei Wochen Vorbereitungszeit. Die Sendung wurde letzten Winter gedreht und damals war ich mit FIVE noch in einer Art Testphase. Schon lange zuvor hatte ich begonnen, mit Lieferanten zu verhandeln, und ich hatte auch Ergebnisse von Tests und Interviews, die ich geführt hatte. Ich habe dann viel Zeit darauf verwendet, diese Zahlen zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Nebenbei galt es natürlich auch den Auftritt und die Requisiten vorzubereiten und mich auf die Fragen vorzubereiten, die ich dann vor laufender Kamera erwarten durfte.

Wie haben Sie sich und Ihre Website seit der Aufzeichnung der Sendung auf die Ausstrahlung vorbereitet?

Bei unserem Online-Shop waren auf der technischen Seite nur kleinere Anpassungen notwendig, da wir ein Shopsystem verwenden, welches dem Ansturm gewachsen sein sollte. Ob es dies dann tatsächlich tut, werden wir alle am 19. September herausfinden.

Punkto Produktion und Fulfillment haben wir es gerade rechtzeitig geschafft, die nötigen Prozesse zu automatisieren. Die Produkte werden von unserem Partner in Bayern produziert und gehen dann direkt zu unseren Logistikpartnern, welche die Bestellungen für uns ausführen.

Meine Mission ist es, eine starke Gemeinschaft um verständliche Kosmetikprodukte und um die Marke Five aufzubauen. Wir wollen unsere Kundinnen befähigen, die Bedürfnisse ihrer Haut besser zu verstehen und sie damit passender pflegen zu können. Dies wird uns in den kommenden Monaten sicherlich am meisten beschäftigen.

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