Das blaue Twitter-Häkchen wird kostenpflichtig

Veröffentlicht: 02.11.2022
imgAktualisierung: 02.11.2022
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 4 Min.
02.11.2022
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Elon Musk auf Twitter
© Tada Images / Shutterstock.com
Der blaue Haken bei Twitter kosten künftig Geld, Fake News werden kaum noch bekämpft und Prominente flüchten vom Netzwerk.


Seitdem Elon Musk am vergangenen Freitag Twitter übernommen hat, überschlagen sich die Nachrichten. Vor allem das blaue Häkchen zur Verifizierung von Accounts stand in den vergangenen Tagen im Zentrum der Diskussionen. Bislang wurden die blauen Häkchen individuell an prominente Personen vergeben, unter Musk soll damit Schluss sein. Musk will das blaue Häkchen monetarisieren. Zunächst brachte er selbst 19,99 Dollar pro Monat ins Spiel, was für Kritik sorgte. Ein kleiner Schlagabtausch darüber zwischen Autor Stephen King und Musk ging viral.

King erklärte, dass er keine 20 Dollar pro Monat für einen blauen haken zahlen werde. Musk feilschte und bot 8,99 Dollar an. Und darauf hat er sich nun offenbar selbst festgelegt. Für eine Verifizierung des Accounts wird das kostenpflichtige Angebot Twitter Blue Voraussetzung, das bislang 4,99 Dollar im Monat kostete. Dessen Preis wird nun auf 8,99 Dollar erhöht. Seine Begründung: „Das derzeitige System von Twitter, das festlegt, wer ein blaues Häkchen hat und wer nicht, ist Schwachsinn.“

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Twitter fährt Vorgehen gegen Fake News herunter

Unterdessen setzt Elon Musk sein Versprechen um, die freie Rede auf Twitter zu stärken und schießt damit, wie es Beobachter erwartet haben, über das Ziel hinaus. Einem Bericht von Bloomberg zufolge hat Musk die Maßnahmen gegen Fake News und Hassrede stark zurückgefahren. Die meisten Mitarbeiter aus der Abteilung „Trust and Safety“ können offenbar keine Sanktionen mehr verhängen, wenn Twitter-User gegen die Regeln zu Hassrede und Falschinformationen verstoßen.

Den entsprechenden Mitarbeitern sei der Zugriff auf interne Tools geblockt worden. Twitter-Angestellte zeigen sich besorgt, dass das Netzwerk ausgerechnet vor der US-Kongresswahl nicht gegen Hassrede und Desinformation vorgeht. Laut Bloomberg zeige sich die eingeschränkte Überprüfung bereits auf Twitter. Die Verwendung des N-Worts habe am Samstag um 1.700 Prozent zugenommen.

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Prominente flüchten – und werden Phishing-Opfer

Viele Prominente kündigten nach der Musk-Übernahme an, Twitter verlassen zu wollen und die ersten haben dies bereits getan. CNBC führt eine Liste mit US-amerikanischen Promis, die dem sozialen Netzwerk bereits den Rücken gekehrt haben. Darunter befinden sich auch in Deutschland bekannte Namen wie die Sängerin Toni Braxton, die Schauspielerin Tea Leoni und die vor allem Star-Trek-Fans bekannte Marina Sirtis, die jahrelang Deanna Troi auf der Enterprise mimte. Stephen King hat seinen Account bislang übrigens nicht deaktiviert.

Die neue kostenpflichtige Verifizierungsmaßnahme hat zudem bereits Betrüger auf den Plan gerufen, wie der Spiegel berichtet. Zwei US-Journalisten haben bereits Phishing-E-Mails von Kriminellen erhalten, die sie öffentlich machten. In der Mail heißt es: „Das Verifizierungsabzeichen wird ab dem 2. November für einige Nutzer 19,99 Dollar im Monat kosten. Das betrifft Nutzer, bei denen wir nicht vollständig nachweisen können, dass sie berühmte oder bekannte Personen sind.“ Auch ein Spiegel-Journalist sollte hereingelegt werden. Besonders professionell seien die Phishing-Versuche bislang allerdings nicht.

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Christoph Pech

Christoph Pech

Expert/in für: Digital Tech

Veröffentlicht: 02.11.2022
img Letzte Aktualisierung: 02.11.2022
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