Intel-Chipfabrik in Magdeburg kommt – mit Milliardensubventionen

Veröffentlicht: 20.06.2023
imgAktualisierung: 20.06.2023
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
20.06.2023
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Intel
© ThomasAFink / Shutterstock.com
Die Intel-Chipfabrik in Magdeburg kommt. Der Bund subventioniert den Bau mit knapp 10 Milliarden Euro.


Nun ist es amtlich: Intel wird in Magdeburg in Sachsen-Anhalt eine Chipfabrik bauen. Bundeskanzler Olaf Scholz und Intel-Chef Pat Gelsinger unterzeichneten am Montag eine entsprechende Bau-Vereinbarung in Berlin. Insgesamt investiert der US-Konzern 30 Milliarden Euro in den Bau – einschließlich staatlicher Subventionen. Über deren Höhe herrschte bis zuletzt Uneinigkeit, auch innerhalb der Bundesregierung. Ursprünglich sei geplant gewesen, Intel mit 6,8 Milliarden Euro zu unterstützen, aufgrund gestiegener Kosten forderte der US-Konzern mehr.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge werde die Bundesregierung die Ansiedlung nun mit 9,9 Milliarden Euro unterstützen, berichtet die Tagesschau. Die Summe muss von der EU-Kommission allerdings noch genehmigt werden. In vier bis fünf Jahren, so der Plan, soll in der neuen Fabrik in Magdeburg die Produktion starten. „Wir danken der Bundesregierung, Bundeskanzler Olaf Scholz und der Regierung von Sachsen-Anhalt für ihre Partnerschaft und ihr gemeinsames Engagement bei der Verwirklichung der Vision einer lebendigen, nachhaltigen und führenden Halbleiterindustrie in Deutschland und der EU“, sagte Gelsinger.

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Scholz: „Gute Nachricht für Deutschland“

Intel kaufte das Land, auf dem die Fabrik entstehen soll, bereits im November 2022, seitdem zogen sich die Verhandlungen. Die nun erreichte Vereinbarung nennt Bundeskanzler Scholz einen „wichtigen Schritt für den Hightech-Standort Deutschland“. Die Halbleiterproduktion von Intel in Magdeburg sei die „größte ausländische Direktinvestition in der deutschen Geschichte“. Die Ansiedlung von Intel in Sachsen-Anhalt sei „eine gute Nachricht für Magdeburg, für Deutschland und für ganz Europa“, so Scholz weiter.

Auch Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck zeigte sich zufrieden mit dem Deal: „Die heutige Vereinbarung ist ein Meilenstein für den Innovations- und Investitionsstandort Deutschland, für Arbeitsplätze, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. Die Investition von Intel wird die Halbleiterproduktion in Deutschland auf ein neues Niveau heben und ist ein wichtiger Beitrag zum Ausbau der europäischen Souveränität.“

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Kritik an Subventionen

An der Höhe der Subventionen regt sich aber auch Kritik. IfW-Vizepräsident Stefan Kooths sieht die hohe Förderung etwa als Signal der Schwäche. „Wir zeigen, dass Intel nur kommt, wenn Standortnachteile durch Subventionen ausgeglichen werden. Die Intel-Milliarden fehlen, um Standortnachteile wie etwa die hohe Abgabenquote anzugehen“, so Kooths laut Tagesschau. Er befürchtet zudem, dass Intel kleineren Unternehmen die Fachkräfte abwirbt.

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Christoph Pech

Christoph Pech

Expert/in für: Digital Tech

Veröffentlicht: 20.06.2023
img Letzte Aktualisierung: 20.06.2023
Lesezeit: ca. 2 Min.
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KOMMENTARE
1 Kommentare
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Varth Dader
21.06.2023

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Ich verstehe es einfach nicht, wie in einem privatwirtschaf tlichen System eine Regierung quasi ein US-Unternehmen mit Steuergeldern "einkaufen" kann, welches 2022 mit ca. 70 Mrd. USD Umsatz einen Nettogewinn von 8 Mrd. USD gemacht hat.
Ich bin mir sicher, dass Millionen von Bürgern absolut nichts davon haben, sondern nur privilegierte Investoren, aber die Bürger fragt man auch nicht.